Unter der Regie von Christian von der Recke gewann er als Zweijähriger das Kölner Oppenheim-Rennen und ein Jahr später zwei Ausgleiche I in Bad Doberan und Hamburg. Danach erfolgte ein Besitz- und Trainerwechsel, woraufhin der Lord of Men-Sohn in den Ittlinger Farben guter Zweiter zu Lateral in der Großen Europa-Meile für Trainer Peter Rau (Foto) wurde.
Der Warendorfer ist allerdings nicht dabei, wenn Vega’s Lord am Sonntag seine Abschiedsvorstellung für dieses Quartier bestreitet. Denn er hat einen erneuten Besitzwechsel hinter sich, startet dann bereits für Gary Tanaka, der seiner Leidenschaft, gestandene Gruppe-Pferde weltweit zu kaufen, ungeachtet aller persönlichen Probleme (er steht in den USA wegen des Verdachts des Verstoßes gegen die Fondsbestimmungen unter Hausarrest) unverändert frönt.
So zählt nun auch der von seinem früheren Besitzer Horst Kagel gezogene Vega’s Lord zu seinen Neuerwerbungen, dem zum Einstand gleich eine äußerst anspruchsvolle Aufgabe gestellt wird. Der Hengst gehört zu den voraussichtlich neun Startern des Hollywood Derbys, das am Sonntag auf der Rennbahn Hollywood Park/Los Angeles ausgetragen wird und in dem über 2000 Meter stattliche 500.000 Dollar zu verdienen sind.
Den Flug in die USA hatte er in Begleitung von Peter Raus Stalljockey Torsten Mundry gemacht, dessen Hoffnungen auf den Ritt im Hollywood Derby nur Hoffnungen blieben. Wie der Jockey auch schon vermutet hatte, entschied sich Tanaka für einen amerikanischen Reiter, den in der Statistik weit vorne rangierenden Aaron Gryder.
Als Favorit wird allgemein Showing Up gehandelt, der am Dienstag aus New York kommend in Los Angeles eingetroffen ist. Er tritt als sechsfacher Sieger in acht Rennen an, darunter in drei von vier Prüfungen auf Gras, gehört somit zur US-Elite auf diesem Untergrund.
Mit den Secretariat Stakes in Arlington hat er unlängst sein erstes Grade-I-Rennen gewonnen. Der Hengst gilt zudem als ausgezeichnetes Reisepferd, denn in seiner Erfolgsbilanz stehen Erfolge in fünf US-Bundesstaaten. Trainer des voraussichtlichen Favoriten ist Barclay Tagg, mit dessen Ankunft am Tage des Rennens gerechnet wird. Er startet in den Farben der Lael Stables von Gretchen und Roy Jackson, denen auch der Kentucky-Sieger Barbaro gehört.
Dieser befindet sich nach seiner schweren Verletzung in den Preakness Stakes, die das Schlimmste erwarten ließ, auf dem Weg der Besserung und scheint über dem Berg zu sein. Gespannt sein darf man, wie sich Brother Derek, ein Grade-I-Sieger auf Dirt, bei seinem ersten Grasbahn-Start aus der Affäre zieht. Die Arbeitsleistungen gaben Anlass zu Zuversicht, was auch für den von Torsten Mundry in der Morgenarbeit bewegten Vega’s Lord gilt, der seine Haut so teuer wie möglich verkaufen will.
Man weiß natürlich um die Schwere der Aufgabe, „doch jedes Rennen muss erst einmal gelaufen werden“, wie es heißt. Vega’s Lord ist einer von zwei europäischen Gästen (das aber am Sonntag, denn er bleibt anschließend in den USA), denn auch der von Aidan O‘ Brien trainierte Ire Ivan Denisovich ist unter den Startern. Der Hengst hat bereits Bekanntschaft mit dem US-Rennsport gemacht, denn er landete in den Secretariat Stakes (Grade I) auf dem zweiten Platz hinter Showing Up.
Am Sonntag ergibt sich somit die Chance auf eine Revanche. Das Hollywood Herbst-Meeting, das am 1. November begann, dauert noch bis zum 18. Dezember. Mit dem Matriarch Handicap gibt es an diesem Sonntag noch ein zweites mit 500.000 Dollar dotiertes Grade-I-Rennen. Insgesamt werden am sogenannten Thanksgiving Holiday Weekend vom Freitag bis Sonntag sechs Grade-Rennen (dreimal I/dreimal III) ausgetragen.











