Wieder deutscher Sieg? Saldenzar will auf Ungarn-Thron

Alle großen Rennsport-Nationen haben inzwischen ihren Primus unter den Dreijährigen ermittelt. Vor einer Woche taten dies Deutschland und Irland mit ihren Derbies, nachdem traditionell Italien den Auftakt gemacht hatte. Jetzt sind die kleineren Ländern mit ihrem jeweiligen „Blauen Band“ dabei, ihren Besten im Jahrgang 2004 zu küren.

In Österreich oder Tschechien z. B. ist dies bereits geschehen, wobei es in Ebreichsdorf/Wien mit Proud Boris unter Rastislav Juracek und in Velka Chuchle/Prag durch Medeo Siege von in Deutschland gezogenen Pferden gab. Sehr gute Chancen, die Bilanz weiter auszubauen, eröffnen sich der hiesigen Zucht am Wochenende, wenn in den Der­bies von Holland und Ungarn deutsch gezogene Pferde mit erstklassigen Chancen antreten und von den Experten als Favoriten betrachtet werden.

So tritt der von der Bremerin Marlene Haller gezogene Saldenzar, ein Zinaad-Sohn aus der Salden­geste, im 1925 gegründeten Kincsem Park von Budapest, der 2005 eine Rundumerneuerung erfah­ren hatte, als das zu schlagende Pferd im Magyar Derby an, für das RTL die Patenschaft übernom­men hat.

Siebzehn Pferde streiten in dieser über 2400 Meter führenden Prüfung, die erstmals im Jahr 1921 gelaufen wurde, um 11.000.000 Forint, umgerechnet 44.000 Euro.

„Für mich gewinnt Saldenzar, der als Zweiter zu Proud Boris im Österreichischen Derby eine so starke Leistung ge­zeigt hat, dass es diesmal reichen sollte“, erklärte der aus Ungarn stammende und derzeit auf Job­suche befindliche Jockey Karoly Kerekes, der am Dienstagmorgen anlässlich der Derby-Presse­konferenz in Budapest weilte.

Der 28-jährige, der am 23. Juni Vater des kleinen Martin geworden ist, wurde für Proud, eine Stute, verpflichtet, der nach Ansicht des mit den Gegebenheiten des ungarischen Rennsports noch immer auf dem Laufenden befindlichen Jockeys eine gute Außen­seiterchance eingeräumt werden kann. Er sitzt erstmals im Rennsattel der Stute, mit der er sich aber bereits im Training vertraut gemacht hat.

Hinter dem vom Polen Piotr Kro­wicki gerittenen Salden­zar, der dem Stall Szindikatus gehört, von Istvan Papp trainiert wird und somit ungarische Interesse vertritt, sieht Kerekes die unter Zdenko Smida aufgebotene Rubinia an zweiter Stelle unter den Favoriten. „Sie vertritt eine Familie, die schon zahlreiche Rennpferde gebracht hat, müsste ganz weit vorne dabei sein. Proud war schon einmal Zweite zu ihr in Bratislava, so dass ich, über diese Leistung gerechnet, durchaus optimistisch sein kann“, erklärte Kerekes, der im Rahmenprogramm „volles Programm hat“, denn er absolviert in allen Prüfungen Ritte.

Gut beschäftigt ist auch Rastislav Juracek, der sich mit Proud Boris in Österreich seinen er­sten Derbysieg holte und nun Anlauf auf einen zweiten Erfolg nimmt. Er steuert mit Amerika aller­dings einen Außenseiter. Juracek wurde auch für Ritte im Rahmenprogramm gebucht.

Schon im Vorjahr hatte es einen Sieg eines deutsch gezogenen Starters gegeben, als der aus der Zucht des Eifeler Gestüts Martinushof stammende Thunder Groom als Favorit die Konkurrenz hinter sich ließ und somit Nachfolger des 2005 erfolgreichen Rosenblatt wurde, der unter Peter Heugl für Trainer Mario Hofer gesiegt hatte.

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