Wiener Walzer Nichtstarter – de Vries gewinnt trotzdem

Am Sonntagmorgen war der Schlenderhaner Wiener Walzer wegen des durchlässigen Bodens in Köln aus dem Rheinland-Pokal in der Domstadt abgemeldet worden. Dennoch nahm sein Reiter Adrie de Vries an der Gruppe I-Prüfung für die Steher über 2400 Meter teil. Denn der Niederländer ersetzte Frankie Dettori auf dem Mitfavoriten Campanologist.

Der italienische Starjockey war auf dem Weg von Düsseldorf, wo sein Flugzeug gelandet war, nach Köln nach einem Unfall auf der Autobahn in einem Stau stecken geblieben und konnte die Rennbahn nicht pünktlich erreichen.

Das kleine Fünferfeld – neben Wiener Walzer war auch Titurel zum Nichtstarter erklärt worden – nahm das Rennen auf dem schweren Boden unter Führung des Norwegers Appel Au Maitre auf. Hinter ihm lagen die beiden Asterblüte-Vertreter Quijano und Lyssio, dann folgten Campanologist und am Ende des Feldes der Favorit Zazou.

In der Zielgeraden griff an der Außenseite gleich Campanologist den führenden Appel Au Maitre an, der dieser Attacke auch nichts entgegenzusetzen hatte. Innen war aber auch Terry Hellier mit Zazou zur Stelle, und es entbrannte der Kampf zwischen den beiden Favoriten.

In diesem erwies sich der von Saeed bin Suroor trainierte Kingmambo-Sohn (Foto), der am Toto 30:10 notierte, aber als der größere Steher. Auf den letzten 200 Metern konnte er sich sogar noch leicht von Zazou lösen, dem ersichtlich die Distanz zu weit wurde (Video ansehen).

Das führte dann sogar dazu, dass er den Ehrenplatz an den noch einmal anziehenden Appel Au Maitre verlor. Hinter diesem kam deutlich zurück Quijano zum vierten Geld vor dem chancenlosen Lyssio.

‚Wir hatten schon etwas Bedenken wegen des schweren Bodens, aber der Jockey hat ihm immer eine gute Lage gesichert und es hat alles bestens geklappt. Nun läuft er im Großen Preis von Baden‘, erklärte Trainer Saeed bin Suroor nach dem Rennen.

‚Als das Team von Godolphin nach einem Jockey gesucht hat, habe ich gesagt, dass ich reiten kann. Heute morgen war ich noch enttäuscht, als ich vier Nichtstarter hatte, aber nun hat sich alles zum Guten gedreht. Campanologist war unterwegs ganz relaxed. Als ich ihn in der Zielgerade nach außen genommen habe, hat er toll angepackt. Er hatte das größere Stehvermögen als Zazou‘, erklärte Adrie de Vries bei der Siegererhung.

‚Es hat sich heute ganz eindeutig gezeigt, dass die 2400 Meter Zazou zu weit werden, gerade auf einem solchen Boden‘, so Mario Hofer über den Dritten.

Groß war die Freude bei Fredrik Johansson, dem Jockey von Appel Au Maitre. ‚Er ist ein phantastisches Rennen gelaufen‘, so der Reiter des norwegischen Gastes.

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