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Erneut die Million für den Mario Hofer-Express

Die deutsche Turf-Saison ist erst einen Grasbahnrenntag alt und Mario Hofer kann bereits auf eine Gewinnsumme von über 50.000 Euro zurückblicken. Ausgeruht wird sich auch im Winter nicht in einem der kopfstärksten Quartiere der Republik. Man geht auch um diese Jahreszeit auf Beutezug nach Frankreich. An die 100 Pferde betreut Mario Hofer, die Zahl liegt unter der des Vorjahres. Dieses begann eigentlich zunächst weniger verheißungsvoll, denn mit Zazou und Noble Alpha verließen zwei Spitzenpferde den Stall. Der eine wechselte zu Waldemar Hickst, der andere, Noble Alpha, wurde verkauft.

„Da habe ich gedacht, jetzt wird es schwer, das gesteckte Ziel von einer Million Euro an Saisongewinnsumme zu erreichen“, erinnert sich der Stadtwald-Trainer. Doch es gelang erneut und zwar mit Bravour. Nun steuert man 2012 das 20. Mal in Folge eine siebenstellige Gewinnsumme an. Seitdem sich Mario Hofer in Krefeld niedergelassen hatte, ist ihm dies mit großer Konstanz gelungen. Addiert man die In- und Auslandsiege von 2011, so kommt man auf 84 Erfolge. Kein Trainer in Deutschland kann diese Zahl toppen. Das Deutsche Derby zu gewinnen, ist natürlich ein weiteres großes Ziel, das man verfolgt.

„In diesem Jahr haben wir hoffentlich erstmals normale Bodenverhältnisse, denn erst am Freitag vor der Entscheidung beginnt das Meeting in Hamburg. Das ist natürlich für alle gut“, so Mario Hofer, der vor zwei Jahren mit Zazou bekanntlich ganz nahe dran war, als es nur Buzzword besser konnte.

Mit Al Malek stellte das Stadtwald-Quartier bei der Grasbahnpremiere bereits einen „Vollbomber“ im Derby-Jahrgang vor. Der Hengst marschiert nun auf die Guineas in Frankreich, vielleicht kommt er auch nach Köln zum Mehl-Mülhens-Rennen. Hoch erfolgreich operierte Mario Hofer 2011 auch wieder mit den Zweijährigen, gewann mit den Vertretern des jetzigen Derby-Jahrgangs 19 Rennen im In- und Ausland.

Und die Qualität des aktuellen Zweijährigen-Jahrgangs im Stall scheint gewiss nicht schlechter zu sein. Mit Smooth Operator und Pastorius markierte Mario Hofer zwei Gruppe-Erfolge, Survey, Pakal, Point Blank, Primera Vista oder Combat Zone waren – um nur einige zu nennen – weitere Top-Verdiener des Stalles. Keine Frage, man ist auch für 2012 wieder einmal bestens aufgestellt. Was auch die Reiterfrage betrifft.

Terence Hellier ist der erste Mann am Stall, Steffi Hofer, die gerade ihren Trainerlehrgang absolviert, wird sicherlich wieder viele Sieger reiten. Wie auch Andre Best an diesem Stall sehr gut aufgehoben ist. Cay Bonhoff braucht sich als Reisefuttermeister über mangelnde Einsätze bestimmt nicht zu beklagen, John Little und Katie Benken, die schon bei Mario Hofer in der Lehre war, stehen als Futtermeister in verantwortlicher Position.

Nach dem Besitzeralphabet beginnen wir gleich mit einem Pferd, das im Vorjahr so richtig Karriere machte. Und dies nach einem Saisoneinstand, der alles andere als optimal war, als Point Blank Ende April in Köln im Schlussbogen wegrutschte und Terence Hellier aus dem Sattel musste. Doch es spricht für den Royal Dragon-Sohn, dass er sich gleich bei nächster Gelegenheit von bester Seite zeigte und in Saint-Cloud nur ganz knapp hinter Sheikh Mohammeds von Andre Fabre trainierten Masteroftherolls scheiterte.

Rang fünf im Mehl-Mülhens-Rennen war die Bestätigung, dass Point Blank dicht unter der Jahrgangsspitze rangiert. Nach einer weiteren guten Platzierung in Frankreich kam in Berlin-Hoppegarten seine große Stunde, als er unter Steffi Hofer das mit 80.000 Euro dotierte Internationale Superhandicap gewann und mit einem Schlag zum Großverdiener avancierte. Nach Platz sechs im Darley Oettingen-Rennen lief Point Blank, der auf eine Jahresgewinnsumme von 81.450 Euro kommt, noch zweimal gruppeplatziert.

