Seit 1.10.1989, also annähernd zwanzig Jahre, trainiert Stadtwaldtrainerin Erika Mäder auf der Krefelder Galopprennbahn. Aktuell stehen rund vierzig Vollblüter unter der Ägide der 60-Jährigen. Zur Mannschaft zählen neben den Futtermeisterinnen Ute Thiele sowie Silke Pullen-Nolte noch ein acht Köpfe umfassendes Team von Arbeitsreitern. Und mit an Bord seit jeher Erika Mäders Ehemann Lutz, einer der erfolgreichsten deutschen Jockeys im Sattel überhaupt mit 1620 Erfolgen auf der Flachen und 5 Siege über Hindernisse, der mit seiner wertvollen Erfahrung die Mannschaft vervollständigt.
Insgesamt stehen für Erika Mäder 847 Siege zu Buche. In der Saison 2008 erreichte man exakt die Siegzahl wie ein Jahr zuvor, nämlich 24. „Damit können wir natürlich nicht zufrieden sein, doch Verletzungspech, verbunden mit einigen Ausfällen, machten leider einem besseren Ergebnis einen Strich durch die Rechnung“.
Den Höhepunkt lieferte die im Besitz von Dr. Gerd Apel stehende Schimmelstute Lilia, die sich in Hamburg in eindrucksvoller Manier ein Listen-Rennen während der Hamburger Derbywoche schnappen konnte, neben dem dritten Platz von Bittersweetsymfony im ehemaligen Gontard-Rennen von Baden- Baden, ebenfalls in einer Listen-Prüfung.
Im Januar des laufenden Jahres wurde die Trainerin erneut operiert, Folgen eines bekanntlich im Jahre 2007 erlittenen Beckenbruchs. Aktuell kuriert sie auch eine Fraktur des Wadenbeines aus, befindet sich jedoch wieder auf dem Weg der Besserung, wobei ihr sicherlich der Stallgeruch im wahrsten Sinne des Wortes Beine machen wird. „Den Zusammenhalt der Mannschaft möchte ich vor allen Dingen in diesem Zusammenhang hervorheben. Der Stall ist in Schwung, Lutz war und ist immer präsent. Das hat alles sehr gut geklappt.“
Und dass der Rennstall Mäder prima aus den Startlöchern gekommen ist, beweist die Tatsache, dass man bereits vier Siege in jüngster Vergangenheit erzielen konnte. Darunter befindet sich der Maidensieg eines versprechenden Dreijährigen namens Torres, mit dem Erika Mäder nicht geringe Hoffnungen verknüpft, und der vielleicht für weitere positive Nachrichten sorgen kann. Aber dazu später mehr. Auffällig ist natürlich auch das starke Kontingent von Ransom O‘ ´War-Nachkommen, mit dem Erika Mäder bekanntlich große Erfolge feiern konnte.
„Wenn es so weiterläuft, stehen wir vor einer guten Saison“, zeigt sich die Trainerin dann auch überzeugt. Den Anfang macht im vfierzigköpfigen Lot der vielseitig einsetzbare Smarten Die, fünffacher Sieger, der sich wie noch vier weitere Capricorn-Pferde aus Gründen der Bestandsreduzierung auf dem Markt befindet, soll heißen, zur Auktion nach Baden-Baden gehen wird.
„Ich bedaure dies sehr, denn er hat im Winter wieder zu feiner Form gefunden, ist gesund und einsatzbereit, dazu hat Smarten Die auch auf Gras gewonnen, ist also ein interessantes Startpferd.“ Dies sieht nicht anders bei Smokejumper aus, dem die Trainerin mehr als nur eine Träne nachweinen würde. „Ein toller, selbstbewusster Typ, der gerade erst gewonnen hat, obwohl er innen festsaß. Dem traue ich noch einiges zu.“ In Düsseldorf im zweithöchsten Ausgleich an den Start kommen wird Nightdance Honor, der den ersten Auftritt in Hoppegarten noch benötigt hatte. „Er wurde im vergangenen November kastriert, hatte noch nicht gänzlich ausgehaart.“
Ausgleich-II-Sieger Acotango wird sich am kommenden Wochenende erstmals wieder kampfbereit an der Stätte seines Sieges, am Grafenberg, präsentieren. „Ein richtiger Muskelprotz, der eine sehr gute Entwicklung genommen hat. Ihm traue ich die Bestätigung seiner gezeigten Leistungen und darüber hinaus noch einiges zu“, so seine Chefin.
