Er liebt Iffezheim, und Iffezheim liebt dieses Pferd. Als großer Triumphator des letztjährigen Großen Volkswagen-Preises von Baden kannten ihn viele in dem badischen Renndorf. Doch seit seinem Erfolg an diesem Sonntag im 36. Großen Mercedes Benz-Preis, dem Highlight des Frühjahrs-Meetings in Baden-Baden, kennt ihn jeder hier: Stall Renis Prince Flori eroberte bei strahlendem Sonnenschein in diesem mit 90.000 Euro dotierten Gruppe II-Event über 2200 Meter wieder die Herzen der Fans.
Nun avancierte der im Gestüt Trona aufgewachsene Lando-Sohn unter Adrie de Vries zum großen Hero. Spannung herrschte in diesem tollen Achterfeld von Anfang an. Denn der frühere Derbysieger Schiaparelli übernahm mit neuer Taktik sofort die Pole-Position, ging vor Donaldson vorneweg. Egerton folgte auf Rang drei vor Prince Flori, während Arcadio den Schluss bildete.
Andrasch Starke verschleppte auf Schiaparelli die Pace, nahm unterwegs das Tempo heraus. Schon im Schlussbogen drückte Torsten Mundry mit Egerton, rückte weiter auf, innen blieb Donaldson dabei, Prince Flori ließ sich ein wenig anfassen. Im Einlauf wurde man bald auf Egerton aufmerksam, der sich in Front schob.
Vielleicht erfolgte diese Attacke ein wenig zu früh, ganz außen – auf der Erfolgsspur dieses Wochenendes – attackierte wenig später Prince Flori. In der Distanz stellte der Favorit der 15.200 Zuschauer (13.500 waren es im Vorjahr) Egerton zum Kampf. Und auf dem letzten Wegstück trumpfte die 28:10-Chance so stark auf, dass auch Egerton passen musste.
Mit einer halben Länge kämpfte sich Prince Flori zum zweiten Iffezheim-Sieg unter dem frenetischen Beifall der Menge vor einem tapferen Egerton und einem gesteigerten Schiaparelli, der weitere anderthalb Längen zurück folgte.
Ausgezeichnet schlug sich zudem Donaldson als dichtauf endender Vierter, während Mohandas kaum weiter kommen konnte und Arcadio alles andere als einen günstigen Rennverlauf erwischte. Expensive Dream und Poseidon Adventure spielten nie eine Rolle.
‚Eigentlich war das Rennen etwas zu langsam‘, erläuterte Jockey Adrie de Vries, der erstmals auf dem Hengst im Einsatz war. ‚Wir lagen hinter Egerton in einer guten Position, doch ich musste ihn schon anschieben. Ich wusste früh, dass wir im Ziel vorne sein würden.‘
‚Der Druck war schon sehr groß, denn Prince Flori war noch nie Favorit gewesen‘, berichtete Trainer Sascha Smrczek. ‚Im Gerling-Preis hatte er kein ganz optimales Rennen und trug Höchstgewicht. Das Fragezeichen war heute die etwas kurze Distanz. Wir werden jetzt erst einmal abwarten, aber der Grand Prix de Saint-Cloud in vier Wochen könnte ein Ziel sein.‘
Peter Rau, der Betreuer von Egerton, nahm die Niederlage mit Fassung: ‚Das bessere Pferd hat gewonnen. Egerton ist seine Form ausgelaufen. Donaldson präsentierte sich heute wesentlich ruhiger. Während bei ihm die Pläne noch offen sind, startet Egerton nun im Idee-Hansa-Preis in Hamburg.‘
Peter Schiergen war angetan von der Vorstellung Schiaparellis, der noch einmal stark anzog: ‚Das hat mir sehr gut gefallen. Schiaparelli geht nun in den Hansa-Preis.‘











