Am frühen Freitagabend standen die deutschen Turffreunde kurz vor einem kollektiven Herzinfarkt. Es wurde ihnen auf dem Nad Al Sheba-Kurs in Dubai ein Thriller geboten, den man selten zu sehen bekommt.
Die Hauptrolle darin spielten der Ex-Franzose und zweifache Gruppe I-Sieger Laverock und unser großer Hoffnungsträger Quijano (Foto).
In der mit 175.000 Dollar dotierten Gulf News Trophy, einem mit 175.000 Dollar dotierten Handicap über die Distanz von 2400 Metern, entwickelte sich beim Racing Carnival eine Auseinandersetzung, die den Geräuschpegel in allen Buchmacherläden und Wettannahmestellen enorm anschwellen ließ.
Quijano erreichte als Sechster die Gerade, musste einiges aufholen. Laverock, der seinen ersten Start für Dubai-Interessen absolvierte, hatte sich Mitte der Geraden einen Vorteil verschafft. Gravitas (Fütnfter) tat sich aus bester Lage schwer. In der Distanz sprach eigentlich schon alles für Laverock (Kevin McEvoy).
Quijanos Jockey Michael Kinane hatte an der Außenseite aber nun den entscheidenden höheren Gang auf Quijano gefunden. Der Acatenango-Sohn wurde immer stärker, explodierte förmlich, doch man glaubte kaum, dass er Laverock, der dreieinhalb Kilo mehr tragen musste, noch erreichen würde.
Mit einer unglaublichen Speed- und Kampfleistung und einem Finish, das nur wenige außer Michael Kinane, der Star beim diesjährigen Racing Carnival im Sattel, zeigen können, raufte sich Quijano noch vorbei.
Der Fährhofer sicherte sich auf der Linie einen hauchdünnen Vorteil vor Laverock, Dritter wurde der Brittain-Schützling Hattan, während Encinas (ein Ex-Fährhofer, der vor einem Jahr in Dubai siegte) nach sehr langer Pause als Vorletzter vor dem Schlenderhaner Corriolanus keine Rolle spielte.
Auf sage und schreibe 17:10 war Quijano bei seinem zweiten Wüsten-Triumph bei den englischen Buchmachern heruntergewettet worden. Und er wurde diesem immensen Vertrauen gerecht, ist nun bestens gerüstet für das Sheema Classic am World Cup-Tag.
‚Ich kannte meinen Gegner Laverock, musste etwas mehr tun als erhofft, aber Quijano ist ein ganz tolles Pferd‘, freute sich Mick Kinane nach dem zweiten Coup mit dem Schützling von Peter Schiergen, der nach seinem Armbruch nicht live dabei sein konnte.
‚Der Trainer hat jetzt sicher keine Schmerzen mehr‘, scherzte Fährhofs Racing Manager Simon Stokes. ‚Quijano hat jetzt sein neuntes Rennen hintereinander gewonnen, das schaffen nur ganz wenige. Er hat heute einen Gruppe I-Sieger geschlagen.
In drei Wochen haben wir ein Gruppe III-Rennen für ihn ausgesucht. Er ist ein Riesenkämpfer, hat gezeigt, was in ihm steckt. Und dann könnte er ins Dubai Sheema Classic gehen, aber das werden wir mit dem Trainer abstimmen.‘
GaloppOnline.de gratuliert dem Quijano-Team. Erneut ist Turf-Deutschland stolz auf diesen Wallach!
Eine großartige Vorstellung bot der von Mike de Kock trainierte heiße Favorit Asiatic Boy (John Murtagh) in den UAE 2000 Guineas (250.000 Dollar, 1600 m), der der Konkurrenz, angeführt von Traffic Guard und Rallying Cry, davoncanterte.










