Ein toll besetzter Großer Dallmayr-Preis hielt am Sonntag bei fantastischem Wetter und gutem Besuch (16.500 Zuschauer wurden auf dem Hippodrom gezählt), das, was er versprach. Nach einem spannenden Rennen und tollem Finish siegte der Galopper des Jahres, und Titelverteidiger der Champions League, Iquitos, unter Daniele Porcu gegen den englischen Gast Best Solution, hinter dem Potemkin wie im vergangenen Jahr Dritter wurde. Platz vier ging an den Derby-Zweiten Enjoy Vijay.
Mit der bekannten Taktik des Wartens sah man Iquitos in dem mit 155.000 Euro dotierten Gruppe I-Rennen über 2000 Meter zunächst im hinteren Teil des Feldes an vorletzter Stelle, hinter ihm lag nur noch Enjoy Vijay. Vorne gab es richtig gutes Tempo, denn Palace Prince, Air Pilot und Boscaccio, der es am Ende am besten konnte, kämpften um die Spitze, schnell war auch Best Solution in vorderer Linie auszumachen, der Favorit Potemkin lag im Mittelfeld.
In der Zielgeraden wurde Boscaccio schnell von Best Solution passiert, der sich unter Gerald Mosse dann auch zunächst etwas Luft verschaffen konnte. Innen hatte Wild Chief einen starken Moment, Daniele Porcu, der erstmals im Sattel von Iquitos saß, setzte den Adlerflug-Sohn ebenfalls an der Innenseite ein, in der Bahnmitte war Potemkin zur Stelle, doch rutschte bei diesem der Sattel, sodass Eduardo Pedroza nicht so agieren konnte, wie gewünscht. Enjoy Vijay versuchte es an der Außenseite, musste aber viel Boden gutmachen.
Etwa 300 Meter vor dem Ziel ging Iquitos, der zur Qute von 69:10 ins Rennen gegangen war, nach vorne, und damit war die Frage nach dem Sieger eigentlich schnell beantwortet. Bis zur Linie löste sich der Fünfjährige des Stalles Mulligan noch auf eineinhalb Längen Vorsprung von Best Solution, hinter dem es dann zweidreiviertel Längen bis zu Potemkin waren, der mit einem Hals Enjoy Vijay für Platz drei hielt, und somit genau auf den gleichen Rang kam, wie vor zwölf Monaten.
„Das schnelle Rennen kam ihm natürlich entgegen, der Jockey hat heute zu 98 Prozent auch alles richtig gemacht. Das sagt sich zwar nach dem Rennen immer leicht, stimmt aber in diesem Fall“, so Altmeister Hans-Jürgen Gröschel, der mit seinem Crack natürlich nun wie geplant nach Baden-Baden gehen wird, und dann den Prix de l’Arc de Triomphe ansteuert. „Da haben wir zwar keine Chance, aber wir wollen uns mal mit den Besten messen“, so Gröschel nach dem Sieg (Zum Video).
Überglücklich war natürlich auch Siegjockey Daniele Porcu, der erstmals im Sattel von Iquitos saß. „Ich hatte mir alle seine Rennen angeschaut und habe ihn so geritten, wie seine Jockeys vorher. Der Rennverlauf war natürlich optimal für uns“, so der Italiener nach dem Rennen. Für Porcu war es der zweite Gruppe I-Treffer seiner Karriere, aber der erste in Deutschland. 2008 hatte er mit ralf Rohnes Estejo den Premio Roma gewonnen.









