„Schlenderhan ist bei den Galoppern das, was im deutschen Fußball der FC Bayern ist“, brachte es Sea The Moon-Mitbesitzer Niko Lafrentz im Frühjahr auf den Punkt, nachdem sich Deutschlands ältestes Privatgestüt nach einer schwachen Saison 2013 mit einem grandiosen Start ins Rennjahr 2014 endlich zurückgemeldet hatte.
Innerhalb von wenigen Tagen triumphierten Guardini, Guliani und Swacadelic. Auf einmal hatte der für unschlagbar gehaltene Sea The Moon echte Gegner in Sachen Derby zu befürchten.
Doch Gegner aus Schlenderhan wird es am kommenden Sonntag im Deutschen Derby für Sea The Moon vermeintlich nur einen einzigen geben. Denn wie schon die letzten Wochen immer wieder verkündet, peilt man das Rennen der Rennen nur mit Swacadelic an. Schlenderhan schickt seine Nummer 2 in Deutschlands Rennen Nummer 1 (Zum Langzeitmarkt)!
Ober im Fußball-Deutsch: Dem FC Bayern ist die Deutsche Meisterschaft nicht ganz so wichtig. Denn die Nummer 1 geht nach Paris. Mit Guardini zielt man auf den Grand Prix de Paris (der hoch eingeschätzte O’Brien-Kandidat Geoffrey Chaucer wird nach seinem kurzfristigen Nichtstart im Irish Derby ebenfalls nach Paris reisen), der eine Woche nach dem Blauen Band gelaufen wird. Im Bois du Bolougne geht es für Guardini als in Frankreich gezogenes Pferd um mehr Geld als in Hamburg. Sportlich ist ein Derby aber natürlich mehr wert.
Guardini ist die klare Nummer 1 des Stalles. Daraus machte Trainer Jean-Pierre Carvalho nie einen Hehl, bestätigte das auch noch einmal gegenüber dem französischen Fernsehen, nachdem der Dalakhani-Sohn vor wenigen Wochen in Chantilly zum Gruppesieger aufstieg.
„Ich habe es schon lange gesagt und bleibe dabei, Guardini ist der beste Dreijährige über den Weg in meinem Stall. Der Grand Prix de Paris also ist eine realistische Option“, hieß es unmittelbar nach dem tollen Chantilly-Triumph unter Christophe Soumillon. Dass Carvalho als Franzose der Grand Prix de Paris durchaus wichtiger sein könnte, als das Deutsche Derby, ist vielleicht noch nachvollziehbar. Aber was ist mit Baron von Ullmann?
Ullmann galt immer als einer der ganz großen Fans des Deutschen Derby. Das Rennen der Rennen war für ihn stets das wichtigste Ereignis seiner Dreijährigen. Doch dieses Jahr scheint das erstmals nicht so zu sein. Seine Nummer 1 wird am Montag zur nächsten offiziellen Streichung (solange kann man genannte Pferde noch aus dem Rennen nehmen und sie eben auch wieder hineintun) vermeintlich nicht mehr im Aufgebot des Deutschen Derby sein. Und das, obwohl auch der Boden ganz nach dem Geschmack von Guardini werden wird.
Fragt man Kenner der Szene, trauen diese Guardini allemal zu, Sea The Moon zu bezwingen. Bei Swacadelic sind sie sich nach einer klaren Niederlage in der Union eher unsicher (Video ansehen).
Das weiß auch der Baron. Und genau aus diesem Grund überlegt dieser wohl noch, was die richtige Entscheidung ist. Während es für Carvalho und Co. nur Paris geben soll, berichten Kenner der Szene davon, dass der Baron insgeheim noch unentschlossen ist.
Bis am Montagmorgen hat der Baron Zeit, sein Team umzustimmen und seine Nummer 1 in Deutschlands Rennen Nummer 1 zu schicken. So, wie er es früher immer gemacht hätte. Deutschland soll Frankreich im WM-Viertelfinale schlagen.
Bei Guardini würde es reichen, wenn er die Franzosen im Prix de l’Arc de Triomphe bezwingt. Vorher kann er Deutschlands wichtigstes Rennen gewinnen und dem Baron den nächsten Derbysieg bescheren. Und jeder, der Ullman kennt, weiß, dass dieser bis zur letzten Sekunde überlegen wird die perfekte Entscheidung in Sachen Derby-Coup zu fällen.