„Ich glaube, dass ist der beste Hengst von Royal Dragon, ein ungemein beständiger Bursche, der zudem eine gehörige Portion Klasse besitzt“, so Mario Hofer über Point Blank, der auf Distanzen zwischen 1600 und 1800 Meter in Listen- und Gruppe-Rennen zum Einsatz kommen wird. An bestimmte Bodenverhältnisse ist Point Blank nicht gebunden.

Ein Pfund höher im Generalausgleich steht sein Halbbruder Pastorius, ebenfalls im Besitz des Stalles Antanando. Der Hengst machte für seinen Erzeuger Soldier Hollow, dessen ersten Jahrgang er vertritt, gleich ganz große Reklame. Vier Starts, zwei Siege, zwei zweite Plätze, mit dieser Bilanz katapultierte sich Pastorius bis an die Spitze seines Jahrgangs.

Lediglich Tai Chi und sein letztjähriger Trainingsgefährte Pakal erhielten eine höhere GAG-Einstufung als Pastorius, der 93,5 Kilo bekam. „Der hat immer Top-Gegner gesehen“, bemerkt Mario Hofer, was man nur bestätigen kann. Bei seinem Erstauftritt musste Pastorius in Baden-Baden lediglich dem hoch eingestuften Wöhler-Schützling Kolonel den Vortritt lassen, dann scheiterte er auf Listenebene im Kölner Winterfavorit-Trial knapp an Black Arrow. In Iffezheim war der Hofer-Schützling dann nicht zu bezwingen, schließlich nahm er erfolgreiche Revanche an Black Arrow, als Pastorius im Krefelder Herzog von Ratibor-Rennen auf Gruppe-III-Level locker gegen Black Arrow voraus war.

„Der Bursche überwintert glänzend, ich bin sehr zufrieden mit seiner weiteren Entwicklung“, so der Trainer über den von seinen Besitzern, Franz Prinz von Auersperg und Florian Haffa gezogenen Soldier Hollow-Sohn. Der Countdown für seinen ersten Auftritt in der Saison ist bereits angelaufen, Pastorius wird Ende April in das Dr. Busch-Memorial auf der Heimatbahn marschieren.

„Dann werden wir weitersehen, ob er auch über 2400 Meter kommt, das müssen wir abwarten. 2000 Meter kann er mit Sicherheit“, so Mario Hofer, der für Pastorius auch eine Nennung für das Französische Derby abgegeben hat. In Chantilly geht es über 2100 Meter. Im Blauen Band steht der Soldier Hollow-Sohn auch noch im Aufgebot.

Noch einmal der Trainer über seine große Dreijährigen-Hoffnung: „Das schöne an Pastorius ist auch, dass er ein völlig unkomplizierter Bursche ist. Er kann jeden Boden und man kann ihn aus jeder Position reiten.“ Den jüngsten Jahrgang für den Stall Antanando vertritt Arizona Queen. Sie stammt von Danedreams Vater Lomitas und ebenfalls aus einer Danehill-Tochter. Arizona Queen ist eine sehr gut entwickelte Stute, allerdings geht ihr Betreuer davon aus, dass die Stute noch Zeit benötigen wird. Eine klassische Zweijährige ist sie wohl somit nicht, was auf Dauer aber bestimmt nicht von Nachteil sein muss.

Für das Gestüt Auenquelle betreut Mario Hofer den zweijährigen Global Bang aus der erfolgreichen G-Familie, die in der damaligen Guineas-Siegerin Grimpola in Auenquelle ihren Ursprung fand. „Ein sehr sympathischer Hengst“, meint der Stadtwald-Trainer, der davon ausgeht, dass sich Global Bang in diesem Jahr - wenn auch erst im Herbst – bereits auf der Rennbahn vorstellen wird. „Der ist bestimmt nicht aus der Art geschlagen und stammt von Manduro, dessen erster Jahrgang im letzten Jahr sehr gut eingeschlagen ist und der in Paris gleich einen Gruppe-I-Sieger stellte“, fasst es Mario Hofer zusammen.

