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Die besten Pferde waren im Derby vorne

Destino (2.v.l) und Salve Del Rio (4.v.l) im Derby

Nun hat er es endlich geschafft. Adrie de Vries, der im Vorfeld schon oft die Chance hatte, das Derby zu gewinnen, es dann aber aus den unterschiedlichsten Gründen nicht realisieren konnte, sicherte sich mit dem Windstoß-Halbbruder Weltstar beim 13. Versuch seinen ersten Triumph im Deutschen Derby.

Der Mann aus den Niederlanden, der bei der Derbywoche wie entfesselt auftrat, führte den Soldier Hollow-Sohn gegen den ebenfalls von Soldier Hollow stammenden Trainingsgefährten Destino und den unglücklichen Favoriten Royal Youmzain zum Sieg, schrieb dabei Turfgeschichte, als mit Weltstar ein Jahr nach Windstoß erst zum zweiten Mal ein Pferd seinem Bruder als direkter Nachfolger auf dem Derby-Thron folgte.

Mit Salve Del Rio auf dem vierten Platz waren genau die vier Pferde mit dem höchsten GAG auf den vorderen Plätzen, was Handicapper Harald Siemen sicher mit Genugtuung registriert haben dürfte. Auch wenn man hinterher natürlich immer schlau sprechen kann, kann man wohl mit Fug und Recht behaupten, dass am Ende die vier besten Pferde vorne waren. Denn spätestens nachdem mit Chimney Rock am Sonntagmorgen quasi der Einzige, dem man eine Überraschung hätte zutrauen können, abgemeldet wurde, konnte man selbst mit viel Phantasie nur auf einen anderen als einen der vier höchsten Programmnummern kommen, wenn es um den Derbysieger ging, zumal die Bodenverhältnisse auch noch nocrmal, und nicht wie in manchem der letzten Jahre außergewöhnlich.

Behinderung ein Schönheitsfehler
Doch auch wenn der Derbysieg von Weltstar durchaus verdient war, und das an diesem Tag wohl beste Pferde das Rennen gewinnen konnte, war die Behinderung, die Royal Youmzain Mitte der Zielgeraden hinnehmen musste sicher mindestens ein Schönheitsfehler. Denn gerade als Eduardo Pedroza den Favoriten entscheidend einsetzen wollte, geriet dieser durch den nach außen tendierenden Weltstar in eine Zwickmühle, die ihn richtig Schwung kostete, und bei dem er schon Boden verlor, den er, erst wieder neu in Schwung gebracht, nicht mehr gutmachen konnte. Schwer zu sagen, ob der Wöhler-Schützling gewonnen hätte, aber es wäre sicher deutlich knapper geworden. Die fünf Rentage Reitverbot, die sich Adrie de Vries von den Stewards einhandelte, wird er sicherlich verschmerzen können.

(13.07.2018)