Fiepe-Sieg mit Problem, Minarik-Verletzung, Toto-Minus

Leider wurde das ohnehin schon übersichtliche Feld im Schmidt-Pauli-Jagdrennen durch die Abmeldung von Hanseat noch weiter dezimiert. Der Spannung konnte dies allerdings keinen Abbruch tun, denn die beiden Favoriten der Prüfung lieferten sich ein erbittertes Duell.

Das meiste Vertrauen war mit Stall Jennys Fiepes Shuffle (Foto) gegangen, der schließlich beim zwölften Versuch über Sprünge auch seinen siebten Sieg im illegitimen Metier einfahren konnte. Jan Korpas ließ den eifrigen Siebenjährigen gleich richtig treten, hatte bald schon gut zehn Längen Vorteil auf Maxxwell und Gandolfino. Ohnehin trennte sich schon früh die Spreu vom Weizen, denn lediglich Maxxwell konnte schon Mitte der Gegenseite dem Piloten folgen.

Im Schlussbogen versuchte Fiepes Shuffle vorne noch einmal einen Satz zu machen, hatte drei, vier Längen Vorsprung auf den zwei Jahre älteren Konkurrenten Maxxwell, dieser kam vor dem letzten Sprung aber wieder näher und setzte auf der Flachen riesig nach. Immer näher kam Maxxwell, aber Fiepes Shuffle erreichte doch noch den rettetenden Hafen, bleibt damit beim dritten Start in Iffezheim ungeschlagen.

Jan Korpas ritt zuletzt nur mit den Händen, doch den Richterspruch als ‚leicht‘ mit einer halben Länge zu umschreiben, scheint etwas gewagt. Leider bekam der Big Shuffle-Sohn nach dem Rennen Kreislaufprobleme. Seine Führerin Claudia Berkholz tat das einzig Richtige, sprintete mit Fiepes Shuffle zum Absattelring, wo er mit Wasser und einer Infusion versorgt wurde und bald wieder in Ordnung war.

‚Das war ein guter Ritt, allerdings springt das Pferd die Hürden nicht so schön. Wir werden jetzt mit ihm ins Ausland gehen, aber wohin weiß ich noch nicht‘, so Trainer Christian von der Recke. 34 Längen hinter dem Zweitplatzierten Maxxwell stand Gandolfino früh als Dritter fest.

Am mit einiger Verspätung endenden zweiten Tag des Frühjahrs-Meetings, als die 727:10-Außenseiterin Rososterna im Ausgleich III für die Sensation schlechthin sorgte, gab es leider auch zwei Verletzungsfälle. Filip Minarik kam vor dem Rennen mit Merger, der dann zurückgezogen werden musste (Rückzahlung über 20.000 Euro), zu Fall, zog sich Blessuren an der Schulter zu, möchte sich in Köln behandeln lassen.

Carina Fey wurde im Lanson-Cup aus dem Sattel von Love Beauty (weshalb diese Stute als Debutantin im Listenrennen antreten musste, bleibt ein Rätsel) katapultiert, erlitt eine Gehirnerschütterung.

Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen, fast schon schwülen Temperaturen kamen 10.723 Zuschauer nach Iffezheim (10290 waren es im Vorjahr). 840.630,80 Euro flossen in den neun Prüfungen durch die Kassen (2006: 881.939,80 Euro), was einem Minus von 4,68 Prozent entspricht. Bleibt die Frage, ob es wirklich der Weisheit letzter Schluss ist, das Hindernisrennen als letzte Prüfung abzuhalten, der Umsatz bröckelte (auch aufgrund der kleinen Felder) an beiden bisherigen Tagen hier klar ab, auf unter 50.000 Euro.

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