Was f?r eine Vorstellung! Oriental Tiger begeistert alle

Es gibt Rennen, die werden einem noch sehr lange im Gedächtnis bleiben. Andere vergisst man schnell wieder. Der Rheinland-Pokal der Sparkasse KölnBonn, ein mit 155.000 ausgestattetes Gruppe I-Rennen über 2400 Meter am Sonntag vor vollbesetzten Rängen in Köln, gehört zur ersten Kategorie.

Es war schlichtweg begeisternd, wie sich der Rennverlauf in diesem Top-Event des Sommers im Weidenpescher Park entwickelte (Video ansehen).

Aber nicht der auf 13:10 heruntergewettete Papal Bull, das drittbeste Pferd der war es, der das Publikum von den Sitzen riss. Sondern der Auenqueller Oriental Tiger (Foto), den Uwe Ostmann zu zwei Triumphen im Frühjahr auf dieser Bahn geführt hatte.

Nach der Schlappe beim Badener Frühjahrs-Meeting, als der nicht immer einfache Tiger Hill-Sohn vorne nicht zu halten war und rätselhaft lief, hatte der Fünfjährige die Pause offenbar glänzend genutzt.

Terry Hellier vierter Erfolg in diesem Event war eine Augenweide. Mit riesigem Antritt ließ er die 56:10-Chance vorne treten, was das Zeug hielt. Mit den Bögen hatte er nicht die geringsten Probleme. Und dann stockte den Zuschauern fast der Atem, denn mit fast zwanzig Längen stiefelte der ‚Tiger‘ vorneweg.

Die anderen schienen das gar nicht zu realisisren, denn Kamsin, Akiem und Papal Bull ließen ihn vorne gewähren. Zwar verkürzte sich der Abstand im Schlussbogen ein wenig, aber im gewöhnlichsten Handgalopp zog der Hengst weiter, zermürbte regelrecht die Gegner. Sieben Längen betrug der Vorteil im Ziel!

Derbysieger Kamsin erkämpfte sich Rang zwei gegen den spät auf Touren kommenden Papal Bull, der gewiss die Enttäuschung der Prüfung war. Akiem, First Stream und Prinz hatten dahinter nicht den Hauch einer Chance.

‚Ich hätte nie gedacht, dass Oriental Tiger solch eine Vorstellung zeigen würde. Aber Köln ist seine Lieblingbahn‘, war auch Uwe Ostmann überrascht von dieser Vorstellung. ‚Der Arc ist das Ziel‘, hieß es von seinen Besitzern. Und wer weiß, wenn Oriental Tiger nicht gerade eine Reihe von Pacemakern das Konzept verderben, ist durchaus auch in Longchamp etwas möglich.

Kamsin unterlag in allen Ehren. ‚Das war okay, weicher Boden wäre aber besser gewesen‘, sagte Peter Schiergen, der mit dem Derbysieger nun Baden-Baden ansteuert.

Eine ungewöhnliche Erklärung hatte das Team um Papal Bull. ‚Er kam mit den engen Bögen auf dieser Bahn nicht zurecht‘, sagte Jockey Ryan Moore. Aber Oriental Tiger war ohnehin eine Welt für sich an diesem denkwürdigen Nachmittag.

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