Für mehrere Züchter drohen Verkäufe tragender Stuten von Sands Of Mali zu platzen, obwohl alle fällige Gebühren vollständig bezahlt wurden. Grund dafür ist das Ausbleiben der vorgeschriebenen Deckscheine – ein ungewöhnlicher Vorgang, der nicht züchterische oder administrative Ursachen hat, sondern auf eine weiterhin ungelöste Macht- und Rechtsfrage im Hintergrund zurückzuführen ist, wie die Racing Post berichtet.
Die Freigabe der Deckscheine soll nach Angaben aus dem Umfeld des Gestüts von Steve Parkin blockiert werden. Parkin, ehemaliger Eigentümer und Züchter des Hengstes, befindet sich seit März 2024 in einem Zerwürfnis mit seinem früheren Berater Joe Foley, dem Betreiber des Ballyhane Stud. Obwohl Parkin vor Gericht scheiterte, Sands Of Mali per einstweiliger Verfügung aus Ballyhane abzuziehen, scheint er weiterhin Einfluss auf die formale Ausstellung der Deckbescheinigungen zu haben.
Diese Situation trifft nun unbeteiligte Züchter mit voller Wucht. Sechs Stuten „in Foal“ zu Sands Of Mali wurden im November bei der Goffs November Breeding Stock Sale für bis zu 32.000 Euro verkauft – allerdings ohne beigefügten Deckschein. Die Käufer besitzen vertraglich ein Rücktrittsrecht, sollte das Dokument nicht bis Mitte Januar vorliegen.
Laut Foley wurden sämtliche Gebühren fristgerecht bezahlt und entsprechend der Vereinbarung auf ein separates Sands Of Mali-Konto überwiesen. Die Zurückhaltung der Deckscheine sei daher nicht sachlich begründet. Auch Goffs betonte, dass bei bezahlten Gebühren kein Grund bestehe, die Ausstellung der Zertifikate zu verzögern, und sprach von einer höchst unglücklichen Lage für Züchter, die „zwischen die Fronten eines fremden Konflikts geraten“ seien.
Unabhängig davon bleibt Sands Of Mali sportlich wie kommerziell stark gefragt. Der Vater des Commonwealth Cup-Siegers Time For Sandals wurde im November über Tattersalls Ireland an das Yeomanstown Stud verkauft und wird dort 2026 erstmals für eine Decktaxe von 22.500 Euro aufgestellt.












