Es sollte der Höhepunkt beim Breeders‘ Cup-Meeting werden, und der Höhepunkt ihrer einzigartigen Karriere. Im Breeders‘ Cup Classic sollte die Ausnahmestute Zenyatta auch ihr 20. Rennen gewinnen und den Titel im ‚Classic‘ aus dem Vorjahr verteidigen. Doch nach einem an Dramatik kaum zu überbietenden Rennverlauf wurde sie erstmals geschlagen.
Am Ende fehlte der Sechsjährigen aus dem Stall von Trainer John Shirreffs auf der Linie nur ein Kopf, den der zweite Favorit Blame (Garrett Gomez, 62:10) aus dem Quartier von Trainer Albert Stall im Vorteil war.
Nur ein paar Meter weiter und die Superstute hätte ihre Rennkarriere ungeschlagen beendet, doch so erwischte es sie in dem mit fünf Millionen Dollar dotierten 2000 Meter-Rennen.
Wie ein Popstar war Zenyatta von ihren tausenden Fans empfangen worden, als sie bei den Sattelboxen erschien. Schon als sie durch den Führring stolzierte gerieten ihre Anhänger aus dem Häuschen. Immer wieder versuchten Angehörige des Zenyatta-Teams und Ordner, das Publikum zu beruhigen.
Und als nach dem Öffnen der Boxen die ersten hundert Meter galoppiert waren, ging ein Raunen durch die Zuschauer. Denn im meilenweit auseinander gerissennen Feld lag die klare 18:10-Favoritin Längen hinter dem Vorletzten am Ende des Feldes.
Mitte der Gegenseite machte sich Jockey Mike Smith mit der Favoritin dann nach und nach aber auf den Weg nach vorne. Und im Schlussbogen war das Feld auch wieder näher zusammengerückt.
Unter ohrenbetäubendem Lärm der elektrisierten Massen schnitt Zenyatta eingangs zur Zielgeraden durch das Feld, doch der Weg nach ganz vorne war noch weit.
Einen Gegner nach dem anderen überlief das Ausnahmepferd im Einlauf an der Außenseite, doch die Frage war, ob es noch für den Sieg reichen würde. Die Antwort lautete: ‚Nein‘, denn der vierjährige Blame war im Finish nicht mehr zu holen, der Zielpfosten kam zu früh. Mit einem Kopf rettete sich Blame ins Ziel.
Hinter Zenyatta kam der Außenseiter Fly Down auf den dritten Platz. Jockey Mike Smith war nach der ersten Niederlage der Stute den Tränen nahe. ‚Ich bin sehr enttäuscht, denn ich habe das Gefühl, dass ich sie im Stich gelassen hätte. Wenn wir eine bessere Position gehabt hätten, hätten wir gewonnen, denn ich saß auf dem besten Pferd‘, so Smith.









