‚Dieser Sieg heute war extrem wertvoll. Wir wussten, dass sie eine gute Stute ist. Es war nur schwierig, die richtige Distanz herauszufinden‘, berichtete Schlenderhans Gestütsleiter nach dem doch etwas unerwarteten Erfolg der Tiger Hill-Tochter Anatola im IVG-EuroSelect-Preis (Listenrennen, 20.000 Euro, 2400 m) am Sonntag in Köln.
‚Sie zeigte sich schon zuletzt in Krefeld auf dem Vormarsch, die weitere Strecke war ideal. Ob sie im nächsten Jahr im Rennstall bleibt, ist noch nicht entschieden.‘ Andreas Suborics teilte Anatola alles bestens ein. Start-Ziel ließ dieses Team alle Attacken der Konkurrenz abblitzen.
Penelope Star, die außen an dritter Stelle auszumachen war, setzte kräftig nach, aber auch sie reichte nicht an die wacker durchziehende und locker nach Hause kommende Anatola heran. Dennoch verkaufte sich die Dreijährige gut genug in diesem sehr langsam gelaufenen Rennen.
Die Engländerin Kiswahili, ein ausgesprochenes Speedpferd, konnte einen guten Moment von vierter Position aus nicht ausbauen, für sie gilt Ähnliches.
Auf 19:10 war der Höny-Hofer Austriaco im Königstreuer-Rennen, einem Ausgleich I über die Meile, heruntergewettet worden. Ein Erfolg des Favoriten schien eigentlich nur eine Formsache zu sein. Doch Jockey Andreas Suborics wartete sehr zum Verdruss von Trainer Ralf Suerland (‚Er sollte an zweiter, dritter Stelle gehen, das war gegen die Order‘) an letzter Stelle zu lange ab.
Den vorneweg stiefelnden Auenqueller Glad Lion (55:10) erreichte er nicht mehr, der Schützling von Uwe Ostmann bekam von Andreas Boschert alles bestens eingeteilt. Dritter wurde Glad to be fast, der mit Höchstgewicht wacker dabeiblieb.
Wenn es einmal läuft, dann richtig. Eduardo Pedroza, aktuell in bestechender Form, verhalf dem Fährhofer Santiago Atitlan (Foto) im Jaxx-Europa-Sprint, einem weiteren 20.000er-Listenrennen über 1300 Meter, zu einem weiteren Triumph. Auch wenn er nach GAG-Einschätzung deutlich unter einigen anderen Kandidaten rangierte, bezwang der von Andreas Wöhler trainierte Vierjährige zur Quote von 48:10 das Höchstgewicht Shinko´s Best und Fulminant sehr sicher.
‚Bei der inneren Startnummer habe ich mich für die Innenseite entschieden und hatte Glück, dass die Lücke aufging‘, freute sich Pedroza nach dem Coup.
Besondere Freude dürfte am Sonntag auch in Hong Kong geherrscht haben, denn N. Chengs Viapervita (der Besitzer lebt in der Ex-Kronkolonie) erkämpfte sich in einem dramatischen Finish den Preis der Spielbank Bad Neuenahr, das dritte 20.000 Euro-Listenrennen über 1600 Meter.
Torsten Mundry rettete auf der 81:10-Chance einen hauchdünnen Vorteil von einem kurzen Kopf gegen die heranstürmende Mrs Snow. Die Favoritin Molly Art kam erst ganz spät nicht mehr mit und wurde Dritte.
‚Das war die beste Distanz für Viapervita. Sie hatte schon sehr gut gearbeitet. Sie ist verkauft und wechselt nun nach Amerika‘, erklärte Trainer Hans-Albert Blume.
In den zehn Rennen flossen 454.550,92 Euro durch die Kassen des Kölner Renn-Vereins, so dass man fast auf den Euro genau die für das Wochenende avisierten 700.000 Euro erreichte.












