Während der eine an diesem Wochenende wieder in die Ereignisse eingreifen kann, werden drei andere auch weiter das Geschehen als Interessierte verfolgen müssen. Gemeint ist Alexander Pietsch, der nach einer zwölfwöchigen „Auszeit“, für die er selbst verantwortlich war, wieder richtig heiß auf das Rennreiten ist und am Sonntag in Köln wieder in die Ereignisse eingreift, heißt es für Rene Piechulek, Amateurennreiterin Rebekka Unrath und den Auszubildenden Fabian Xaver Weißmeier weiter auf fortschreitende Genesung zu setzen.
Piechulek hat die Folgen seines Sturzes auf Casas in Bad Harzburg, verbunden mit einem Schlüsselbeinbruch, zwar überwunden, hat aber noch immer kein Okay der Ärzte für sein Comeback erhalten, steht also noch nicht zur Verfügung steht. Das tat zwar Alexander Pietsch auch nicht in puncto Rennreiten, aber wenigstens für die tägliche Arbeit. Gegen war eine dreimonatige Sperre wegen Nichtwahrnehmung der Gewinnaussichten ausgesprochen worden, nachdem er wie Piechulek bis dahin eine sehr erfreuliche Saison absolviert hatte.
An die Rückkehr in den Rennsattel können Rebekka Unrath und Fabian Xaver Weißmeier dagegen noch lange nicht denken. Der am 17. August in Köln gestürzte Weißmeier musste mit einem gebrochenen Hüftgelenk und weiteren Hüftverletzungen zehn Tage in einer Kölner Klinik bleiben, ehe er den Weg ins heimatliche Sonsbeck antreten konnte.
„Mir geht es jetzt schon besser“, erklärte der 18-jährige auf Nachfrage nach seinem Gesundheitszustand, nicht ohne darauf zu verwiesen, dass er derzeit noch auf den Rollstuhl und Krücken angewiesen ist. Dennoch will er in der kommenden Woche wieder anfangen, den Körper zu belasten, ist aber noch erheblich in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt.
„In vierzehn Tagen steht eine einmonatige Reha in Essen an“, blickt der Auszubildende schon einmal voraus, der eine Rückkehr auf die Rennbahn bei optimalem Verlauf noch für das Saisonende für möglich hält. „Nikolaus wäre zum Beispiel ein schönes Datum, doch nicht unbedingt zwingend. Ich lasse mir lieber Zeit und komme ganz gesund zurück. Ich freue mich auf diesen Zeitpunkt und hoffe, schnell wieder Anschluss zu finden“, so der noch immer erfolgreichste Nachwuchsreiter hierzulande, der 2009 sowohl Flach-als auch Hindernisrennen reiten will.
Derartige Pläne hat Rebekka Unrath noch nicht geäußert. Die 22-jährige, die bis zu ihrem Sturz auf Leczenia in Haßloch vor drei Wochen schwere Kopfverletzungen erlitt, hat am Mittwoch der vergangenen Woche die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Ludwigshafen verlassen können, nachdem sich die Blutgerinsel im Kopf weitestgehend zurück gebildet hatten.
Die Motorik auf der linken Seite ist noch leicht eingeschränkt, so dass inzwischen physiotherapeutische Maßnahmen zur Erlangung der optimalen Bewegungsfreiheit eingeleitet wurden. Mit besonders großem Interesse verfolgt sie den Fortgang der Fegentri-WM, in deren Wertung sie von der Spitze abgelöst wurde und derzeit Zweite ist. Sie steht in ständigem Kontakt mit dem Kölner Fegentri-Büro, das sie über alle Veränderungen auf dem Laufenden hält.
Bei optimalem Verlauf könnte Rebekka Unrath diese WM auch als Dritte abschließen und damit es dem Iren Jason McKeown gleich tun, der sich im September 2007 bei der Schulung eines jungen Pferdes ein Bein brach und danach nur noch zuschauen konnte. „In den nächsten sechs Monaten werde ich nicht zum Reiten kommen, danach wird man weitersehen“, meint Rebekka Unrath.
Ohne deutsche Beteiligung wurde die Fegentri-WM dann auch am letzten Sonntag im niederländischen Duindigt fortgesetzt. Christian von der Recke hatte mit Sylvia Says eigens ein Pferd dorthin entsandt, um einen weiteren Auslandssieg zu landen, doch blieb es bei dem Versuch, denn die Stute endete unplatziert.
Den Lauf auf den Arabern gewann die Niederländerin Paula Flierman-Wolters, während bei den Vollblütern die Engländerin Gemelle Gracey-Davison nicht zu schlagen war. In der Gesamtwertung führt die Irin Nadine Forde (148 Punkte) mit klarem Vorsprung vor Rebekka Unrath (114) und Gemelle Gracey-Davison (110).