Wieder heranführen an alte Leistungen möchte man den guten Flieger Adamantinos, Fünfter in der Goldenen Peitsche von 2007, der eine Fissur mittlerweile überstanden hat, über Winter auf Koppel weilte und demnächst als Wallach an den Start gehen wird.
Seine vierjährige Schwester All on Sugar stellt ein mächtiges, starkes Pferd dar und steht nach einer überstandenen Hufverletzung ebenfalls wieder zu neuen Taten bereit. „Swansea hatte mit Luftproblemen zu kämpfen, konnte deswegen ihr Talent nie so recht unter Beweis stellen. Die Stute wurde operiert und steht nunmehr ebenso wieder zur Verfügung, sie sollte sich für die Zucht qualifizieren können und noch einiges nachholen.“
Auch der als nützlicher Handicapper bezeichnete und sehr gut aussehende Moscato wurde kastriert, konnte jüngst in Köln auf unpassendem Geläuf noch keine Akzente setzen, „sollte seinem Besitzer jedoch demnächst noch Spaß bereiten“, so die Trainerin.
Der siebenjährige Ostenhofer Gattinaro schaffte 2008 zwei Siege und mag mittlerweile, obwohl ursprünglich als „Bodenweich-Pferd“ verschrien, auch gutes Terrain. „Der alte Kämpfer ist ein ordentliches, praktisches Pferd und immer noch für einen Treffer gut.“
Aus eigener Zucht stammt der von Big Shuffle stammende vierjährige Wallach Feather Cloud, der sich 2008 neben seinem Maidenerfolg auch im mittleren Handicap bewähren konnte. „Ihm traue ich mindestens Ausgleich-II-Format zu, vielleicht springen wir ihn auch über kurz oder lang ein.“ Jede Menge laufen kann nach Ansicht der Chefin die aus der Stauffenberg-Zucht stammende Zuckerpuppe. Einziges Manko: Sie steht mit der Startmaschine auf Kriegsfuß. „Deshalb haben wir sie eingesprungen. Sie besitzt viel Talent, sieht super aus und hat weiter ausgelegt.“
Jüngst unterlag die Seattle Dancer-Tochter in einem Hürdenrennen im englischen Plumpton nur denkbar knapp. Vom selben Deckhengst stammt der Wiesenhof-Bloodstock Galopper Four Dancers, über den Erika Mäder voller Hochachtung spricht. „Ein tolles Pferd. Er bot im Hamburger Meilen-Auktionsrennen und zuvor in Baden-Baden eine starke Partie, verletzte sich leider beim letzten Start im August vergangenen Jahres, dieser Pechvogel.
Diese Geschichte ist mittlerweile aber ausgestanden, so dass er am kommenden Wochenende am Düsseldorfer Grafenberg seinen Wiederauftritt haben wird. Gesundheit vorausgesetzt, dürfte der Vierjährige noch einiges nachholen können. Das in der letztjährigen Stallparade geäußerte Verbesserungspotenzial wurde seitens von Lilia genutzt. Die Dashing Blade-Tochter steigerte sich um über 15 Kilos gegenüber der Saison 2007.
„Beim letzten Start im Kölner Listen-Rennen verschluckte sie die Zunge. Das Laufen ist entschuldigt. Die Stute liebt weiches Geläuf, wir verbinden mit ihr die Hoffnung, eine Gruppe-Platzierung zu schaffen.“ Eine Listen-Prüfung, der Frühjahrs-Stuten-Sprint in Hannover über 1400 Meter, hat man für Hartanya, einer Tertullian-Tochter, ausgewählt, der man eine Black Type-Rolle durchaus zutraut. Sie weilte jüngst noch auf den Koppeln ihres nicht zuletzt in der Warmblutzucht aktiven Züchters.
Für den Preis der Hotellerie in Baden Baden hat man die Hoffnungsträgerin Bittersweetsymfony, eine sehr große, schöne Stute, die ihr Können schon unter Beweis gestellt hat, vorgesehen. Ihr sollte man das Jahresdebüt nicht allzu hart ankreiden. Nach Wegrutschen im Rennen kam sie leider klamm zurück in Köln. Dies ist aber inzwischen ausgestanden. Für die Hawk Wing-Tochter sollte der Boden nicht allzu schwer sein.