Recator stand im letzten Jahr in Frankreich dicht vor einem Treffer in einer Tierce-Prüfung. Da der Vespone-Sohn die französische Inländergeltung besitzt, wird er auch in dieser Saison oft nach Frankreich reisen, allein schon der Prämien wegen. „Er wird sich auf dem Parkett wie im letzten Jahr bewegen“, so Mario Hofer. Gleiche Interessen wie Recator vertritt der zweijährige Napoleon, ein mit viel weiß im Gesicht überhaupt nicht zu verwechselnder Hengst im Lot.

Er stammt von Samum und wurde auf der Iffezheimer BBAG-Auktion aus dem Angebot des Gestüts am Schlossgarten für 22.000 Euro erworben. Napoleon, dessen Mutter Nova auf 85 Kilo kam, präsentiert sich als weit entwickelter, starker Hengst, der nicht unbedingt die allergrößte Frühreife besitzen dürfte. „Er gefällt mir, wird aber Zeit benötigen“, meint Mario Hofer. Den Derby-Jahrgang vertritt Shaalan, der erst im Mai letzten Jahres in den Krefelder Rennstall einrückte, aber allmählich die Lücke schließen konnte. „Er ist auf dem richtigen Weg“, so Mario Hofer, der guten Mutes ist, dass sich der Hengst in Frankreich „auf dem zweiten Bildungsweg“ im Laufe der Saison nach oben dienen wird.

Shaalans Stallgefährte ist der zweijährige Aouasi, ein in gutem Aufriss gemachter Shirocco-Sohn. Er wird sich später überwiegend in Frankreich vorstellen, der Trainer vermutet, dass er frühestens in der zweiten Saisonhälfte erstmals an den Start kommen wird. Ebenfalls als „Franzose“ wird auch der zweijährige Masoude immer wieder ins Nachbarland aufbrechen.

„Auch sein Besitzer ist ein Franzose, da werden wir Masoude hier selten auf einer Rennbahn sehen“, so Mario Hofer über den Way of Light-Sohn, der bereits „gut galoppiert“ und in diesem Jahr bereits Flagge zeigen dürfte. Der flinke Sapphire brachte es im letzten Jahr auch ohne einen vollen Treffer auf eine Gewinnsumme von über 20.000 Euro. 1400 Meter ist seine äußerste Distanz. Der Meshaheer-Sohn wird erneut überwiegend in Frankreich an den Start kommen. Neben den Einsätzen in Handicaps plant der Trainer auch Starts in der Verkaufsklasse.

Britney war zweijährig gleich in Straßburg erfolgreich und zeigte auch anschließend in Frankreich gute Leistungen, so dass die Kheleyf-Tochter auf ein GAG von 77 Kilo kommt. „Die Stute ist nicht weit von der Listenklasse entfernt, das wird auch unser Hauptziel sein“, so Mario Hofer über Britney, für die es nicht weiter als 1600 Meter gehen darf.

Die zweijährige Delight my Fire ist eine großrahmige Stute, die bestimmt nicht zu den ersten Zweijährigen-Startern im Jahr zählen dürfte, gleichwie ihr Betreuer bereits Talent hat erkennen können. Die Way of Light-Tochter wird man später oft in Frankreich am Start sehen. Mario Hofer: „Wenn sie gut genug ist, geht es ab nach Paris, sonst steuern wir die Provinz an.

Den jüngsten Jahrgang vertritt auch Short Final, eine Halbschwester von Final Destination und somit eines auf Listenebene platziert gelaufenen Hengstes. „Die Stute hat die Schnelligkeit von ihrem Vater Meshaheer, ich gehe davon aus, dass sie in dieser Saison bereits an den Start kommen wird. Sie macht alles bestens mit“, so das Fazit ihres Betreuers. You Will See wird als Französin später überwiegend in Frankreich ihr Betätigungsfeld finden. Sie stammt von Librettist und präsentiert sich als weit entwickelte Stute.

„Sie bewegt sich sehr gut, ich gehe von einem Start in dieser Saison aus“, so Mario Hofer. Für die vierjährige Grande Amore wird es in Frankreich in der Verkaufsklasse weitergehen. Ihre aktuell gute Verfassung bestätigte die Refuse To Bend-Tochter mit einem zweiten Rang auf der neuen Sandbahn in Chantilly. Ein Treffer auf diesem Parkett liegt also wieder in unmittelbarer Reichweite.

