Lordano zurückgesetzt – Neuroths Zakopane gewinnt am Grünen Tisch

Ein echter Thriller war das Silberne Pferd – der Ursula Rosendahl Preis, das Gruppe-III-Rennen des Tages im Weidenpescher Park. Gestüt Ittlingens Lordano und Zakopane aus dem norwegischen Stall Perlen kämpften die Kölner Zielgerade hinunter Kopf an Kopf um den Sieg über 3000 Meter. Das Zielfoto wies zunächst Lordano als Sieger aus, doch kurz darauf ertönte das Signal der Rennleitung: Das Rennen wurde überprüft.

Am Ende stand ein Protest gegen Lordano. Die Rennleitung sah den Ittlinger als Verursacher einer Behinderung und bewertete diese als rennentscheidend. Lordano wurde vom ersten auf den zweiten Platz zurückgestuft, Zakopane damit zum Sieger erklärt. Für Trainer Jan-Erik Neuroth war es der erste Sieg als Trainer in einem Rennen in Deutschland. Siegreiter Oliver Wilson hatte im Sattel noch knapp gegen Sibylle Vogt und Lordano das Nachsehen gehabt.

Der vierjährige Zarak-Sohn Zakopane war bislang nur in Skandinavien unterwegs. Im vergangenen Jahr gewann er das schwedische St. Leger, als er erstmals über 3000 Meter antrat. Danach war er auf dieser Distanz nicht mehr gestartet.

Rang drei ging mit zweieinhalb Längen Rückstand an Helvetios aus dem Training von Waldemar Hickst unter Benjamin Marie. Platz vier belegte Anspruch für Yasmin Almenräder unter Bauyrzhan Murzabayev. Peter Schiergens Narrativo war erneut nicht bereit, sich richtig am Rennen zu beteiligen, fiel nach wenigen Metern in ein sehr langsames Tempo zurück, wurde rasch abgehängt und früh angehalten.

Die Begründung der Rennleitung lautete wie folgt:

Etwa 100 Meter vor dem Ziel weicht der Sieger Lordano nach außen und stört dabei Zakopane, der außen angreift. Zakopane wird kurz und leicht behindert, kommt bis zum Ziel aber noch einmal bis auf einen kurzen Kopf – fast nur eine Nase – heran. Wir sind deshalb davon überzeugt, dass Zakopane ohne diese Behinderung vor Lordano eingekommen wäre. Die Rennleitung eröffnet daraufhin ein Protestverfahren gegen den Sieger Lordano wegen Behinderung des zweitplatzierten Pferdes Zakopane. Lordano wird vom ersten auf den zweiten Platz zurückgestuft, hinter Zakopane.

Die Entscheidung wurde am Kölner Absattelring mit deutlich hörbaren Buh-Rufen quittiert. Einige Zuschauer sahen offenbar keine rennentscheidende Behinderung. Im Rennfilm ist zu erkennen, dass es zu mehreren Berührungen kam. Womöglich war auch Zakopane für welche verantwortlich; die Rennleitung kam jedoch zu dem Schluss, dass Lordano eine rennentscheidene gemacht hatte und Zakopane dadurch entscheidend beeinträchtigt wurde. Auf den letzten Galoppsprüngen war Zakopane noch einmal näher an Lordano herangekommen. Am grünen Tisch stand schließlich der Vertreter des Stalles Perlen als Sieger fest.

 

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