Zazou gegen Cirrus des Aigles bei der Chantilly-Er?ffnung

Fünf Monate Bauzeit und 4,4 Mio. Euro Baukosten (3 Mio. Euro investierte France Galop, den Rest die Gemeinde Chantilly) waren erforderlich, um die 1834 erbaute Prachtbahn Chantilly mit einem Allwetterkurs auszustatten. Im Juli 2011 erfolgte der erste Spatenstich, im Dezember konnten die ersten Pferde die neue 2000 Meter-Fibersandbahn testen.

Auf dieser sind nun selbst bei Schnee und Temperaturen bis zu minus 15 Grad Rennveranstaltungen möglich. Die Saison auf der Bahn am Schloss dauert nun von März bis November und statt der bisher 22 Renntage, die in Chantilly angeboten wurden, gibt es 2012 ein Programm von knapp 40 Veranstaltungen.

„Wir haben 45.000 Quadratmeter Gras abgetragen“, erklärt Bauleiter Mathieu Vincent. Am Samstag ist es nun soweit, erstmals öffnen sich die Boxen auf der neuen Bahn, die den Pariser Trainern natürlich nun beste Möglichkeiten für die Vorbereitung und das Management ihrer Pferde bietet.

Und zum Auftakt kann man gleich einen echten Leckerbissen anbieten, denn im Prix Meydan Hotel (14.15 Uhr), einem Altersgewichtsrennen über 1900 Meter, das mit 50.000 Euro dotiert ist, kommen zwar lediglich fünf Pferde an den Start, doch unter diesen befinden sich in dem eigens als Trial für die Dubai-Rennen ausgeschriebenen Rennen gleich zwei Gruppe I-Sieger.

Dabei handelt es sich zum einen um den von Corine Barande-Barbe trainierten Cirrus des Aigles, und zum anderen um den im Besitz von Werner Heinz‘ WH Sport International stehenden Zazou (Foto), der im November 2011 mit dem Sieg im Premio Roma sein erstes Rennen auf höchstem europäischen Level gewann (Zum Langzeitmarkt).

Beide holen sich entscheidende Kondition vor ihren geplanten Starts im Nahen Osten. Zazou, der Shamardal-Sohn, der auch nach seinem Rom-Sieg noch einmal eine ganz starke Form zeigte, denn im Hong Kong Cup auf der Rennbahn Sha Tin war er als Dritter nur hinter den Klassepferden California Memory und Irian. Nun gibt der Hengst, der in Dubai sowohl für den World Cup, als auch für das Dubai Duty Free genannt ist, sein Saisondebüt und natürlich wird Zazou bei seinem ersten Jahresstart noch nicht bei seinem vollen Leistungsvermögen sein.

„Ich würde ihn aktuell in etwa bei 70 Prozent sehen, es handelt sich ja um ein Aufbaurennen und es ist auch sein erster Versuch auf diesem Untergrund“, so Waldemar Hickst am Mittwoch über seinen Crack, der wie schon in Hong Kong von Olivier Peslier geritten wird. „Olivier soll ihn auch in Dubai reiten. Die Tendenz in Meydan geht schon Richtung World Cup, aber das wird nach dem Rennen am Samstag entschieden“, erklärt Hickst, dessen Schützling in Form von Cirrus des Aigles natürlich einen ganz großen Brocken vorgesetzt bekommt.

Der Even Top-Sohn ist nach Rating der beste Wallach der Welt, mit den Champion Stakes in Ascot konnte er 2011 endlich sein erstes Gruppe I-Rennen gewinnen. „Er ist schon mal auf Fibersand gelaufen, das sollte kein Problem sein. Er ist gut auf dem Posten und alles ist bestens. Der World Cup ist sein Ziel, eine Alternative wäre das Sheema Classic. Er ist immer stärker geworden, ich bin sehr optimistisch für dieses Jahr“, äußerte sich Trainerin Corine Barande-Barbe positiv über den Sechsjährigen.

Nach Klasse kann wohl keiner der anderen drei Starter mit den beiden Favoriten mithalten. Der von Eoghan O‘Neill trainierte War is War war gerade Vierter im Sandbahn Grand Prix von Cagnes (hinter Michael Figges Amazing Beauty), John Hammonds Schimmel Tryst gewann gerade mit Andreas Suborics ein Tierce-Handicap auf der gleichen Bahn, und die Stute Divine Music aus dem Stall von Philip van de Poele war im Vorjahr Vierte im Prix Jean Romanet, dann aber unplatziert in einem Listenrennen auf Sand in Deauville.

Auch im zweiten 50.000er ist ein Pferd aus deutschem Besitz vertreten. Dabei handelt es sich um den im Besitz von Karl Heinz Nowack stehenden Big Shuffle-Sohn Glad Sky aus dem Stall von Jean-Luc Pelletan. Der Wallach, der im vergangenen Jahr noch ein Listenrennen in Vichy gewinnen konnte, trifft in der Meilenprüfung voraussichtlich auf sechs Pferde, von denen nach Handicapmarke nur der Wertheimer-Wallach Celebrissime und der im Besitz von Schauspieler Omar Sharif stehende Don Bosco über ihm rangieren (Zum Langzeitmarkt).

Letztgenannter muss zwar unter Höchstgewicht antreten, könnte aber dennoch in der Favoritenrolle stehen, denn der Schützling von Trainer David Smaga kann einen großen Konditionsvorteil in die Waagschale werfen. Zuletzt gewann er Mitte Februar eine Listenprüfung auf Sand in Cagnes-sur-Mer.

Waldemar Hickst ist im Rahmenprogramm noch mit einem weiteren Pferd vertreten. In einem Verkaufsrennen für Dreijährige über die Meile, das mit 23.000 Euro dotiert ist, bietet er den im Besitz des Gestüts Römerhof stehenden Miley auf, der von Johan Victoire geritten wird. Der nächste Renntag in Chantilly steht bereits am Dienstag an, auch dann gibt es einen 50.000er, dieser führt über 1300 Meter.

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