Große Gefühle in Iffezheim, wo am Samstag Quest the Moon für einen ganz emotionalen Moment des Jahres sorgen konnte! Dessen Besitzer Hans-Gerd Wernicke war über viele Jahre ein großer Förderer des deutschen Rennsports, hatte einige Klasse-Pferde in seinen Reihen und baute in München einen Rennstall auf. Am 22. August verstarb Wernicke im Alter von 94 Jahren, ein großer Verlust für den Rennsport in Deutschland. Acht Tage später nun kam einer seiner Stars und auch eines seiner Lieblingspferde in Iffezheim an den Start. Eben jener Quest the Moon, der in Baden-Baden schon zwei Grupperennen gewinnen konnte, siegte zuletzt noch vor den Augen seines Besitzers im Großen Preis von Lotto Hamburg (Gr. III).
Nun trat er unter dem Namen Stall Salzburg-Erben im 70. Preis der Sparkassen-Finanzgruppe (ex Spreti-Rennen) an und sorgte für Gänsehaut auf der Iffezheimer Rennbahn, denn unter Rene Piechulek war der eisenharte neunjährige Wallach aus Görlsdorfer Zucht auch in diesem mit 55.000 Euro dotierten Gruppe III nicht zu schlagen. Risenjubel bei Rene Piechulek vor 9100 Zuschauern, der den Wallach kennt, wie seine Westentasche, und der über die letzten Jahre eine enge Beziehung zu Hans-Gerd Wernicke aufgebaut hatte. Unter anderem gewann er mit Stall Salzburgs Mendocino den Grossen Preis von Baden (Gr. I). „Dafür gibt es keine Worte. Das ist Geschichte und das Rennen hat nur für seinen Besitzer gewonnen“, so ein gerührter Siegjockey nach dem 2000 Meter.
„Wir haben immer an ihn geglaubt, und er weiß, wann der richtige Zeitpunkt ist“, sagte Sarah Steinberg nach dem Rennen. „Er begleitet mich schon seit Jahr achten, also vom Beginn meiner Trainerkarriere an. Er hat einen ganz besonderen Charakter. Das zeigt er uns jedes Jahr wieder.“
Zum Rennen: Unterwegs hatte man den Sea The Moon-Sohn Quest the Moon (3,7) innen etwas weiter im Hintertreffen sehen können. Vorne machte der im Besitz von Ingolf Heinecke stehende Atoso (Sarka Schütz/Alexander Pietsch) die Pace. Es folgten Stefan Hahnes Daydream Express (Henk Grewe/Leon Wolff) und Stall Siepenblicks Arnis Master (Andreas Suborics/Andrasch Starke). Rene Piechulek rücke dann am Boxendorf weiter auf und brachte seinen Partner auf freie Bahn. Bereits 300 Meter vor dem Ziel war Quest the Moon in Front und legte dann immer bequem zu. Arnis Master verteidigte den zweiten Platz vor dem stark nachsetzenden Petit Marin (Marcel Weiß/David Liska) aus dem Besitz von Dirk von Mitzlaff. Der englische Favorit Diego Ventura (Hamad Al Jehani/Faleh Bughenaim) lief enttäuschend, probierte zu Beginn der Zielgeraden zudem eine zu enge Passage zu nutzen. Er hing dabei immer etwas nach innen, so dass er am Ende ohne bessere Möglichkeiten den fünften Platz belegte.