Das ist es, was den Galopprennsport ausmacht. Enorme Spannung bis zur Ziellinie. Während des Preises der Deutschen Einheit am Nationalfeiertag in Hoppegarten riss es die Besucher förmlich von ihren Parkbahn-Sitzen. Ein Endkampf entwickelte sich, der wahrlich nichts für schwache Nerven war.
Der vom Start weg führende Derby-Vierte Saddex (Torsten Mundry) schien Start-Ziel seinen Vorteil fast schon nach Hause bringen zu können. Die Wetter des 16:10-Favoriten glaubten sich auf der Siegerstraße. Doch das war eine Rechnung ohne einen Superstar im Rennstall, eine Rechnung ohne Kieren Fallon.
Der Ballydoyle-Mann setzte die Schlenderhanerin Karavel an der Außenseite ein, ließ sie in aller Seelenruhe ihren Speed entwickeln, und dort zog die Diana-Zweite trotz einer längeren Pause mächtig an.
Buchstäblich auf der Linie hatte Fallon die nur noch wenige Wochen von Peter Schiergen trainierte Monsun-Tochter und Schwester des Fährhofer Stallions und Champion Zweijährigen Königstiger an Saddex vorbei. Aber nur mit einem kurzen Kopf! Wie ihr Bruder Königstiger bewieß Karavel unheimlichen Kampfgeist.
Was für ein Fight, und damit hatte Fallon wie schon vor gut einer Woche im IVG – Preis von Europa mit Youmzain den Kollegen Torsten Mundry noch abgefangen. 2:0 im Duell Fallon gegen Mundry.
Dritter wurde die Fürstenberg-Rennen-Siegerin Waleria, die mit Viktor Schulepov ebenfalls schnell endete und als Dritte dichtauf endete vor White Lightning, der seinen Triumph aus Iffezheim ebenfalls bestätigen konnte. Dwilano wusste als Fünfter in einem völlig formgemäßen Finale ebenfalls zu gefallen.
‚Karavel hatte ein kleines Tief, wir hatten auch so recht kein passendes Rennen vorher für sie‘, erläuterte Peter Schiergen. ‚Kieren Fallon hat einen tollen Ritt hingelegt.‘
Angemeldet ist Karavel nun für die December Sales in Newmarket, doch ist ein Auftritt dort im Ring noch nicht definitiv fixiert. Man hat auf Schlenderhan allerdings zwei rechte Schwestern von ihr, ihre Schwester Kitcat avancierte ja bekanntlich ebenfalls zur Stakes-Siegerin.
Saddex´ Trainer Peter Rau erklärte: ‚Kein anderer wollte gehen, da hat er selbst das Tempo machen müssen. In jedem Falle haben wir ein sehr starkes Pferd für die nächste Saison.‘
Es war ein Klasse-Nachmittag vor den Toren Berlins mit 15.000 Besuchern und einem sehr guten Umsatz, der deutlich über 300.000 Euro gelegen haben dürfte. Bei den Zweijährigen setzte sich die favorisierte Röttgenerin Naomia (Torsten Mundry) durch, auch Stall Sparenburgs Dane Wells kam bei den Dreijährigen zu einem verdienten Erfolg.