Al Hazim war in Frankreich in Training, hat nun im Stadtwald eine neue Heimat gefunden. „Da war wohl immer Meinung vorhanden, mittlerweile ist der Bursche kastriert und soll auch wieder so richtig Vertrauen finden. Er wird auch weiterhin überwiegend in Frankreich zum Einsatz kommen“, so Mario Hofer über Al Hazim, der schon einiges nachholen sollte. Dass er über einiges Talent verfügt, bewies er zweijährig, als er Vierter im Prix la Rochette auf Gruppe-III-Ebene war. Dreijährig zeigte er über 1600 Meter seine beste Platzierung.

Mit Al Malek, der zur Krefelder Saisonpremiere höchst versprechend ins Jahr startete, hat man große Ziele. Der im Dezember gleich bei seinem Erstauftritt in Deauville erfolgreiche Anabaa-Sohn hat Nennungen für die deutschen und französischen 2000 Guineas erhalten. „Er war schon im letzten Jahr im August startklar, dann mussten wir wegen einer kleinen Verletzung kurz mit der Arbeit aussetzen, so dass sich sein erster Auftritt verschob“, so Mario Hofer, der in dem bildhübschen Anabaa-Sohn aus der nächsten Verwandtschaft der großen Goldikova ein sehr, sehr gutes Pferd sieht.

Nun soll der nächste Auftritt von Al Malek im Prix Djebel auf Gruppe-Ebene in Maisons-Laffitte erfolgen. Die dreijährige Wonderful Pearl war im letzten Jahr drei Mal am Start, konnte aber noch nicht die gezeigten Leistungen von der Morgenarbeit so richtig umsetzen. „Sie hat sich schwer getan, andererseits aber auch Talent verraten, so dass ich guten Mutes bin, dass die Sholokhov-Tochter auf Dauer einiges bewegen kann“, so Mario Hofer.

Das eine oder andere Auktionsrennen ist ein Ziel, natürlich strebt man mit der rechten Schwester von World Star auch Black-Type an. Seit Februar ist die zweijährige Forever Beauty bei Mario Hofer in Training. Der Dashing Blade-Tochter attestiert man gute Bewegungen, natürlich ist sie insgesamt noch etwas rückständig. „Sie wird aber im Laufe des Jahres die Lücke schließen“, so Mario Hofer über die Schwester des guten Forthe Millionkiss.

Bei der zweijährigen Romanella geht der Trainer davon aus, dass sie sich in dieser Saison bereits vorstellen wird. Die vom exzellenten Flieger Whipper stammende Stute ist eine Enkelin der Black-Type-Stute Roseate Wood und eine Schwester von Rose Danon und Rum Chocolate. Von einem Sieg, der seine engste Umgebung überrascht hat, hört man eigentlich nicht allzu oft.

Im Falle All Shook Up ist dies nach des Trainers Meinung der Fall gewesen, als der Vespone-Sohn bei seinem Erstauftritt in Dortmund als 118:10-Außenseiter die vom Auenqueller Global Thrill angeführte Konkurrenz ganz leicht hinter sich ließ. Später im Jahr siegte Global Thrill im Münchner Auktionsrennen, während es für den „Franzosen“ All Shook Up nach Frankreich weiter ging. In bestimmt gut besetzten Zweijährigen-Rennen sprang ein vierter und zum Abschluss in Saint-Cloud ein zweiter Platz heraus, als es lediglich der Aga Khan-Hengst Kesampour bei seinem zweiten Auftritt und Sieg besser als All Shook Up konnte.

Für den Wallach geht es auch in diesem Jahr überwiegend nach Frankreich. „Wir haben dort eine Handicapmarke, die werden wir auch wahrnehmen. Auch die Conditions-Rennen stehen auf seinem Programm“, so Mario Hofer, der für seine Mario Hofer GmbH aktuell vier Pferde trainiert, ein fünftes zusammen mit White Mountain Thoroughbreds hat. „Ein braver Dackerl“, so der Trainer über Haader, der häufig platziert lief, zu einem vollen Erfolg aber sollte es bislang noch nicht reichen.

