Der Grand Prix du Conseil General des Alpes Maritimes ist am Samstag der Höhe- und gleichzeitig Schlusspunkt des Riviera-Meetings in Cagnes-sur-Mer. 16 Pferde wurden am Donnerstag als Starter für die über 2500 Meter auf der Grasbahn führende Listenprüfung angegeben, die mit 75.000 Euro dotiert und gleichzeitig der erste Lauf zur Rennserie „Le Defi du Galop 2011“ ist.
In Deutschland trainierte Pferde, oder Pferde die in deutschem Besitz stehen, sucht man wie im Vorjahr vergeblich im Starterfeld. Doch dafür kommen gleich vier Ex-Deutsche an den Start sowie zwei Nachkommen von in Deutschland stationierten Deckhengsten.
Und diese beiden dürften sogar in der Favoritenrolle stehen, denn es sind zugleich die Pferde mit der höchsten Handicapeinschätzung. Die Rede ist vom Tiger Hill-Sohn Young Tiger und dem vom Gestüt Etzean gezogenen, für die Marquise de Moratalla laufenden Sholokhov-Hengst Timos.
Young Tiger, ein bereits zehn Jahre alter Wallach, der von Francois Rohaut trainiert wird und im Besitz von Javier Gispert steht, ist der Spezialist für die Rennserie „Le Defi du Galop“, denn in den vergangenen beiden Jahren gewann er zahlreiche Rennen dieses Wettbewerbs und jeweils auch die Gesamtwertung.
Schlechte Formen kennt Young Tiger einfach nicht. Man darf ihn auch am Samstag wieder weit vorne erwarten, auch wenn Jockey Francois-Xavier Bertras zwei Kilo mehr in den Sattel bringen muss, als die meisten seiner Konkurrenten.
Seinen letzten Start gestaltete Young Tiger Mitte Dezember in Toulouse zu einem Sieg, als er im Prix Max Sicard (LR) mit einem Hals gegen den früher von Doris Smith trainierten Dunaden erfolgreich war. Dieser war im Vorjahr Achter in diesem Rennen, ist am Samstag ebenfalls wieder mit von der Partie und steht diesmal ein Pfund günstiger im Rennen, so dass es durchaus wieder eng werden könnte.
Timos, der von Sylvain Ruis geritten wird, hat nach Papierform sicher die besten Referenzen. Gleich mehrfach war er im vergangenen Jahr auf Gruppe II-Ebene platziert. U. a. wurde der Sechsjährige Zweiter im Grand Prix de Chantilly.
Noch besser war aber wohl seine Leistung im Prix Foy im September in Longchamp, als er in dem Arc-Trial als Dritter nur eine Länge hinter dem späteren Arc-Zweiten Nakayama Festa, aber sogar vor dem Gruppe I-Sieger Byword bleib. Streng nach diesen Formen wäre Timos wohl kaum zu schlagen.
Allerdings hatte er im Prix de l’Arc de Triomphe und im Japan Cup anschließend schwere Rennen zu bestreiten, in denen er jeweils ohne Chance war. Sein Comeback in Cagnes erfolgte Ende Januar, als er in einer vergleichsweise harmlosen Aufgabe Dritter wurde (hinter Griraz und Diodoros, die am Samstag ebenfalls wieder mit von der Partie sind), eher ernüchternd.
Doch beim zweiten Start an der Riviera zeigte sich der Schützling von Thierry Doumen verbessert, als er mit Salontänzerin (Foto) und Fellini zwei Ex-Deutsche, die am Samstag erneut zu seinen Gegnern zählen, leicht hinter sich ließ.
Viertes früher in Deutschland trainiertes Pferd ist der Silvano-Sohn Löwenherz (Trainer Herve Billot), der unter Tony Piccone am Samstag aber zu den Außenseitern zählen wird. Zu erwähnen sind noch der Vorjahresdritte Poincon de France, der es sowohl nach Rechnung als auch aktueller Form nicht leicht hat, sowie der Kendor-Sohn Balajo (Marc Pimbonnet/Franck Blondel), der im Sandbahn-Grand Prix von Cagnes vor zwei Wochen Vierter war.









