Viel Unruhe am Raffelberg: ‚Offener Brief‘ der Trainer

Die Pläne des Mülheimer Rennvereins Raffelberg, auf der Bahn durch die PST Paul Schockemöhle Marketing GmbH mehrtägige Events durchführen zu lassen, stoßen auf heftige Kritik der örtlichen Trainer und Besitzer. Befürchtet wird eine zunehmende Beeinträchtigung des Trainingsbetriebs.

In einem offenen Brief gehen die Trainer Werner Baltromei (Foto), Bruce Hellier, Uwe Ostmann und Doris Smith jetzt erstmals an die Öffentlichkeit, „um diese Entwicklung auf dem Gelände der Mülheimer Rennbahn zu stoppen.“

Die Geschäftsführung der PST Marketing GmbH plant eine „Geschichte des Pferdesports von der Renaissance bis zur Moderne“, wobei die Rennbahn in eine Art „Pferde-Themenpark“ umgewandelt werden soll. Damit sollen an den rennfreien Tagen vermehrt Besucher zum Raffelberg gebracht werden.

Von irgendwelchen Mieten oder Zuwendungen an den Rennverein ist vorerst nicht die Rede, „möglicherweise kann in zwei, drei Jahren damit gerechnet werden, dass der Verein Geld verdient“, heißt es dazu von Seiten von PST.

Genau daran stoßen sich auch die Aktiven. „Ein geregelter Trainingsbetrieb lässt sich nicht mit noch mehr Veranstaltungen und Partys vereinbaren“, heißt es in dem Offenen Brief, der auch allen Mitgliedern zuging, „schon heute wird das Training durch an und abfahrende Fahrzeuge, die Vorbereitungen für verschiedene Veranstaltungen tätigen, sowie den immensen Geräuschpegel dieser Veranstaltungen erheblich gestört.

Ein guter Trainingsablauf sowie die Nachtruhe unserer Pferde ist nicht mehr gewährleistet und führt zu Leistungsabfall unserer Pferde. Noch mehr Events und Trainingsbetrieb auf der Rennbahn sind unvereinbar. Im Dezember 2005 haben wir in einem Brief an das Präsidium unsere Bedenken an dem Ausbau von Event- und Partyveranstaltungen dargelegt. Leider wurde auf uns keine Rücksicht genommen.“

Allerdings geht man intern davon aus, dass, wenn überhaupt, mit einer Planug derartiger Events nicht vor 2007 begonnen wird. Zudem könnte es sein, dass allein mit der Ankündigung solcher Aktivitäten den Erweiterungsplänen des Golf-Clubs begegnet werden soll.

„Es gibt Überlegungen, aus der Rennbahn einen 18-Löcher-Platz zu machen“, heißt es von informierter Seite, „wenn das realisiert wird, dann kann man den Rennsport und den Trainingsbetrieb vergessen.“ Renn-Klub-Präsidentin Dagmar Mühlenfeld hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie versucht, am Raffelberg beide Sportarten unter einen Hut zu bringen.

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