„Der Wallach ist auf dem Markt“, fügt er noch an. Noch ungeprüft ist der dreijährige Manager, der aus einer gruppeplatzierten Mutter stammt und Derby-Sieger Boreal zum Vater hat. Man geht hier von Stehvermögen aus und ist überzeugt, dass Manager seinen Weg machen wird. Mario Hofer hat für Manager auch das eine oder andere Auktionsrennen auf entsprechenden weiten Distanzen im Auge.

Die „Grimpola-Linie“ vertritt der zweijährige Global Vision, der aktuell einen weiteren Schuss nach oben macht. „Das ist ein sehr sympathisches Pferd, er besitzt auch die französische Inländergeltung“, so Mario Hofer über den Desert Style-Sohn, dessen Mutter in Italien zu zwei Erfolgen kam und eine von Spinning World stammende Tochter der Global Pearl ist.

Die Familie der zweifachen klassischen Siegerin Majorität vertritt der zweijährige Magnifique. Er stammt von Soldier Hollow, der im letzten Jahr vor allem auch dank Gruppe-Sieger Pastorius so glänzend in seine Zuchtlaufbahn startete.

Magnifique wurde in Baden-Baden ersteigert, er ist ein bildhübscher Kerl und auch recht weit entwickelt. „Wenn er so weiter macht, wird er im Herbst an den Start kommen“, prognostiziert Mario Hofer.

Das Jahresdebüt von King Arthur Mitte März auf der Heimatbahn hinter Girolamo war sicherlich richtungsweisend. Der Elnadim-Sohn hatte gegen den Ebbesloher zwar keine Siegchance, knüpfte aber gleich wieder an die guten Leistungen aus dem Vorjahr an. Vor allem der zweite Platz zu Pakal im schweizerischen Auktionsrennen war eine sehr gute Form.

Mit Sicherheit sollte King Arthur nicht lange sieglos bleiben, man peilt mit ihm auch die Auktionsrennen über die Meile an. Die von Toylsome stammende Moorea besitzt die französische Inländergeltung, die dreijährige Stute hat sich mit ihrer Entwicklung Zeit gelassen, Ende April, Anfang Mai soll es losgehen. Sie könnte noch etwas Anlaufzeit benötigen.

Der Weg für Rock your Life soll in die Schweiz führen. Dort war die Manduro-Tochter der Gruppe-Siegerin Peaceful Love im Criterium der Zweijährigen auf der Linie in totem Rennen mit Choix Celebre erfolgreich, doch hatte sie den Viertplatzierten behindert und wurde disqualifiziert.

Im Grunde doppeltes Pech, denn das behinderte Pferd gehört dem selben Besitzer wie Rock your Life. Vor ihrem Pech in Frauenfeld hatte sie in Saint-Cloud debütiert und war als Sechste über die Linie gekommen. Die Manduro-Tochter könnte über die Schweizer 1000 Guineas in das Schweizer Derby gehen, sie genießt keine geringe Wertschätzung.

Als grundsolides Pferd bezeichnet Mario Hofer den fünfjährigen Wallach Falakee, der im letzten Jahr mit zwei Siegen und vier Platzierungen wieder eine sehr gute Saison hatte. Der Ausgleich-II-Treffer im Sommer in Dortmund war die beste Form des Sakhee-Sohnes. Aber auch mit den gestiegenen Konditionen kam Falakee klar, als er beim letzten Saisonstart in Düsseldorf nur an Lavallo scheiterte. Viel weiter als die Meile sollte es nicht gehen.

„Mishtaag hatte gute Ansätze gezeigt, dann aber doch enttäuscht“ so der Trainer, der den Wallach aber noch nicht abgeschrieben hat. „Er hatte auch immer einige Wehwehchen, ich hoffe, dass der Bursche in Zukunft mehr umsetzen kann“, so Mario Hofer weiter über Mishtaag.

Der vierjährige Lives of Clay sollte nach einer überstandenen Chip-Operation in der Lage sein, Rennen zu gewinnen. Nach drei Versuchen auf Sand wird der Seeking the Gold-Sohn bald auf Gras in die Ereignisse eingreifen. Dreijährig hatte man ihn im Sommer letzten Jahres in England gekauft. Lives of Clay scheint den etwas weiteren Weg zu bevorzugen.
Neun Pferde stehen für LMGW-Bloodstock in Training. Den Anfang macht Raymbek Batyr, der auf Sand ganz schlecht lief. „Der hat sich auf diesem Untergrund geekelt“, meint Mario Hofer und bezeichnet seine aktuelle Einschätzung „im Niemandsland liegend“. Nun muss der vierjährige Danehill-Dancer-Sohn auf Gras Farbe bekennen. „Es kann ja nur noch besser werden“, so der Trainer über Raymbek Batyr.

