Der beste europäische Araber, Stall Lucky Stables Robbie, hatte sich für seinen ersten Start auf Sand das wichtigste Rennen für Arabische Vollblüter ausgesucht. Trainer Andreas Trybuhl schickte den Fünfjährigen in das Dubai Kahayla Classic, ein 250.000 Dollar-Rennen der Gruppe I über 2000 Meter, das die spekakuläre 21-Millionen-Dollar-Karte bei strahlendem Sonnenschein am Samstag in Nad Al Sheba eröffnete.
Und der Deutsche gab nach seinem dritten Rang in Qatar auch in der noch weitaus anspruchsvolleren Aufgabe eine exzellente Vorstellung, wurde Vierter, was 50.000 Dollar Prämie einbrachte.
Jockey Adrie de Vries (Foto), der den Makzan-Sohn in den vergangenen Wochen am Persischen Golf begleitet hatte, wartete zunächst an drittletzter, vorletzter Stelle den Gang der Dinge ab, während Al Jalfane vor dem Favoriten Madjani die Pace diktierte. Doch Mitte der Geraden schlüpfte er mit Robbie an der Innenseite durch, und es sah so aus, als könnte der deutsche Hoffnungsträger gewinnen.
Einige Momente behauptete er die Spitze, doch dann wurde er von drei Konkurrenten überlaufen. Mit großem Antritt schnappte Madjani zu, sicherte Besitzer Hamdan Al Maktoum (hatte vier Pferde im Rennen) nicht nur zum fünften Mal hintereinander diese Prüfung. Er trug sich auch selbst zum dritten Mal in die Siegerliste ein, steht damit in einer Reihe mit dem legendären Alanudd. Jockeys Richard Hills hatte die richtige Wahl getroffen, war zum vierten Mal hier erfolgreich.
Hinter dem von zweiter Position aus bestens durchziehenden Madjani aus dem Stall von Gillian Duffield folgte mit dem 1,25 Längen zurück endenden Charh ein weiteres Hamdan-Pferd, dahinter kam auch Mizzna noch an Robbie vorbei, der nur 3.25 Längen hinter dem Sieger war.
‚Wir sind sehr zufrieden mit Robbies Laufen. Er hatte einen ganz starken Moment. Vielleicht ist ihm zum Schluss die Distanz um zweihundert Meter zu weit geworden. Ich dachte schon, es wäre wie in Istanbul alles erledigt‘, erklärte Jockey Adrie de Vries. Besitzerin Gerda Kok-Cornet ergänzte: ‚Wir waren das erste Mal hier in Dubai, und Robbie startete zum ersten Mal auf Sand. Wir sind happy.‘
In bestechender Manier wurde Mike de Kocks Asiatic Boy im UAE Derby (Gruppe II, 2 MIo. Dollar, 1800 m) allem Vertrauen gerecht. Nach drei imponierenden Erfolgen in Nad Al Sheba, darunter den UAE 2000 Guineas musste die 19:10-Chance aus einer der äußeren Boxen mit Weichong Marwing sehr weite Wege in Kauf nehmen. In äußerer Spur erreichte der Favorit an zweiter Stelle die Gerade, um ich bald schon auf einen Rush zu verabschieden.
Wie ein Pferd von ganz anderer Klasse marschierte er den Gegnern auf 9,5 Längen davon. Überraschend arbeitete sich der in England von Brian Meehan trainierte Jack Junior auf den Ehrenplatz vor dem Saudi-Arabier Adil.
Folk (Zehnte), die beim ersten Versuch gegen die Hengste nie an die Spitze kam und rasch abbaute, sowie Frankie Dettoris Ritt Eu Tambem (Siebter) blieben wirkungslos.
In die USA ging die Godolphin Mile (Gruppe II, 1 Mio. Dollar, 1600 m), was seit 2002 nicht mehr der Fall gewesen war. Diese Durststrecke beendete mit Spring At Last ein vierjähriger Hengst, der durchaus zum erweiterten Favoritenkreis zählte.
Bis es soweit war entwickelte sich ein ‚Drei-Länder-Kampf‘, wie es der Rennkommentator ausdrückte. Der Lokalmatador Parole Board, der Südafrikaner Mullins Bay und Spring At Last, die schon zu Beginn hinter dem Piloten Nelore Pora eine sehr gute Position eingenommen hatten, setzten sich Mitte des Einlaufs von der Konkurrenz ab.
Lange schien Parole Board hinzukommen, doch plötzlich rappelte sich der weiter innen galoppierende Spring At Last noch einmal so richtig auf. In großer Manier löste sich der Silver Deputy-Sohn unter Garrett Gomez auf 2,75 Längen von Parole Board und Mullins Bay, deutlich dahinter spurtete Gary Tanakas Dixie Meister nach wenig glücklichem Rennverlauf noch auf den vierten Rang vor.
Von Godolphins Killybegs (Vorletzter), der innen nicht durchdrang, und Court Masterpiece (Fünfter) war ebensowenig zu sehen wie von dem Deauville-Triumphator Merlerault (Achter).
Immerhin zu einem Erfolg an einem ansonsten für ihn doch ziemlich enttäuschenden Abend kam Frankie Dettori. Mit dem Dubai Golden Shaheen (Gruppe I, 2 Mio. Dollar, 1200 m) holte er sich die wichtige Sprint-Prüfung des Abends.
Auf dem Amerikaner Kelly´s Landing, einem sechsjährigen Wallach aus dem Stall von Eddie Kenneally, wehrte der Godolphin-Jockey nach einem frühen Angriff (er war unterwegs Zweiter hinter Bishop Court Hill) alle Attacken des zweiten Amerikaners Friendly Island mit einer halben Länge ab.
Dagegen besaß der Lokalmatador Salaam Dubai als Dritter keine Siegchance, blieb vor Harvard Avenue und damit einem weiteren US-Pferd. Als Sechster besaß Breeders´ Cup-Sieger Thor´s Echo nicht den Hauch einer Chance. Die hochgehandelte Südafrikanerin National Colour wurde gar nur Letzte.












