Mitte der Woche absolvierte Orfevre in Chantilly eine weitere Trainingseinheit auf dem Weg zum Prix de l’Arc de Triomphe am übernächsten Sonntag in Longchamp. Unter Christophe Soumillon sollte der aktuelle Voraus-Favorit nicht schnell arbeiten. Vielmehr war es der Plan herauszufinden, wie sich Orfevre disziplinieren lässt.
Dazu Trainer Yasutoshi Ikee: „Soumillon wollte sehen, wie sich Orfevre hinter anderen Pferden in den Griff bekommen lässt. Unabhängig von ihm hatte ich dieselbe Absicht, es war ein zufälliges Zusammentreffen zweier gleicher Gedanken.“
Auf der runden Gras-Arbeitsbahn am Adlerberg ging Orfevre bei verhaltener Fahrt hinter drei Führpferden und sollte diese Position möglichst lange halten. Das klappte gut, wobei der letzte Kilometer laut Stoppuhr des Trainers in 70 Sekunden zurückgelegt wurde.
„Orfevre hat gut reagiert und Soumillon war glücklich mit der Art und Weise, wie sich der Hengst kontrollieren ließ. Orfevre ist mental etwas schwierig und manchmal nicht leicht zu dirigieren. Wenn er diese Charaktereigenschaft im Rennen unter Kontrolle behält, kann er den Arc gewinnen.“
Anfang der Woche kam bei den internationalen Buchmachern weiteres Geld auf Japans große Hoffnung auf den ersten Arc-Triumph. So ging in England beispielsweise eine 18.000-Pfund-Wette zum Kurs von 40:10 ein, die mit dafür sorgte, dass bei allen Orfevre-Festkursen nun eine 3 vorne steht.
Manche Buchmacher Englands haben den Fuchs bereits auf gut 32:10 gekürzt. 40:10 bietet auf der Insel nun niemand mehr an, bei Deutschlands offiziellem Wettanbieter des Rennspors, RaceBets.com, gibt es immerhin noch 37,5:10. Insider der Szene rechnen damit, dass Orfevre am Arc-Tag um die 25:10 notieren könnte.
Die japanischen Fans, deren Zahl am Renntag auf 6.000 vor Ort geschätzt wird, dürfen aber auch auf Kizuna hoffen. Der amtierende japanische Derbysieger hat mit seinem Erfolg im anderen Arc-Trial am vorletzten Sonntag einen Eindruck seiner enormen Klasse hinterlassen und war wiederum unter Yutaka Take am Mittwoch in Chantilly auf einer der Sand-Arbeitsbahnen unterwegs.
Sein Trainer Shozo Sasaki ist noch in Japan, gegenüber der Presse fand dessen Assistent Seiji Yamada nur lobende Worte: „Ich halte Kizuna für viel besser als noch vor dem gewonnenen Trial. Er hat weiter aufgepackt und sich zum Ende der Arbeit gut gestreckt. Er überzeugt mich konditionell nun so wie vor dem Derby, ist aber noch stärker geworden.“
RaceBets.com sieht den Hengst weiterhin als vierten Favoriten bei nun 100:10. Zwischen ihm und Orfevre befinden sich im Langzeitmarkt des Partners des deutschen Rennsports unverändert Treve bei 55:10 und Novellist bei 65:10, über die dessen Betreuer in der letzten Woche ebenfalls nur Positives zu berichten wussten. (Zum Langzeitmarkt)













