So gut wie niemals zuvor: Deloras ?berragender Endspurt

Sie ist auf dem absoluten Zenit ihres Könnens, scheint so gut wie nie zuvor: Stall Tobagos Delora, immerhin schon fünf Jahre alt, schnappte sich am Sonntag in Düsseldorf ihr zweites Listenrennen hintereinander. Und wie! Mit einer Speedleistung, die die zahlreichen Besucher auf dem Grafenberg von den Sitzen riss, spurtete die Außenseiterin wie schon kürzlich in Mailand den Konkurrentinnen davon.

Karoly Kerekes (Foto), der die Lavirco-Tochter auch im Großen Preis der Stadtsparkasse Düsseldorf, einem mit 25.000 Euro dotierten 1400-Meter-Rennen steuerte, wusste ganz genau, was er in der Hand hatte. Auf einem der letzten Plätze wartete der Jockey aus München mit Delora, während Annatira eine flotte Pace diktierte und dafür sorgte, dass die Favoritin Quadrupa gar nicht erst nach vorne kam.

Bereits im Schlussbogen hatte sich die Engländerin Heat of The Night an die zweite Position geschoben und im Einlauf dann lange wie die Siegerin ausgesehen. Terry Hellier eroberte einen Vorteil, den zunächst keine Konkurrentin verringern konnte.

In der Distanz geriet die Gaststute ein wenig aus der Spur und störte dabei Annatira, auch für die von weit hinten innen ansetzende Priere (Jean-Michel Breux) wurde es etwas eng.

Von alldem unbehelligt blieb Delora (84:10), die von weit hinten die Gegnerinnen überrollte und noch mit zweieinhalb Längen hinkam.

‚Wir waren schon mit sehr guten Erwartungen hierher gereist. Karoly kennt sie bestens, das hat sich ausgezahlt. Jetzt könnte es in einem Listenrennen in fünf Wochen wieder in Mailand weitergehen‘, erläuterte Deloras Coach Manfred Weber.

Heat of The Night verkaufte sich glänzend, auch Prieres Reise hatte sich gelohnt, die noch an der Engländerin vorbeikam und Zweite wurde, während Quadrupa (knapp vor Neila Vierte) nicht durchzog. ‚Sie ist halt doch ein Jahr älter geworden‘, meinte Christian von der Recke.

Es war ein tolles Highlight in Düsseldorf. Das Zweijährigen-Rennen ging an den Bona-Hengst Marzipan (Terry Hellier/Peter Schiergen), der leicht gewann und vom Pech des Favoriten Champus profitierte, der seinen Reiter Adrie de Vries beim Ausbrechen ins Gras setzte.

Im Ausgleich II war der heiße Favorit San Marco früh mit seinem Latein am Ende, kam offenbar mit dem weichen Boden überhaupt nicht zurecht und endete im geschlagenen Feld. Hier trumpfte der Außenseiter Apollo Star (Andrasch Starke) Start-Ziel souverän auf. Uwe Ostmann gewann drei Rennen mit Manichino, Royal Fong und Paquita.

Sehr mäßig fiel der Umsatz aus, wobei pünktlich zum letzten Rennen sintflutartige Regenfälle einsetzten. Mit 198.984 Euro verfehlte man sogar noch die 200.000er-Marke.

In Frankfurt begann die Veranstaltung mit einer erheblichen Verspätung, da erst kein Rettungswagen vor Ort war. Im Preis der Spielbank Wiesbaden (Ausgleich II) überrollte die von Hans-Jürgen Gröschel trainierte Caesarina (Victor Schulepov) das ganze Feld und verwies Tremolo und Flamingo Dream auf die Plätze. Mann des Tages war Jean-Pierre Carvalho mit drei Siegen.

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