Viereinhalb Wochen war Torsten Mundry zum Zuschauen verdammt. Eine Schulterverletzung setzte den Stalljockey von Peter Rau außer Gefecht. Am Samstag gab er sein Comeback, und 24 Stunden vor dem Ritt auf Egerton im Grand Prix schoss sich der Reiter schon einmal so richtig warm.
Denn mit der Röttgenerin Naomia sicherte er sich das Festa-Rennen. Und das mit ganz großer Jockeyship. Start-Ziel verteidigte die Monsun-Tochter aus der Gruppe I-Siegerin Nagoya einen hauchdünnen Vorteil, erst nach Foto-Auswertung stand ein Kopf-Vorteil vor Laeya Star fest.
Vorne verschleppte Naomias Jockey das Tempo, hatte sofort die Initiative ergriffen vor der Engländerin Majounes Song und Sweet Montana, Laeya Star sah man dahinter vor Waky Love, La Blue Hill innen und der Favoritin Red Diva, während Boccassini etwas nachklappte und zwei Längen hinter dem Feld folgte.
Im Schlussbogen riss Naomia auf fünf Längen aus, kurz darauf ließ Mundry seine Lady wieder ein wenig verschnaufen, so dass Majounes Song näher kam, dahinter Sweet Montana und die nachsetzte Laeya Star. La Blue Hill ging am inneren Flügel, Red Diva musste noch viel aufholen, besser sah es außen für Waky Love auf. Im Einlauf tendierten die späteren Protagonisten wieder zur Außenseite.
Naomia bekam bald Gesellschaft von Laeya Star. Beide Pferde lieferten sich ein hartes Duell, wobei die Ostmann-Lady schon im Vorteil war, aber nicht ganz gerade blieb, etwas wackelte, was sie den Sieg gekostet haben könnte. Mit dem letzten Galoppsprung zog Naomia mit einem Kopf vorbei.
‚Sie hatte als Jahresdebutantin in Köln eine starke Form gezeigt‘, berichtete Trainer Peter Rau, der im Vorjahr diese Prüfung bereits mit Sexy Lady gewonnen hatte. ‚Die Taktik hat sich zwangläufig so ergeben, kein anderer wollte vorne gehen, da hat Torsten das aus Box neun selbst gemacht und das Rennen super eingeteilt. Ob sie im Preis der Diana antritt, hängt davon ab, wie die Stute das Rennen überstanden hat.‘
‚Ich bin vergangenen Donnerstag das erste Mal wieder auf einem Pferd gesessen. So ein Ritt mit Egerton ist die beste Therapie. Am Montag war ich mir selbst noch nicht ganz sicher , ob ich am Wochenende schon wieder reiten kann, aber dann hatte ich keine Bedenken mehr. Naomia ist eine kleine Stute, aber mit einer gewaltigen Aktion. Ich habe ihr unterwegs eine kleine Pause gegeben‘, so Torsten Mundry über die Monsun-Tochter.
Laeya Star unterlag in allen Ehren, stellte die Form aus dem Klassiker wo sie angaloppiert wurde richtig. ‚Damals war sie sehr unglücklich. Ich bin hochzufrieden, Andrasch Starke hat sie phantastisch geritten. Er selbst ist totunglücklich, da die Stute in der Geraden zwei Fehler machte und nicht gerade blieb, was das Rennen wohl gekostet hat. Wichtig war aber, zu sehen, ob sie diese Distanz bewältigt. Die weitere Route ist noch offen‘, sagte Trainer Uwe Ostmann über die Royal Dragon-Tochter, die eine Nennung für den Hamburger Stutenpreis besitzt.
‚Laeya Star ist sehr gut gelaufen und trotzdem ist es für mich ärgerlich nur Zweiter geworden zu sein. Sie hat in der Endphase einen Fehler gemacht. Das kostete den Sieg‘, so Andrasch Starke.
Majounes Song stand aus dem Vordertreffen gut durch, rettete den dritten Rang gerade noch über die Linie. Red Diva schien sie noch packen zu können, die auf 25:10 heruntergewettete Ittlingerin fand den Rennverlauf nicht passend vor.
‚Leider war es ein Sprintrennen, das lag ihr nicht‘, wusste Mario Hofer zu berichten. Waky Love besaß außen einen großen Moment, war jedoch alles andere als glücklich. Ihr Jockey Alessandro Schikora verlor in der Geraden die Peitsche, was gerade einmal eine Länge hinter Rang drei ein Platzgeld gekostet haben dürfte.










