International Classification: Prince Flori bester Deutscher

Der für Shadwell Stables (Eigner Sheikh Hamdam Al Maktoum) star­tende In­va­sor steht an der Spitze der “Top 12“ des International Rankings für 2006, das am Dienstag in London veröffentlicht wurde. Der von Kiaran Mc­Laughlin trainier­te fünfjährige Sohn des Argentiniers Candy Stripes erhielt nach seinen Erfolgen in 4 Grade-I-Rennen ein Ran­king von 129.

Bewertet wurden nur Pferde aus Län­dern, deren Saison vom 1. Januar bis zum 31. De­zember läuft. Die ersten drei Plätze gingen an in den USA trainierte Pferde, denn hinter Invasor folg­ten der von Tom Albertrani für das Darley Stud trai­nier­te Bernardini (128) und der in den Godolphin-Farben startende und in der Ci­gar Mile (Grade I) siegreiche Discreet Cat (128), womit das Trio vorne stand, das auch bei den Dreijährigen die Spitzen­positionen eingenom­men hatte.

Bernardini blieb 2006 in sechs Rennen, darun­ter den Preakness Stakes, Travers Stakes und dem Joc­key Club Gold Cup (alle Grade I) unge­schlagen, ehe ihm zum Abschluss der Rennkarriere der stark en­dende Invasor in Churchill Downs Treffer Nummer sieben verwehrte.

Der von Saeed Bin Su­roor für Godolphin vorbereitete Dis­creet Cat hat Invasor schon einmal eine sehr deutliche Niederlage beige­bracht, als er ihm im UAE Derby auf der Du­bai-Rennbahn Nad Al Sheba im­mer­hin sieben Längen abnahm. In­vasor ant­wortete daraufhin mit einer Serie von vier Siegen, während Discreet Cat bei seinen drei USA-Auftritten unge­schlagen blieb.

Der vierte Platz in der Weltrangliste, die Dreijährige sowie Vierjährige und Ältere umfasst, wurden von den internationalen Handi­cappern zu gleichen Teilen an Lava Man und Deep Impact vergeben. Lava Man, der Star des Auf­ge­botes des in Kalifornien tätigen Trainers Doug O‘ Neill, war 2006 in sechs seiner sieben Starts erfolgreich, gewann dabei mit dem Santa Anita Handicap, Charles Whittingham Memorial Handicap, Holly­wood Gold Cup und dem Pa­cific Classic vier Grade-I-Rennen.

Diese Leistun­gen waren dem Gremium die Marke von 127 wert, die auch dem japanischen Superstar und künftigen Deck­hengst Deep Impact, Arc-Sieger Rail Link und dem irischen Top-Meiler Ge­or­ge Washington, Sieger der 1.000 Guineas in England und der Queen Eli­za­beth II Stakes (jeweils Gruppe I) zugesprochen wurde.

Für seinen Sieg im „Run for the Roses“ erhielt Derbysieger Barbaro, der sich von den schweren Verlet­zun­gen, die er sich in den Preakness Stakes zugezogen hatte, erholt, die Marke von 126, mit der auch Hurricane Run, der World Champion von 2005, und der von Aidan O‘ Brien trainierte Dylan Thomas, siegreich im irischen Derby und den irischen Champion Stakes, versehen wurden.

Den Abschluss der Liste bil­den Electrocutionist, Dubai World-Cup-Sieger für Godolphin und später im Jahr eingegangen, sowie der von Georg Baron von Ullmann gezo­gene Gruppe-I-Sieger Shirocco, u. a. erfolgreich im Deutschen Derby (2004), Breeders‘ Cup Turf (2005) und Coronation Cup (2006).

Als beste Stute wurde die von Alain de Royer-Dupre trainierte Pride ermittelt, der eine Marke von 123 zugesprochen wurde. Als Sechsjährige gewann sie Gruppe-I-Rennen in Hong Kong, England und ihrer Heimat Frankreich, war dazu noch Zweite im Prix de l‘ Arc de Triomphe.

Der Sieg im Pacific Hong Kong Cup auf Sha Tin im Dezember war der geglückte Abschluss einer glor­reichen Karriere und letztendlich auch mitentscheidend, dass sie als beste Stu­te aus der Wahl hervorgegangen ist. Knapp zurück folgte Ouija Board (122), die ihre Marke vor allem dem Gewinn des Breeders‘ Cup Filly & Mare Turf verdankt. In der Spitzengruppe der Stuten platzierten sich noch Alexan­der Goldrun (119), Gorella, Alexandrova, Mandesha und Wait a While, die 118 erhielten.

Auf die selbe Einschätzung wie Ouija Board brachte es im Übrigen auch Ara­gorn, der unter der Regie des US-Trainers Neil Drysdale mit der Shoemaker Breeders‘ Cup Mile und dem Eddie Read Handicap zwei Grade-I-Rennen auf sein Konto brachte und seinen Ruf als bestes US-Pferd auf Gras festigte.

Der von Sascha Smrczek für den Hamburger Stall Reni trainierte Prince Flori (Foto), unter Filip Minarik Sieger im Großen Preis von Baden, war mit der Marke von 116/GAG 98 das am besten platzierte Pferd aus den deutschen Ställen in der von Bernardini vor Discreet Cat und George Washington angeführten Liste der Dreijährigen.

Da­hin­ter folgten Flashing Numbers, Sieger im Prix Eugene Adam (Gr. II) für Trai­ner Mario Hofer, der Trainingsgefährte und inzwischen in die Zucht abge­wan­derte Lord of England, Sieger im Großen Dallmayr von München (Gr. I), sowie der deutsche Derbysieger Schiaparelli und Lateral, 2006 dreimaliger Gruppe-Sieger für Peter Schiergen, denen 115/97,5 zuge­standen wurden.

Der Titel bei den Sprintern musste unter Takeover Target, Thor‘s Echo und Henny Hughes (alle 120) geteilt werden. Takeover Target punktete auf höchster Gruppe-Ebene in Austra­lien, England und Japan, wäh­rend Thor‘s Echo im Breeders‘ Cup Sprint (Grade I) triumphierte und Henny Hughes in den Vosburgh Stakes (Gr. I) die Nase vorne hatte. Als höchstein­ge­schätzter europäischer Sprinter erwies sich Les Arcs, Sieger der Golden Jubi­lee Stakes und des July Cups (beide Gr. I).

Mit seiner Marke von 118 lag er knapp vor Desert Lord und Reverence, deren Leistungen, Gruppe-I-Siege im Prix de l‘ Abbaye bzw. Nunthorpe Stakes und Haydock Sprint Cup, den Han­di­cappern die Marke von 117 wert waren. Marchand d‘ Or (116) erwies sich als der führen­de dreijährige Sprinter, während Yeats (121) die Wertung bei den be­sten Stehern Eu­ro­pas gewann. Er wurde damit höher eingeschätzt als der Japaner Delta Blues, der u. a. den Melbourne Cup gewann, in dem Yeats ledig­lich Platz sieben erreicht hatte.

Als bester Steher weltweit wurde aller­dings Deep Impact ermittelt, der mit seiner Marke von 123 allerdings um vier Pfund geringer eingeschätzt wurde als bei seinen Auftritten über kürzere Dis­tanzen.

Bei den Zweijährigen gingen die Spitzenpositionen in Europa an Pferde aus dem Stall des Iren Jim Bolger, der mit dem ungeschlagenen Teofilo (123) vor Holy Roman Emperor (123) und Dutch Art (121) bei den Hengsten ebenso den Sieger stellte wie mit Finsceal Beo (121) bei den Stuten.

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