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Der schnellste Galopp-Weg zum ganz großen Geld

Manchmal sind sie hochdotiertes Beiwerk, wie am Tag der Goldenen Peitsche oder des St. Legers, meistens aber sind sie der Höhepunkt einer Veranstaltung. Die BBAG-Auktionsrennen. Hier kommen Pferde an den Start, die auf einer der Auktionen angeboten wurden. Sie besitzen ihren eigenen Reiz, sind oftmals schwer zu wetten, aber immer eine spannende Angelegenheit.

Neunzehn Rennen dieser Art gab es in der Rennsaison 2012, von denen zwei Prüfungen im schweizerischen Avenches ausgetragen wurden. Auch monetär bedeuten die Auktionsrennen immer eine lohnende Angelegenheit. Allein in dieser Saison wurden über 1,15 Millionen Euro an Preisgeldern ausgeschüttet, dazu verdienen immer die ersten sieben Pferde in jedem Rennen Geld.

Bleibt man beim Thema Geld, so muss man das Ferdinand Leisten-Memorial, das BBAG Auktionsrennen in Iffezheim am 19. Oktober, als finanziellen Saison-Höhepunkt der Auktionsrennen ansehen. In der über 1400 Meter führenden Prüfung für die Zweijährigen wurden alleine 200.000 Euro ausgelobt.

Die 100.000 Euro Siegprämie sicherte sich der von Champion Andreas Wöhler trainierte 35:10-Favorit Wake Forest vor Aquatinta, die später den zur Gruppe III zählenden Prix Miesque in Maisons-Laffitte gewinnen konnte.

Wake Forest wurde 2011 als Jährling auf der Auktion angeboten und wechselte für 40.000 Euro in den Besitz von Klaus Allofs und der Stiftung Gestüt Fährhof. Allein mit diesem Sieg hat sich der Kauf des Sir Percy-Sohnes amortisiert.

Generell schien es in dieser Saison für den neuen Manager des Bundesligisten VfL Wolfsburg in den Auktionsrennen gut zu laufen. Mit Collodi holte sich der 56-fache Nationalspieler einen weiteren Sieg. In München verwies dieser am 15. August Stall Zasters Lady Jacamira auf den Ehrenrang. Für die Lord of England-Tochter rundete dieses Ergebnis allerdings eine gute Bilanz in den Auktionsrennen ab, war sie doch im Bremer Pendant nicht zu schlagen. Übrigens wurde Collodi hier nur Fünfter.

Man sieht also, dass es auch unter den Vierbeinern Spezialisten für die Auktionsrennen geben kann, die über das gesamte Jahr hinweg immer wieder in diesen Rennen an die Startstellen der Republik kommen.

Einer dieser Spezialisten ist die von Andreas Löwe trainierte Red Lips, die sowohl das Düsseldorfer als auch das Frankfurter Auktionsrennen für die Farben des Stalles Lintec gewinnen konnte. Insgesamt bringt es die zweijährige Stute, die bei drei Starts zwei Mal siegte und einmal auf Rang vier einkam und auf der Auktion nicht verkauft wurde, auf eine Gewinnsumme von 51.500 Euro.

Die guten Verdienstmöglichkeiten locken auch immer wieder ausländische Gäste in diese Rennen. Eine, an deren Anwesenheit man sich gewöhnt hat, ist die von Henri-Alex Pantall trainierte Celia, die jüngst auf der Auktion des Sales & Racing Festivals angeboten wurde.

Dabei zeigte die Zweijährige in ihren vier Auktionsrennen stets ihr Können. Im Weidenpescher Park gewann sie, in Düsseldorf wurde sie Zweite. Auch in Iffezheim zeigte sie mit Rang drei eine ordentliche Leistung. Inzwischen wurde sie nach Norwegen verkauft.

Ausländische Gäste waren es auch, die für das spannendste Auktionsrennen in diesem Jahr verantwortlich zeichneten. Der Kampf um den Sieg zwischen der von Ilka Gansera trainierten Tosca, einer Verwandten von Tai Chi, und Jean-Claude Rougets Molly Mara fand keinen Sieger. Molly Mara wurde als Jährling 2011 für 52.000 Euro verkauft. Sie ist damit der Top-Preis unter den diesjährigen Siegern. Das mit 102.000 Euro am zweithöchsten dotierte Auktionsrennen in Baden-Baden am 25. August endete in einem „toten Rennen“.

Zu den prägenden Personen der diesjährigen Auktionsrennen zählen Top-Trainer Peter Schiergen und der aktuell führende Jockey Andrasch Starke. Das Asterblüte-Duo bringt es gemeinsam auf drei Siege. In der Schweiz holten sie mit dem Derby-Siebten Salon Soldier und Gold and White beide Auktionsrennen, dazu siegten sie mit dem bereits erwähnten Collodi.

Schiergen holte sich ferner mit dem Ittlinger Chapman das Riemer Auktionsrennen im Juni, während Starke das vorletzte Rennen dieser Art in Halle an der Saale mit der von Markus Klug trainierten Soprana gewann. Mit den drei Siegen holte sich das deutsche Vorzeige-Duo des Turfs eine Gewinnsumme von 75.000 Euro. Zwei Mal war auch Terry Hellier siegreich.

Der reiterliche Neuzugang des Stalles Salzburg steuerte Santarius in Hamburg und für seinen alten Arbeitgeber, Mario Hofer, Admiral Lord an gleicher Stelle zum Sieg. Auch das Trainerurgestein Uwe Ostmann soll nicht unerwähnt bleiben, denn er siegte er mit Zarras (Dresden) und Vif Monsieur /München). Damit stellte der Mülheimer Coach auch den letzten Auktionssieger des zu Ende gehenden Rennjahres.

(25.11.2012)