Gro?e Derby-Revanche: Schiaparelli auf Samums Spur

In Baden-Baden gibt es am Sonntag, dem Abschlusstag der Großen Woche, eine große Derby-Revanche. Der 134. Große Volkswagen Preis von Baden (Gruppe I, 750.000 Euro, 450.000 Euro dem Sieger, 2400 Meter) steht fast komplett im Zeichen der Horner Aufeinandersetzung. Es wird nicht nur ein Duell, denn die vier Erstplatzierten des Derbys geben sich an der Oos die Ehre.

Seit dem großartigen Triumph von Schiaparelli (Foto) in Hamburg stand für den Stall Blankenese und Trainer Peter Schiergen fest, dass man in Iffezheim angreifen wird. Es könnte durchaus der letzte Saisonstart für den Monsun-Sohn sein, der ein ganz großes Ziel vor Augen hat – seinem Bruder Samum nachzueifern, der im Jahr 2000 das begehrte Doppel Derby-Großer Preis von Baden schaffte und seither das einzige deutsche Pferd war, das sich in die Siegerliste eintragen konnte.

Seither wanderte die prestigeträchtige Prüfung stets ins Ausland, in den letzten beiden Jahren war Warrsan eine Nummer zu groß für unsere Hoffnungsträger.

Diesmal könnten die Chancen für Schiaparelli kaum besser sein, diese Negativserie zu beenden und endgültig in einem Atemzug mit dem großen Bruder genannt zu werden. Erneut will Andrasch Starke ein Dream Team mit dem Fuchs bilden. Als Samum-Bruder und Monsun-Sohn sollte Schiaparelli auch gegen durchlässiges Geläuf nichts einzuwenden haben.

Eine glänzende Vorstellung bot auch der Röttgener Dickens als Zweiter in Blauen Band. Mit gewaltigem Speed trumpfte der Sieger des Dresdener Freyberger-Preises auf, schien sogar Schiaparelli gefährlich werden zu können. In jedem Falle steigerte sich der Kallisto-Sohn von einem Start zum anderen.

In Hamburg saß der Italiener Mirco Demuro im Sattel, nun engagierte man Andreas Suborics, den dominierenden Jockey der Saison und der Großen Woche, da Adrie de Vries das Gewicht nicht bringen kann.

Große Endgeschwindigkeit verriet auch der Auenqueller Oriental Tiger (Andreas Boschert) im Derby, der sich nach wenig günstigem Rennverlauf auf Platz drei vorarbeitete. Trainer Uwe Ostmann würde diese Prüfung nur zu gerne gewinnen, nachdem es vor zwölf Monaten mit Gonbarda nicht ganz geklappt hat.

Ein aufstrebendes Pferd ist sicherlich auch Saddex, der als Derby-Vierter die Revanche komplett macht, in Hamburg lange eine prominente Rolle spielte. „Er ist kaum schon voll erkannt, wird als Vierjähriger erst sein wahres Gesicht zeigen“, hatte Trainer Peter Rau vor längerer Zeit einmal gesagt. Eduardo Pedroza, der sehr starke Ritte in den vergangenen Wochen gezeigt hat, bekommt ddie Chance.

Und dann wäre da noch in der fünfköpfigen Gruppe der Dreijährigen der früh in der Saison zum Gruppesieger (vor Saddex) aufgestiegene Prince Flori (Filip Minarik sitzt erstmals im Sattel).

Aus allen Rohren feuert in dieser Prüfung Peter Rau, der neben Saddex noch zwei weitere Kandidaten im Rennen hat. Es ist schon interessant, dass Stalljockey Torsten Mundry diesmal nicht auf dem Dreijährigen sitzt, sondern sich für Stall Reckendorfs Idee Hansa-Preis-Sieger entschied.

Im Rheinland-Pokal der Sparkasse KölnBonn konnte der Groom Dancer-Sohn als Vierter den Hamburger Sieg nicht ganz bestätigen, doch hatte sich der Hengst mehrfach festgefahren und wenig glücklich agiert. Gerade in Iffezheim hat man seine Glanzvorstellung von 2004 nicht vergessen. Damals landete er als noch siegloses Pferd nur hinter Warrsan, aber noch vor Shirocco.

Einiges gutzumachen hat Donaldson (Adrie de Vries), der in Köln keine entscheidende Rolle spielte, aber immerhin mit dem Deutschlandpreis schon ein Gruppe I-Rennen auf seinem Konto stehen hat. Für den Ittlinger Lando-Sohn, der vieles passend braucht, wäre abgetrocknetes Geläuf sicher von Vorteil.

Während die Franzosen durch Abwesenheit glänzen und leider auch Andre Fabre Shirocco abgemeldet kommen (nach der Streichung von Munsef) immerhin zwei Engländer, doch hätte man sich sicher noch den einen oder anderen weiteren Kandidaten aus dem Ausland gewünscht.

David Wachmans Fracas aus Irland lieferte als Zweiter zu Cherry Mix schon in Köln eine tolle Partie, zumal es sich um den ersten Start nach einer Pause handelte. „Weicher Boden ist günstig. Er ist sehr gut auf dem Posten“, heißt es aus dem Lager des Vierjährigen, der Jamie Spencer im Sattel haben wird.

Umgekehrt ist die Bodenvorliebe bei Norse Dancer. „Er mag trockenes Geläuf viel lieber“, schildert Jockey John Egan über den Schützling von David Elsworth, womit aber trotz der steigenden Temperaturen und deutlichen Wetterbesserung an der Oos kaum zu rechnen ist. So richtig begeistern kann der aus Karlshofer Zucht stanmmende Sechsjährige aktuell nicht. Interessant: Jeder der neun Teilnehmer bekommt Geld, das zehnte Honorar von 9000 Euro spart man ein.

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