Ultra-Fight des Oldies: Collier der Vase-Held, Egerton 6.

In einem atemberaubenden Finale klang die Hong Kong Vase aus, das mit 14 Millionen HK-Dollar ausgestattete 2400 Meter-Event auf der Sha Tin-Bahn in Hong Kong. Was für einen Kampfgeist verriet der von Alan Swinbank in England vorbereitete Collier Hill (Foto)!

Nach einem frühen Vorstoß auf der Zielgeraden hielt der 121:10-Außenseiter in diesem ersten Highlight der Cathay Pacific International Races einen hauchdünnen Vorteil fest.

Der Kölner Gerling-Preis-Sieger von 2005 und häufig in Deutschland bereits bewährte achtjährige Wallach zeigte einmal mehr seinen unbändigen Kampfgeist und brachte die Mega-Prüfung mit einer Nase Vorsprung nach Hause.

Dagegen konnte die deutsche Hoffnung Egerton (Torsten Mundry) aus vierter, fünfter Position nicht mehr entscheidend zulegen, kam nicht entscheidend weiter und kam auf dem sechsten Platz (vierdreiviertel Längen hinter dem Sieger) dieses Millionenrennens in der Ex-Kronkolonie ein.

Allerdings verkaufte sich der Schützling von Peter Rau im neunköpfigen Feld (Ouija Board war abgemeldet worden) dennoch ordentlich. Doch mehr war in dieser Liga einfach nicht drin.

Lange hatte der auf 23:10 heruntergewettete Japaner Admire Main das Kommando, doch entscheidend freimachen konnte sich der Take-Ritt nie und gab sich zeitig geschlagen, wurde schließlich nur Vorletzter (vor Saturn). Collier Hill sah man gemeinsam mit Scorpion vor Egerton bald auf den Verfolgerplätzen.

Doch als es im Einlauf ernst wurde, setzte sich Collier Hill unter seinem ständigen Jockey Dean McKeown an der 300-Meter-Marke schnell ab, landete nach dem Stockholm Cup und dem Canadian International seinen dritten Coup hintereinander und scheint eines der härtesten und treuesten Pferde auf der internationalen Top-Bühne zu sein.

Mit jedem Galoppsprung kam die von John Oxx vorbereitete Aga Khan-Stute Kastoria (Michael Kinane) näher, doch nach einem alles andere als glücklichen Rennverlauf lief sie nur noch bis auf eine Nase an den Engländer heran.

Die andere Aga Khan-Farbe Shamdala (Christophe Soumillon) schob sich auf Rang drei vor dem zweiten Japaner Song of Wind, der lange Letzter gewesen war und dem Hamdan Al Maktoum-Vertreter Maraahel, während Egerton immerhin Scorpion, Admire Main und Saturn hinter sich lassen konnte.

‚Egerton ist ein gutes Rennen gelaufen in dieser starken Konkurrenz‘, erklärte Jockey Torsten Mundry. ‚Ich denke, er ist auf 2200 Metern besser aufgehoben.‘

Doch die Ovationen galten nur einem in einem rein europäischen Finale, dem ultra-harten Collier Hill! Gerade einmal 5500 Pfund hatte er gekostet, war erworben worden, um ein Bumper in Catterick zu gewinnen. Nach diversen Hindernisstarts ist er längst einer der besten Steher der Welt. 2005 hatte er bereits das englische St. Leger gewonnen, in dieser Saison (wie erähnt) u.a. das Canadian International.

‚Ich wusste im Schlussbogen, dass wir gewinnen würden‘, schilderte Jockey Dean McKeown. ‚Aber kurz vor der Linie drehte er den Kopf, als die Menge schrie und guckte etwas, als Kastoria kam, streckte er sich noch einmal.‘

Trainer Alan Swinbank, der 120 Pferde in North Yorkshire vorbereitet, ergänzte: ‚Er war am Donnerstag nicht so gut drauf und es war lange offen, ob er laufen würde, aber gestern war wieder alles in Ordnung. Jetzt verdient er sicher eine Pause.‘

‚Vielleicht kommen wir im nächsten Jahr zurück, aber man muss auch sein Alter sehen. Auf jeden Fall wird er auf das Dubai Sheema Classic vorbereitet‘, ergänzte der Coach.

Nächste Renntage

Galopprennen in Deutschland
Sa., 23.05.München
So., 24.05.Hoppegarten
Mo., 25.05.Hannover, Köln
Sa., 30.05.Leipzig
So., 31.05.Düsseldorf
Do., 04.06.Baden-Baden
Galopprennen in Frankreich
Do., 21.05.Longchamp, Toulouse
Fr., 22.05.Saint-Cloud, Marseille Vivaux