Für Negroni wurde die Luft im Handicap 2008 etwas dünner, „sie gedenkt wohl offensichtlich nur mit Herrn Starke schnell zu laufen, zeigte nur mit ihm gute Leistungen. Mit ihr möchte ich in der laufenden Saison noch etwas nachholen“, so ihre Betreuerin. Die auf Zoppenbroich groß gewordene Festspiel kam 2008 mit drei Siegen richtig ins Rollen, genauso, wie sich die Trainerin dies vorgestellt hatte. „Was für ein Bild, das sie abgibt, bildschön, sie steht allerdings noch im Haar. Sie war nun wirklich eine Spätzünderin, ist übrigens auch inzwischen eingesprungen.“
Die Irin Pastellrosa überwinterte in Harzburg in ihrem Heimatgestüt. Die Stute entwickelte bei ihrem letzten Start einiges Pech, als sie durch einen rutschenden Sattel bedingt ihren Reiter verlor. „Sie soll sich für die Zucht qualifizieren, was ich auch zutraue“, so ihre Betreuerin.
Einen imponierenden Maidensieg mit fünf Längen Vorsprung landete Torres, der Hoffnungsträger des Quartiers im Derby-Jahrgang, auf den die Trainerin schon im vergangenen Jahr entsprechenden Mumm hatte. „Ihn hatten wir auf der Auktion zu einem vernünftigen Preis erstanden. Der Hengst hat sich wirklich toll entwickelt und unsere Erwartungen in Hoppegarten mit einer starken Leistung auch erfüllt.“ Er verkaufte sich auch im Frankfurter Grupperennen gut.
Auch Hansom, ein Ransom O‘ ´War-Sohn aus der Kahrs-Zucht, verfügt über einiges Potenzial. ‚Er gehört zum Besten, was ich im Dreijährigenjahrgang aktuell zu bieten habe‘, sagt die Trainerin über den in Frankfurt erfolgreichen Hengst. Hansom besitzt Nennungen für diverse bessere Dreijährigen-Prüfungen.“
Stall Harlekins Bailador, ein Jährlingsauktionskauf, hat im Training bereits einen sehr guten Eindruck hinterlassen, musste allerdings auf Grund einer Hufverletzung einige Zeit aussetzen. „Der Hengst wird noch etwas Zeit benötigen, um an den Start zu kommen.“ Talent sei zweifellos vorhanden.
Als charakterlich einwandfrei und Pferd mit Perspektive wird Bo Jangles beschrieben, der noch im Haar steht und zugleich in der Entwicklung. Der Hengst hat Nennungen für diverse Auktionsprüfungen erhalten. In Feather O´War sieht Erika Mäder einen nützlichen Handicapper, der seine Rennen gewinnen wird und sich aktuell besser macht als gedacht.
„Erst einmal muss er aushaaren, mit einem ersten Start vor Ende Mai ist bei ihm jedoch nicht zu rechnen.“ Von keinem Geringeren als Rock of Gibraltar stammt der hübsche Fuchs Circus Maximus ab, dessen Mutter tragend erstanden worden ist. Leider wurde er beim zweiten Start reiterlos, als er gut gehend in den Endkampf eingreifen wollte. Der Wallach ist gesund und demnächst einsatzbereit. Auch dieser Dreijährige wird auf der Auktion in Baden-Baden aufgeboten.
Göttlich gezogen ist La Reine Noir, eine Rainbow-Quest-Tochter aus der Stauffenberg-Zucht, die als Schwester zu Lady Marian alle Voraussetzungen für eine große Karriere, ob auf der Rennbahn oder in der Zucht mitbringt. „Die Stute verfügt über einiges Können, wurde allerdings durch eine Erkältung zeitlich etwas zurückgeworfen. Sie zählt zweifellos zu meinen Hoffnungsträgern im Quartier.“ Distanzen um die 2000 Meter sollten für sie in Frage kommen“.
Einen richtig guten Eindruck hinterlässt ebenso momentan Handle with Care, die in Kürze ihren Erstauftritt abolvieren sollte. Diese Stute ist im Übrigen auf dem Markt. „Die kann eine Menge laufen und sollte wie einige aus ihrer Familie nicht aus der Art geschlagen sein“, so die Trainerin. Aus ihrer Zucht stammt der Erstling aus der Goofalik-Tochter Kendra mit Namen Kerima, die bereits vier Mal 2009 am Ablauf erschienen ist.
