Vor zwei Jahren wurde das Team um den Deutschen Epalo im Rahmen der Hong Kong International Races als World Series Champion 2004 geehrt. Besitzer Gary Tanaka und Trainer Andreas Schütz standen dank des Lando-Sohnes ganz oben auf dem Treppchen. Die World Series Racing Championship ist inzwischen Geschichte.
So recht ist noch nicht durchgesickert, ob diese inoffizielle Galopp-Weltmeisterschaft, die man einmal mit der Formel I verglich, eines Tages wieder zum Leben erweckt wird.
Der Attraktivität der erneut von der Fluglinie Cathay Pacific gesponserten vier lukrativen Hong Kong International Races tut dies jedoch nicht den geringsten Abbruch.
Ähnlich wie 2005 (Epalo wurde Sechster im Hong Kong Cup) ruhen die deutschen Hoffnungen auf einem Hoffnungsträger, der große Run aus hiesigen Quartieren auf die Einladungsrennen ist ausgeblieben: Stall Reckendorfs von Peter Rau vorbereiteter Egerton (Foto) bestreitet unter Stalljockey Torsten Mundry die Hong Kong Vase (14 Mio. HK-Dollar, 1,8 Mio. US-Dollar, 2400 m).
In dieser Saison gewann der Fünfjährige, der nach einer Verletzungspause wieder zu alter Klasse zurückgefunden hat, u.a. den Idee-Hansa-Preis und glänzte mehrfach mit ausgezeichneten Platzierungen auf höchster Ebene. Zuletzt erreichte er im Gran Premio del Jockey Club e Coppa d´Oro Rang vier in Mailand.
Natürlich muss der Groom Dancer-Sohn nun noch eine Schippe drauflegen, will er ganz vorne sein. „Wenn er unter den ersten Fünf landet, ist er gut gelaufen“, meint Torsten Mundry.
Box sieben bekam Egerton zugelost, doch spielen bei 2400 Meter die Startnummern nur eine untergeordnete Rolle. Doch die Aufgabe erscheint alles andere als einfach, muss Egerton wohl noch eine Schippe zulegen.
Denn von den neun Kandidaten, die sich dem Groom Dancer-Sohn in dieser Prüfung in den Weg stellen, scheint eine Stute kaum zu schlagen: Lord Derbys von Ed Dunlop trainierte Ouija Board möchte beim letzten Start ihrer unvergleichlichen Karriere (danach wechselt sie in die Zucht) ihren Titel verteidigen. Vor einem Jahr imponierte die Lady mit einer grandiosen Vorstellung, machte sich überzeugend von starken Konkurrenten frei. Die Breeders´ Cup Filly & Mare-Siegerin bringt einen dritten Rang aus dem Japan Cup als jüngste Empfehlung mit in die Ex-Kronkolonie.
„Die Stute hat die Reise aus Japan sehr gut weggesteckt“, heißt es aus dem Lager der Cape Cross-Tochter, die ihren achten Gruppe I-Treffer anpeilt. „Sie ist genau dort, wo wir sie haben wollen. Ein erstaunliches Pferd.“ Wie schon mehrfach bei den jüngsten Starts wird Frankie Dettori im Sattel sitzen.
Alain Swinbanks Canadian International-Sieger und 2005 im Gerling-Preis erfolgreicher Collier Hill, Aidan O´Briens Scorpion, Fünfter im Breeders´ Cup Turf, sowie der in vielen Schlachten erprobte Hamdan Al-Maktoum-Vertreter Maraahel (Trainer Sir Michael Stoute) sowie die Stuten Kastoria (John Oxx), die Irish St. Leger-Siegerin, und Aga Khans Shamdala (Alain de Royer-Dupre) – knapp vor Le Miracle als Zweite im Prix du Cadran – sind die weiteren europäischen Hoffnungen. Aus Japan reisen Song of Wind und Admire Main an, während das Gastgeberland nur durch Saturn vertreten wird.












