Nachdem Andreas Wöhler vor dem Deutschen Derby seine beiden Spitzen-Dreijährigen verletzungsbedingt verlor und somit auch einen möglichen Erfolg im Blauen Band, gab es für den Ravensberger Trainer am Sonntag in Düsseldorf dafür den Sieg in der 157. Edition des Henkel Preises der Diana (500.000 Euro) über 2200 Meter. Wohl nur die wenigsten Experten haben mit dem Triumph der vom Gestüt Auenquelle gezogenen und nach ihrem Verkauf jetzt in Besitz von Australian Bloodstock stehenden Turfdonna gerechnet, doch die bis dato erst dreimal gelaufene Doyen-Tochter zeigte unter Eduardo Pedroza als 167:10-Außenseiterin vor gut 20.000 Zuschauern allen die Hufe.
Let’s Dance und Silvestre de Sousa gaben zunächst den Takt vor und führten das 13-köpfige Feld bis in den Einlauf. Hier war Turfdonna gleich zur Stelle und Pedroza blies zur Attacke. Auch Amona aus dem Rennstall von Andreas Löwe war dabei und kämpfte nun verstärkt um die Krone im dreijährigen Stuten-Jahrgang. Von den Favoriten war zu diesem Zeitpunkt wenig zu sehen. Einzig Stall Nizzas Nightflower fand besser in die Partie und wirkte immer zwingender, während Desiree Clary nicht richtig in Fahrt kam und mit der ebenfalls hochgehandelten Anna Katharina nur ein Duell um den fünften Platz führte, den sie gewinnen konnte.
Doch vorne marschierte Turfdonna, die zu jedem Zeitpunkt im Bilde war. Die Doyen-Tochter legte immer weiter zu und auch wenn Andrasch Starke, der mit seiner Wahl für Nightflower wieder den richtigen Riecher bewies, Innen jetzt stärker wurde, so kam der Sieg der Wöhler-Stute niemals mehr in Gefahr. Zweite wurde schließlich Peter Schiergens Nightflower vor der überzeugend laufenden Amona. Let’s Dance behielt im Kampf um Rang vier die Oberhand, dahinter folgten die erwähnten Desiree Clary und Anna Katharina. Die Favoritin der Prüfung, Peter Schiergens Lovelyn, fand unter Frankie Dettori nie ins Rennen und wurde nur Neunte (Zum Video).
Für Andreas Wöhler war es der dritte Diana-Sieg seiner Trainer-Laufbahn. 1991 gewann er mit Gestüt Hof Heidendoms Martsessa, vor einem Jahr war es die Etzeanerin Feodora, die als siegloses Pferd den Henkel-Preis der Diana gewinnen konnte. Eduardo Pedroza feierte seinen zweiten Erfolg im Stuten-Derby, nachdem er vor zwei Jahren mit Penelopa siegen konnte. Für Australian Bloodstock war es der bis dato größte Erfolg auf einer deutschen Rennbahn.
„Der etwas elastische Boden heute war für Turfdonna heute besser als in Hamburg, aber auch in der Arbeit hat sie seit dem noch mal eine Schippe drauf gelegt“, so Andreas Wöhler. Weitere Pläne für den Herbst sind für Turfdonna indes noch nicht geschmiedet. Überglücklich zeigte sich auch Eduardo Pedroza nach dem Rennen. „Wir hatten einen idealen Rennverlauf. Auf dem zweiten Rang konnte sie schön abschalten, im Einlauf hat alles wunderbar funktioniert“, so der viermalige Champion, dessen Kollege Andrasch Starke ebenfalls sehr zufrieden war. „Aus äußere Startbox habe ich Innen eine gute Lage gefunden, nach außen zu gehen, wäre zu aufwendig gewesen. Unter diesen schwierigen Umständen ist Nightflower ein riesen Rennen gelaufen.“












