Der Run auf die Sandbahnrennen zur Zeit ist ungebrochen. Zwar kommen immer wieder neue Hiobsbotschaften, doch die Ställe wollen mit ihren Pferden laufen. Und der aktuelle Konzentrationsprozess auf den Sonntag führt auch diesmal in Neuss zu einer Mammutkarte.
Dank einer Teilung wartet man am Hessentor – wie schon die Dortmunder vor acht Tagen – mit zwölf Rennen auf, will allen Quartieren die Chance geben, auch in dieser Jahreszeit Geld zu verdienen.
Und es ist alles andere als ein „business as usual“-Programm. Enorm viel Abwechslung zeichnet die Rennen aus. Das letzte fünfstellig dotierte Rennen des Jahres, ein „Rennen des Tages“, der erste Lauf eines Amazonenwettbewerbs und sogar ein Hürdenrennen werden die Herzen der Fans höher schlagen lassen.
26.000 Euro winken im BBAG Auktionsrennen Neuss, das noch einmal bessere Vertreter des Derby-Jahrgangs anspricht. Mit zehn Kandidaten ist auch ein adäquates Feld zusammengekommen.
Mario Hofer, Tim Gibson und Michael Sowa schicken sogar eine „Doppelspitze“ in dieses Sand-Highlight. Famous (Adrie de Vries) bringt aus dem Aufgebot des Krefelder Trainers möglicherweise die besseren Refenzen mit, war der Hengst doch sogar schon im Ausgleich II weit vorne. Let go (Peter Heugl) profilierte sich zuletzt in erster Linie in Frankreich.
Gibsons Zoom (Andre Best) dürfte es deutlich einfacher als in einem Listenrennen auf Gras antreffen, während sein Trainingsgefährte Rob Roy (Alexander Pietsch) im Halleschen Auktionsrennen erst einmal an Grenzen stieß. Aber allzuviel wird in dieser Gesellschaft nicht verlangt.
Dort konnte auch Sowas Nouveau Prince (nun mit Eugen Frank) wenig bewegen, dürfte aber gegenüber dem im Handicap zuletzt ziemlich enttäuschenden Tamas (Jozef Bojko), der zuvor am Hessentor in der Maidenklasse imponiert hatte, mehr Kredit verdienen.
Sogar der alte und neue Champion Peter Schiergen will es noch einmal wissen, sattelt die Tertullian-Tochter Alinghi (Andreas Helfenbein). Man darf davon ausgehen, dass die Fuchsstute kaum bei ihrem Ausgleich III-Treffer stehenbleiben wird.
Angelika Glodde nimmt mit Pythonga (Jiri Palik) die weite Reise aus Halle auf sich, einer Lady, bei der Licht und Schatten häufig wechseln, die man aber nicht abschreiben darf. Das beweisen schon die Erfolge von Signum im Orsini-Rennen auf dieser Bahn sowie kürzlich in einem Bremer Listenrennen.
Für Vices (Andreas Göritz), der gerade ein Handicap in Dortmund gewann, und vor allem für den noch sieglosen Saalehimmel (Hana Mouchova) sieht es doch recht knifflig aus.
Sogar die Zweijährigen geben sich am Sonntag die Ehre, anschließend geht der Kampf um den Preis der Perlenkette, den traditionsreichen Amazonenwettbewerb, in die erste Runde. Das Finale steigt am 26. Dezember. Dank einer Initiative engagierter Hindernisfans können erstmals auch wieder Hürdler im Winter antreten. Diese Prüfung führt allerdings über die Grasbahn.
In einem Altersgewichtsrennen kommt es sogar zum neuerlichen Duell zwischen Grantley und Gandolfino (Foto), den beiden Protagonisten des Sandbahn Grand Prix 2006. 10.000 Euro locken erneut als garantierte Gewinnsumme in der zehnten Prüfung, dem „Rennen des Tages“, einem ausgesprochen kniffligen Ausgleich IV.











