Zimmermanns schneller Weg zum Championat

Februar 1999, Galopprennbahn Neuss, der Tag des Sandbahn-Grand-Prix. Ein enthusiastischer Mann mit gelb-weißem Schal um den Hals entert den Absattelring, feiert den Sieger San Suru. Gerd Zimmermann, heute 48, rückt erstmals in den Blickpunkt der Turf-Öffentlichkeit. Der Stall Jenny, benannt nach seiner Tochter, feiert den ersten ganz großen Treffer, der erste wichtige Sieg eines rennsportlichen Unternehmens, das längst den mittleren Rahmen sprengt, in einem Atemzug mit großen Gestüten zu nennen ist.

Wie ein Blick auf die Statistik des vergangenen Jahres beweist: Champion der Besitzer im Hindernisport, ein vorderer Platz auf der Flachen. Der Stall Jenny ist zu einem ernstzunehmenden Faktor geworden.

Davon konnte vor einigen Jahren nur geträumt werden, als der Software-Spezialist Zimmermann in der Gaststätte „Kupferkanne“ in Pulheim bei Köln mit dem ehemaligen Jockey Peter Schade ins Gespräch kam. Das war im Frühjahr 1997, Zimmermann war damals Gelegenheitsbesucher auf der Weidenpescher Rennbahn, hatte auch schon das eine oder andere Hippodrom besucht, auch das Derby in Hamburg gesehen und erwog im Grunde den Erwerb eines Pferdes. Nur: Wie er das zu bewerkstelligen hatte, das war ihm nicht so ganz klar.

Kein Problem für Schade. Der Außendienstmitarbeiter des Wuppertaler Unternehmens Vorwerk, für das er Staubsauger verkauft, stellte den Kontakt zu Trainer Christian von der Recke her. Und der verkaufte Zimmermann die Römerhofer Stute Glad to be here, die noch im selben Jahr zwei Rennen gewann. Wobei der erste Sieger in den gelb-weißen Jenny-Farben allerdings der dreijährige Hengst Danzero war, der am 9. Juli 1997 in Düsseldorf unter Andreas Suborics ein Rennen mit dem schönen Namen „Preis des Düsseldorfer Spitzengaloppers New Moon“ gewann.

Peter Schade hat, sozusagen als Belohnung für seine Vermittlung, Zimmermann ein Staubsauger-Set der Serie „Kobold“ verkauft, dazu noch ein Reinigungs-Problem in dessen Büro beseitigt und auch von der Recke mit neuem Sauggerät ausgestattet. Und das Engagement von Gerd Zimmermann im Galopprennsport ist seit den ersten Tagen steil angestiegen.

„Es gibt“, sagt er, „keine faszinierendere, schönere Sportart“, sagt er, der längst mit dem Sport lebt, sich mit ihm identifiziert, darin aufgeht. Als wir uns treffen, Ende Januar, hatte es wenige Tage zuvor den mysteriösen Sturz von Pascal van De Keere von Stall Jennys Denaro in Neuss gegeben. „Ich habe tagelang nicht schlafen können“, bekennt Zimmermann, „mir ging die Sache nicht durch den Kopf, weil ich nicht wusste, warum er von meinem Pferde gefallen ist.“

Es ist ein großes Unternehmen geworden, dieser Stall Jenny, mit deutlich über zwanzig Pferden im Stall von Mario Hofer, Mann des Vertrauens nach der Trennung von Christian von der Recke. Wobei Zimmermann betont, dass das Verhältnis zu seinem ehemaligen Trainer immer noch sehr gut ist. „Nichts gegen ihn persönlich“, sagt er, „wir telefonieren immer noch sehr häufig miteinander.“

Doch ist das komplette Lot jetzt in Krefeld stationiert, wobei Zimmermann häufig bei der Morgenarbeit auftaucht, ohnehin hautnah am Geschehen ist. „Der ganze Rennstall ist akribisch aufgebaut“, erläutert er, „in der Regel kaufe ich im Herbst sechs Jährlinge, immer in Baden-Baden, weil in Deutschland das Preis-Leistungsverhältnis einfach optimal ist. Meist ist dann eine schnelle Stute für die Auktionsrennen dabei und eine eher spätreife Stute für längere Distanzen. Das sind dann logischerweise die aktuell sechs Zweijährigen. Dann habe ich sechs Dreijährige und sechs ältere Pferde.“Gerade der Weg der älteren Pferde ist ziemlich genau vorgezeichnet, „wenn sie ein besseres Pferd haben, da müssen sie schon genau planen“, sagt Zimmermann.

Die ganze Geschichte lesen Sie in der nächsten Ausgabe des Magazins ‚Vollblut‘.

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