Vier G?ste aus Norwegen: Neuroth-Quartett nach Krefeld

„Ja, das entspricht den Tatsachen“, erklärte der aus Duisburg stammende, aber schon seit Jahrzehnten in Norwegen ansässige Trainer Wido Neuroth am Telefon auf die Frage, ob es stimme, dass er demnächst einige Pferde in Deutschland vorbereiten werde.

„Am Mittwochmorgen hat sich der Transpor­ter mit vier Pferden von Övrevoll aus in Richtung Krefeld in Bewegung ge­setzt. Ich habe schon in früheren Jahren Pferde außerhalb von Skandinavien für internationale und nationale Aufgaben vorbereitet und damit gute Erfah­run­gen gemacht.

In den letzten Jahren war dies in Frankreich geschehen, für 2007 habe ich mich für Deutschland und dabei für Krefeld entschieden. Der Stadtwald ist eine ruhige Anlage ist, auf der nur zwei Trainer arbeiten, wobei ich erstklassigen Kontakt zu Erika und Lutz Mäder habe, der für mich schon vor fünfundzwanzig Jahren Rennen geritten hat, während ich über Erikas Pferde eine Elle für meine habe, wenn sie zusammen arbeiten“, ergänzte Widio Neuroth, seit Jahren einer der führenden Trainer im skandinavischen Raum.

Das Wido-Neuroth-Quartett umfasst hochkarätige Namen, mit Appel au Mait­re und Where in September zwei sehr veranlagte Dreijährige sowie Icaros und Solvana.

„Bei Appel au Maitre handelt es sich um einen von Starborough stam­menden Hengst, einen rechten Bruder eines französischen Gruppe-Sie­gers, der zweimal an der Öffentlichkeit erschien und stets gewann. Der Hengst, höchsteingeschätzter Zweijähriger Skandinaviens, ist für den Müller-Brot-Preis in München ebenso genannt worden wie für das deutsche und fran­zösische Derby“, weiß der Trainer zu berichten.

Der gleichaltrige, von Platini stammende Where in September ist ein Produkt der Römerhofer Zucht und ein rechter Bruder von Windhuk, die im Mai des letzten Jahres mit dem Pre­mio Regina Elena ein Gruppe-II-Rennen über die Meile gewann. „Ein sehr gu­tes Pferd, zwar noch sieglos, aber bereits in Auktionsrennen gestartet. Es soll hier in den Rennen für Dreijährige antreten.“ Mit frischem Ruhm, errungen am vergangenen Samstag bei der Wahl zum „Pferd des Jahres“ in Skandina­vien, wechselt Icaros seinen Standort.

Der Großverdiener und Zafonic-Sohn, den viele Experten als besten skandinavischen Vertreter des Jahrgangs 2003 betrachten, gewann u. a. die 2000 Guineas von Dänemark und Schweden, ins­gesamt zehn seiner dreizehn Rennen und verfügt über eine Gewinnsumme von knapp einer Viertelmillion Euro. „Der ist in meinen Augen ein reelles Gruppe-III-Pferd und soll daher in Deutschland in Listen- und Gruppe-Rennen antre­ten. Eine hohe Meinung hat Wido Neuroth auch von der vierjährigen Solvana, die er als Kandidatin für bessere Aufgaben über kurze Strecken sieht. „Die wird eine gute Fliegerin“, gibt sich der Betreuer überzeugt.

Begleitet wird das Quartett von Neuroths Sohn Jan-Erik, einem zwanzig­jäh­ri­gen Amateur, der in den letzten Jahren für Norwegen in Sachen Fegentri aktiv war, „Wenn die Pferde laufen sollen, bin ich natürlich zur Stelle“, erklärt Wido Neuroth, der so oft wie möglich nach seinen Pferden in Krefeld schauen will. Das Engagement ist zunächst einmal bis Mai terminiert.

„Wenn ich aber noch einen guten Mann für die Arbeit finde, werde ich weitere vier oder fünf talen­tierte Dreijährige nach Krefeld überstellen. Aber nur, wenn ich sich ein guter Mann meldet, viel­leicht habe ich ja mit der Öffentlichung dieser Zeilen Glück“, hofft der Trainer, dessen Kontakt zu Deutschland trotz seines Wechsels nach Övrevoll/Oslo nie abgerissen ist.

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