Der Verein Deutscher Besitzertrainer hielt am Samstag, 23. März, seine Mitgliederversammlung ab. Vorsitzende Karen Kaczmarek durfte im saarländischen Honzrath/Beckingen fast 40 Mitglieder und Gäste begrüßen. Darunter neben Dr. Michael Vesper, Präsident des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen, auch den Bürgermeister von Beckingen, Thomas Collmann, und als Vertreter des gastgebenden Reit- und Rennvereins Honzrath Thomas Schwinn und Andreas Gratz. „Hier wird der Galopprennsport noch vielen in die Wiege gelegt und der Renntag im Oktober ist immer ein Volksfest“, so Karen Kaczmarek.
In einer über 90-minütigen Gesprächsrunde stand dann Dr. Michael Vesper, der seit gut einem Jahr im Amt ist, den Anwesenden Rede und Antwort. Der aktuellen Situation des deutschen Galopprennsports geschuldet, kamen aus dem Plenum viele kritische Fragen. So auch das Thema der hohen Zuschussregelung für Baden-Racing. „Baden-Baden ist für uns eine systemrelevante Bahn“, unterstrich Vesper. Er betonte aber, dass die Zuschüsse zeitlich begrenzt seien und ein Sanierungskonzept vorläge, dass spätestens 2021 eine schwarze Null vorsehe.
Weiter wurde zum Teil kontrovers diskutiert über die Züchterprämie, die abgelehnte Gewichtserlaubnis für Rennreiterinnen („Das Thema werden wir sicher wieder aufgreifen“, so Vesper), die fehlenden Ausschreibungen gerade für viele Besitzertrainer-Pferde im unteren Handicap, die unterschiedlichen Regelungen bei Starts deutscher Pferde im Ausland und ausländischer Pferde in Deutschland z. B. bei Transportkosten oder Zulassungen sowie über die Kommunikation mit dem DVR.
Auch die Sandbahnen in Neuss und Dortmund wurden von den meisten anwesenden Besitzertrainern kritisiert. Besonders deren schlechte Infrastruktur für die Aktiven wurde bemängelt. Seitens des Vorstands des Vereins Deutscher Besitzertrainer kam die Ergänzung, dass auf diese Problematik schon seit drei Jahren immer wieder beim DVR hingewiesen wird. „Ich werde mit unserem Geschäftsführer Jan Antony Vogel darüber sprechen“, so Dr. Vesper, der betonte, dass vieles ein Finanzierungsproblem gerade bei den Rennvereinen sei.
Dr. Vesper deutete an, dass er die derzeitige Organisationstruktur des DVR verschlanken möchte. Gudrun Busch, Schatzmeisterin des Vereins Deutscher Besitzertrainer, gab dem DVR-Präsidenten dafür eindringlich mit auf den Weg, die Besitzertrainer sowie auch die Trainer und Reiter nicht zu vergessen. „Deren Meinungen müssen unbedingt auch weiterhin gehört werden!“
Ein anderes Thema war die Nachwuchsarbeit. Angetan zeigte sich Dr. Vesper nach seinem kurzen Abstecher vor der Versammlung vom zeitgleich abgehaltenen Rennreiterlehrgang des Verbands Südwestdeutscher Rennvereine, der auch von einem Fernsehteam des saarländischen Rundfunks begleitet wurde (Sendung „aktueller Bericht am Samstag“ ab 9:56 Minuten). Besonders positiv sei, dass dabei professionelle Arbeit von Ehrenamtlichen geleistet werde. Andreas Gratz betonte, dass dies nicht nur für diesen Lehrgang gelte, sondern auch für fast alle Rennveranstaltungen in der Region.
Der Verein Deutscher Besitzertrainer, der knapp über 400 Mitglieder hat und ehrenamtlich geführt wird, wird auch 2019 wieder den deutschen Galopprennsport unterstützen. So erhalten mit Zweibrücken, Verden, Mannheim und Honzrath vier Rennvereine Zuschüsse zu einem Rennen in Höhe von jeweils 1.000 Euro. Zudem wird zum vierten Mal der Besitzertrainer-Cup stattfinden. Diesmal mit einer auf 2.600 Euro erhöhten Gesamtdotierung. Die Wertungsrenntage sind in Saarbrücken (22. April), Mülheim (6. Mai), Dortmund (23. Juni), Bad Harzburg (21. Juli), Quakenbrück (1. September) und Halle (31. Oktober). „Finanziert wird dies alles aus unserem jährlichen Mitgliedbeitrag von je 20 Euro“, betonte Schatzmeisterin Gudrun Busch.













