Zwei Hengste sind am Sonntag im Hessen-Pokal am Start, die den Gruppe-Rennen der letzten Wochen in Deutschland ihren Stempel aufgedrückt haben: Wiesenpfad und Lucidor, zwei Dreijährige, die sich zum Saisonende enorm gesteigert haben. Wiesenpfad gewann in Düsseldorf in einem Stil, der vermuten lässt, dass er seine Karten noch nicht aufgedeckt hat.
Diesmal ist der Weg um 300 Meter weiter, doch Trainer Waldemar Hickst hatte schon unmittelbar nach dem Erfolg im Grossen Preis der Landeshauptstadt Frankfurt als nächstes Ziel ins Auge gefasst. „Die längere Distanz wird kein Problem darstellen“, glaubt er, zumindest nach Abstammung kann man nur zustimmen. Da Andreas Suborics, der Düsseldorfer Siegjockey, nach Japan geflogen ist, wurde mit Johan Victoire der Siegreiter von Baden-Baden engagiert.
Lucidor, in Düsseldorf gegen Wiesenpfad noch chancenlos, kam anschließend souverän in Bremen zum Zuge und, wie von Erika Mäder angekündigt, wurde er am Mittwoch für den Hessen-Pokal nachgenannt. „Er hat das Bremer Rennen bestens weggesteckt, hat sehr gut gearbeitet“, meldeten unsere Trainingsbeobachter aus dem Stadtwald. Nur: Auch für ihn geht es jetzt über eine weitere Distanz und über 2000 Meter hat der Zafonic-Hengst, für den wieder der mögliche Vize-Champion Eddy Pedroza gebucht wurde, noch nicht gewonnen.
Zwei weitere Dreijährige treten an, stehen vom Gewicht her zumindest etwas günstiger: Mharadono (Wladimir Panov), bei dem Trainer Peter Hirschberger hinter Distanz und dem erstmaligen Antreten auf einer Linksbahn Fragezeichen setzt, und die Schlenderhanerin Ioannina (Filip Minarik), der ihr Trainer ein gutes Abschneiden prophezeit. Peter Schiergen wird die Stute sicher mit einer gewissen Wehmut satteln: Es ist sein – zumindest vorerst – letzter Starter für das Gestüt Schlenderhan.
Schwer zu prognostizieren, wer der beste ältere Kandidat in dem 50 000er ist.
Lokalmatador Heinz Hesse ist gleich mit drei Sätteln Richtung Boxen unterwegs, Bailamos (Adrie de Vries) hat nun schon ewig nicht mehr gewonnen (Hesse: „Immer, wenn man denkt er gewinnt, läuft er wieder nicht so gut. Das war schon bei Peter Schiergen so, der ihn vorher trainiert hat.“), für Golden Rose (Jozef Bojko) ist es wohl der Abschied von der Rennbahn, es geht in die Zucht, für Grantley (Hana Mouchova) dagegen ein Comeback. Es wird nicht einfach werden, kaum auch für die gleichfalls am Platz trainierten New Inspiration (Karoly Kerekes) und Spatzolita (Andreas Helfenbein).
Zwei interessante „Ältere“ kommen aus Köln. Storm Trooper (Andrasch Starke) ist noch nicht lange bei Peter Schiergen stationiert. In Norwegen ist Shiroccos älterer Bruder nicht recht glücklich geworden, in Bestform müsste er schon dabei sein. „Je nach Lust und Laune“, fügt sein Betreuer an. Passend durchlässigen Boden sollte Harar (William Mongil) antreffen, bei dem die Distanz aber sicher schon die unterste Grenze sein sollte. Trainer Andreas Löwe erkennt die letzte Vorstellung nicht an, „da war das Rennen schon in der Anfangsphase gelaufen“, berichet er.
„Weicher Boden wäre günstig“, sagt auch Trainer Michael Sowa zu Obrigado (Eugen Frank), der die letzten Vorstellungen aber noch steigern muss. Ein starker Konkurrent sollte Mohandas (Terry Hellier) sein. Die Leistung von der Heimatbahn war hervorragend, die Distanz sollte auch passen. Komplettiert wird das Feld von Chiron (Andreas Boschert) und dem auf dieser Ebene vielleicht doch überforderten Orange Blue (Carolin Lippert).











