‚Ein Umzug ist denkbar“, dies war die Headline zu einem Interview, das Werner Baltromei (Foto) im Frühjahr 2006 dem Magazin „VOLLBLUT“ gab. Der Mülheimer Trainer, der vor allem mit seinen Frankreich-Gastspielen seit einigen Jahren überaus erfolgreich agiert, zielte bezüglich eines Ortswechsels dabei natürlich auch auf das Nachbarland. Was absolut nachzuvollziehen wäre, zumal auch die Trainingsbedingungen am Mülheimer Raffelberg längst nicht mehr seinen Vorstellungen entsprachen.
„Ja, ich habe gegenüber dem Mülheimer Rennverein Druck ausgeübt, auch standen meine Besitzer hinter mir, sahen auch längst ein, dass etwas Passieren musste“, so Werner Baltromei, dessen berechtigte Klagen bei den Veranwortlichen am Raffelberg nicht auf taube Ohren stießen. „Uns war schon klar, dass wir Herrn Baltromei in Mülheim als Trainer verlieren würden, wenn wir nicht reagieren“, war sich Mülheims Rennvereins Präsident Hans-Martin Schlebusch im Klaren.
Auch der Vorstand sah es so und beschloss, die Stallungen auf dem Gelände am großen Hof (etwa in Höhe zu beginn der Zielgeraden) von Grund auf zu renovieren und umzubauen. Insgesamt soll dann eine Kapazität von rund 120 Boxen zur Verfügung stehen.
„Sie alle stehen Werner Baltromei zur Verfügung. Die bislang auf diesem Gelände stationierten Trainer Klaus Heinke, Hans-Jürgen Fries und Doris Smith bekommen die Gelegenheit, eine anderen Trakt auf dem Mülheimer Trainingsgelände zu beziehen“, so Hans-Martin Schlebusch, der die Kosten für die Restaurierungsmaßnahmen auf 150.000 bis 200.000 Euro schätzt. „Wir haben Herrn Baltromei auch die Firma Kirst als Boxenbauexperten zur Verfügung gestellt“, fügt Mülheims Präsident hinzu.
Selbstverständlich kann der Mülheimer Rennverein Raffelberg diese finanzielle Last nicht schultern. So wird diese Investition für fünf Jahre an die Firma des Golfplatzbetreibers Ralf Schmitz, SRS Enterprise, verpachtet. „Ein Teil des monatlichen Ertrages erhalten auch wir“, klärt Hans-Martin Schlebusch auf und fügt hinzu: „Immerhin beliefen sich die Einnahmen aus dem Trainingsbetrieb von Werner Baltromei auf rund 45.000 Euro im Jahr.“
Bereits in diesen Tagen laufen die Arbeiten auf dem großen Hof an, bereits im Januar sollen die ersten Pferde von Werner Baltromei vom jetzigen Standort auf dem alten Gutshof umziehen. Man geht davon aus, dass die Arbeiten bis Ende März beendet sein werden.
„Ich denke, dass ich dann rund 100 Pferde trainieren kann. Und unter sehr guten Bedingungen“, sieht Werner Baltromei seine Zukunft nun doch auf der Mülheimer Galopprennbahn gesichert.