Den Derby-Jahrgang vertritt Shanjia, die im letzten Jahr auf Anhieb auf der Heimatbahn Zweite wurde. Sie blieb dabei viele Längen vor ihrer Trainingsgefährtin Survey, die sich später zu den besten Stuten ihres Jahrgangs hochdiente. Trotz weiterer guter Leistungen blieb Shanjia dagegen sieglos. Die Soldier Hollow-Tochter wird sich wieder oft in Frankreich präsentieren, in die Maidenrennen und die Verkaufsklasse marschieren.

Die restlichen Pferde von LMGW-Bloodstock vertreten den jüngsten Jahrgang. Der von 2000 Guineas-Sieger Haafhd stammende Aventador ist ein kompakter Fuchshengst, der nicht zu den Frühaufstehern zählt. Seine Mutter Forest Express lief auf Gruppe-Ebene platziert, konnte in der Zucht aber noch nichts bewegen.

Wesentlich früher zur Hand könnte Change The Way sein. Die Medicean-Tochter stammt aus dem Cheveley Park Stud, ihre Mutter Poise war zwei- drei- und vierjährig jeweils nur einmal in jeder Saison am Start. Dreijährig siegte die von Sir Michael Stoute trainierte Rainbow Quest-Tochter in Windsor. „Bei Change The Way verläuft die Entwicklung problemlos, sie ist auf bestem Wege und wird sich sicherlich in diesem Jahr schon vorstellen“, so Mario Hofer.

Ebenfalls aus dem englischen Spitzengestüt stammt Dream Wedding, die auch von Medicean, einem Stallion der gehobenen Klasse in England, stammt. Dream Weddings Mutter Wedding Party, eine Groom Dancer-Tochter, war bei Amanda Perrett in Training und war eine frühreife Stute. Sie siegte zweijährig bereits in zwei Rennen. Sie scheint ihrer Tochter eine gute Portion Frühreife mit auf den Weg geben zu haben.

„Ich denke, dass sich Dream Wedding in diesem Jahr bereits vorstellen wird“, meint Mario Hofer. Freestyler ist der Halbbruder von Manchester, der im Preis des Winterfavoriten auf Rang drei lief. Der Meshaheer-Sohn der bereits kastriert wurde, ist aber auf gutem Wege.

Freestyler ist ein praktischer Typ, man kann sich gut vorstellen, dass er in diesem Jahr noch seinen ersten Auftritt haben könnte. Auch Give Me Everything stammt aus dem Cheveley Park Stud und wiederum handelt es sich um einen Nachkommen von Medicean.

Give Me Everything präsentiert sich als großrahmige Stute, sie wird sicherlich auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen, ehe ihr erster Auftritt auf der Rennbahn erfolgt. Dagegen scheint Irish Imagine ähnlich frühreif zu sein wie ihre Mutter Irish Eagle, die das Iffezheimer Auktionsrennen gewann.

Die vom Spitzenflieger Iffraj stammende Stute galoppiert schon sehr ordentlich, wie ihr Trainer betont. „Sie ist gut auf Kurs“, meint Mario Hofer kurz und knapp und fügt hinzu, dass man mit Irish Imagine auf das eine oder andere Auktionsrennen zielt. Und auch Isioma ist eine von Shamardal stammende Stute, die im Cheveley Stud geboren wurde.

Ihr Vater zählt zu den besten Stallions Europas, Shamardal ist auch Erzeuger von Deutschlands aktueller World-Cup-Hoffnung Zazou, der bei Mario Hofer zum Oppenheim-Union-Sieger und Derby-Zweiten aufstieg, mittlerweile aber von Waldemar Hickst trainiert wird. Isiomas Mutter ist Russian Dance, sie war bei Sir Michael Stoute in Training und siegte bereits zweijährig. Es handelt sich um eine große Erfolgsfamilie des Cheveley Park Stud. Mario Hofer geht davon aus, dass Isioma auch zweijährig bereits an den Start kommt.

Die komplette Stallparade finden Sie in Ausgabe Nr. 30 der Sport-Welt.

(06.04.2012)