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Volles Haus und tolle Pferde begeistern

„Vollblut trifft Warmblut“, die einzige Veranstaltung, bei der sich Vollblut- und Warmblutzüchter in einem großen Kreis treffen und austauschen können, musste im vergangenen Jahr leider aus Termingründen ausfallen. Doch seit geraumer Zeit stand fest, dass dieses bei den Zuchtinteressierten aus beiden Lagern beliebte Event wieder am 3. November 2013 im Westfälischen Pferdesportzentrum in Münster-Handorf stattfinden wird.

In Zusammenarbeit mit dem Westfälischen Pferdestammbuch und der Unterstützung des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen sowie des Bereiches Zucht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) lud der Warendorfer Rennverein dazu ein. Warmblut- und Vollblutzüchter, interessierte Reiter sowie die Vertreter aller Warmblutzuchtverbände, Landgestüte und Privathengsthalter konnten sich dabei zum Thema Vollblut informieren, Kontakte knüpfen und Ideen für die Zukunft entwickeln.

Als eine rundum gelungene Sache stellte sich das 5. „Schaufenster Vollblut“ dar, das am ersten Novembersonntag vom Warendorfer Rennverein im Westfälischen Pferdezentrum in Münster-Handorf präsentiert wurde. Rund 1.000 Besucher nahmen die Chance wahr, zahlreiche für die Warmblutzucht sehr interessante Vollbluthengste und -stuten zu begutachten.

Im Lot der angebotenen Pferde fand man sowohl junge Stuten mit für die Reitpferdezucht interessanten Pedigrees als auch ältere Stuten, die teilweise schon erfolgreich in der Warmblutzucht eingesetzt werden. Als völlig neuen Programmpunkt bot die Veranstaltung erstmals eine Eignungsprüfung für vier- bis sechsjährige Halbblutpferde an, die einschließlich ihrer Großelterngenerationen über einen mindestens 50-prozentigen Vollblutanteil verfügten. Diese für die Sportorientierten hochinteressante Premiere war für die Warmblüter mit 1.800 Euro recht hoch dotiert. Das war auch einer der Gründe, warum sogar Weltmeister und Olympiasieger der Disziplin Vielseitigkeit mit im Starterfeld waren und ihre jungen Nachwuchspferde präsentierten.

Der erst vierjährige Trakehner-Wallach No doubt von Herzruf – Lando aus der Zucht von Andrea Fischer-Brügge, der von der schwedischen Olympiareiterin Sara Algotsson-Ostholt gekonnt präsentierte wurde, entschied die Wertung für sich. Bereits vor drei Jahren beim Schaufenster Vollblut 2010 war die Mutter von No doubt im Finale dabei. Als Publikumsliebling in Münster-Handorf entpuppte sich der ebenfalls vierjährige Asagao, der vom Gruppe-I-Sieger aus Longchamp, dem Schlenderhaner Tertullian, und aus der Zucht von Markus Hoffrogge stammt.

Dabei zeigte sich Asagao als idealer Veredler für die Warmblutzucht und wurde auch folgerichtig Sieger bei der Vollblut-Hengstschau. Dass der bildhübsche Fuchs über ausgezeichnete Reiteigenschaften verfügt, bewies er noch zuvor bei der 70-Tage-Hengstleistungsprüfung im Haupt- und Landgestüt Marbach mit ausgezeichneten Noten. Als strahlende Siegerin bei den Stuten präsentierte sich Look of Love von Shirocco – Acatenango. Die im Gestüt Haus Ittlingen geborene Zweijährige wusste trotz ihrer Jugend die hochkarätig besetzte Bewertungskommission zu überzeugen und soll im kommenden Jahr ihre ersten Rennerfahrungen sammeln.

Sehr zufrieden mit der Veranstaltung zeigte sich Jan Antony Vogel, der Geschäftsführer des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen: „Wir haben einen tollen Tag mit ausgezeichneten Pferden und schönem Besucherzuspruch erlebt. Die Eignungsprüfung als Pilotprojekt und die hohe Qualität der dort auftretenden Pferde hat mich sehr beeindruckt. Die Veranstaltung schreit förmlich nach einer Fortsetzung.“

Ferdinand Leve, Vorsitzender des Warendorfer Rennvereins und geistiger Vater des „Schaufensters Vollblut“, war am Ende eines langen Tages zwar deutlich erschöpft, aber glücklich: „Unsere Grundidee, die Menschen aus dem Vollblutlager und aus dem Warmblutlager zusammenzubringen ist aufgegangen. Die Vollblüter dürften im Lager der Reitpferdezüchter am heutigen Tag einige neue Fans gefunden haben.“

Thomas Hartwig nimmt kein Blatt vor den Mund. „Hätten wir keine Vollblüter in der Warmblutzucht eingesetzt, gebe es heute nur dicke und doofe Pferde“, sagt der Pressesprecher bei der Vollblutschau im Westfälischen Pferdezentrum. Wenn Hartwig von Vollblütern spricht, gerät er richtig ins Schwärmen: „Intelligent, sensibel, aufmerksam und leistungsbereiter als Warmblüter.“

Mit der Veranstaltung „Schaufenster Vollblut“ wollten der Warendorfer Rennverein, das Westfälische Pferdestammbuch, das Direktorium für Vollblutzucht sowie die Deutsche Reiterliche Vereinigung Werbung für die Vollblüter im Reitsport machen. „Wir brauchen mehr blutgeprägte Pferde im Sport“, ist sich Hartwig sicher. Vollblüter seien nicht nur als Pferde für Galopprennen geeignet, sie seien die idealen Sportpartner in verschiedenen Disziplinen.

(18.11.2013)