„Sie hat es gegen die Pferde der großen Ställe schwer, braucht Rennen bis 1200 Meter, und die muss man allerdings suchen. Die Stute wird in Zukunft zurecht kommen“. Mit dem Saisoneinstand der mit einem guten Ruf ausgestatteten Fancy Diamond in einer Listenprüfung in Düsseldorf zeigt man sich in ihrer Umgebung keinesfalls einverstanden und will es beim nächsten Mal erstmals mit Scheuklappen versuchen, „denn ihre Arbeitsleistungen waren gut, die sympathische Stute hatte zudem im Rennen vieles gegen sich und soll sich demnächst von besserer Seite zeigen. Sie kann viel mehr.“
Khedara wurde aus dem Nachlass von Baron von Kap-her erstanden und steht bald vor ihrem Debüt. Doch könnte das schöne Modell auch eine Kandidatin für Baden-Baden sein. Perseverancia stammt aus keiner Geringeren als der Diana-Siegerin Puntilla. Die Dreijährige machte schon als Fohlen einen sehr guten Eindruck. „Eine kleine, kompakte Stute, die sich allerdings erst noch anbieten muss und schon auf Grund ihrer Abstammung einige Hoffnungen auf sich vereint“.
Beim jüngsten Jahrgang ist das Krefelder Stadtwaldquartier kopfstark vertreten. Als von allen Zweijährigen am weitesten entwickelt präsentiert sich die Azamour-Tochter At First Sight, eine Schwester von Adamantinos und All on Sugar. „Sie bietet sich schon nett an und macht akuell einen sehr guten Eindruck“, bringt es die Trainerin auf den Punkt.
Die Stute besitzt ebenso wie die Schloß Wald-Erbacherin Marushel eine Nennung für den Preis der Winterkönigin. „Ihre Mutter Marusha stand schon unter meinen Fittichen. Eine meiner Lieblingsstuten, die hart und immer kampfbereit agierte. Marushel verfügt über tolle Bewegungen und legt schön aus.“ Als ein echter „Hingucker“ präsentiert sich die Stauffenberg-Zucht vertretende Flames to Dust, eine Oasis Dream -Tochter, die sich charakterlich einwandfrei präsentiert und ihre Lektionen zur vollen Zufriedenheit der Trainerin absolviert. „Sie macht ganz schön etwas her und wird sicher alle Zeit erhalten.“
Sacabaya ist bereits durch ihren dreijährigen Bruder Smokejumper, der als höchstes GAG 91,5 Kilo ausgewiesen hat, empfohlen. „Als Vertreterin der Schwarzgold-Familie macht sich sehr gut und zählt zu meinen Hoffnungen des Jahrgangs 2007“, so die Chefin. Hervorragend angelassen hat sich auch der Auktionskauf Trust me, die schon als Big Shuffle-Stute einen frühen Einsatz vermuten lässt und sich damit als ein Hoffnungsträger für die Kampagne der Auktionsrennen präsentiert.
Ein früheres Aushängeschild des Rennstalles Mäder war die 93-Kilo-Stute Give me Five. Die Monsun-Tochter, eine Gruppe-III-Siegerin aus der Grey Pearl, ist beim jüngsten Jahrgang mit dem die französische Inländergeltung besitzenden Gottlieb vertreten, der natürlich von entsprechenden Hoffnungen begleitet wird.
Ob Mighty Prince seinem Namen alle Ehre macht, wird die Zukunft zeigen. Jedenfalls glaubt die Trainerin, ihn als einen von zahlreichen im Quartier ansässigen Ransom O‘ ´War-Nachkommen in der zweiten Jahreshälfte an den Start bringen zu können. Er verfügt über Nennungen im Winterfavorit und einigen Auktionsrennen.
Aber auch Cutting Edge, der sich als mittelgroßer Typ darstellt, macht bei der Präsentation nicht geringen Eindruck. „Ein sympathisches Pferd, das zur Zeit einen mächtigen Schub macht.“ Der Hengst besitzt Nennungen für diverse Auktionsrennen und für den Preis des Winterfavoriten. Für Letztgennanten verfügt auch Stall Oldenburgs Fabulous Four über eine Nennung. Der Halbbruder der sehr guten Four Sins ist zwar ein spät geborenes Fohlen gewesen, doch macht der kleine Kraftbolzen mit einem ordentlichen Hals alles prima mit.
„Bei ihm bin ich unheimlich gespannt auf die weitere Entwicklung, er könnte durchaus als Zweijähriger an den Ablauf kommen.“ Feather King wurde von der Trainerin gezogen und wird nach ihren Angaben nicht so früh zur Hand sein. „Seine Mutter Federwolke vertritt die Waldfrieder F-Familie, hat vier Rennen gewonnen und konnte 74 Kilo.“ Ebenfalls die Mäder-Zucht vertritt Kunos Ritter, der von allen nur als der kleine Kuno bezeichnet wird und als „Spitzbube“ hellwach scheint. In der Verwandtschaft seiner Mutter Kendra, einer Park Wiedingerin, tummeln sich zahlreiche überdurchschnittliche Pferde.













