Turbulenzen in Iffezheim: Sparkasse bezieht Stellung

Nachdem in der letzten Woche ein Bericht im SWR-Radio für Aufsehen gesorgt hatte, mit dem Tenor, das Frühjahrs-Meeting sei gefährdet (hier klicken), hat sich nun die Sparkasse Baden-Baden Gaggenau zu Wort gemeldet und eine „Stellungnahme zu den aktuellen Informationen über die Rennbahn Iffezheim“ abgegeben. Diese bilden wir nachfolgend im Wortlaut ab:

Die Sparkasse Baden-Baden Gaggenau hat in der Vergangenheit – neben Zuschüssen der öffentlichen Hand und anderen Darlehensgebern – mit dazu beigetragen, dass die in 2004 fertiggestellte Bénazet-Tribüne finanziert und errichtet werden konnte (Gesamtinvestitionskosten über 10.000.000,00 Euro). Darüber hinaus war und ist die Sparkasse kreditgebende Bank des IC. Diese Darlehen wurden nur geringfügig getilgt, im Gegenzug hat die Sparkasse Sicherungsrechte an sämtlichen Liegenschaften und Gebäuden auf dem Rennbahngelände.

In der Krise 2010, als der IC seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen konnte, hat sich die Sparkasse – wie alle anderen Gläubiger – intensiv in die Lösungsfindung eingebracht. Im Ergebnis wurde mit dem neuen Betreiber Baden Racing ein sehr langfristiger Pachtvertrag geschlossen, der ein Ausstiegsrecht des Pächters nach 5 Jahren vorsieht. Baden Racing hat von diesem Ausstiegsrecht Gebrauch gemacht.

Parallel hat die Gemeinde Iffezheim ein Konzept vorgelegt, dass eine Übernahme aller wesentlichen Grundstücke/Gebäude der Rennbahn durch Iffezheim bei einem weitgehenden Verzicht der in den Grundbüchern gesicherten Sparkasse (und anderer Gläubiger) und zukünftig dann ein bilaterales Pachtverhältnis Iffezheim – Baden Racing vorsieht. Die Sparkasse kann als Kreditinstitut einem geforderten Verzicht auf Teile ihrer Forderungen maximal nur in der Höhe zustimmen, der nicht durch entsprechende Vermögenswerte unterlegt ist. So sind zum Beispiel Grundstücke und eine erst 10 Jahre alte Tribüne Werte, für die sie einen Ausgleich erhalten muss.

Deshalb konnte dem bisherigen Angebot nicht zugestimmt werden. Im Gegenzug hat die Sparkasse ebenfalls ein Angebot mit einem Teilverzicht unterbreitet, das aber ebenfalls abgelehnt wurde.

Der Vorstand muss grundsätzlich das Vermögen der Sparkasse im Rahmen der Gesetze und einer vernünftigen Abwägung aller Interessen treuhänderisch schützen. Um das von der Gemeinde Iffezheim vorgelegte Konzept vollständig umzusetzen, bedarf es nicht nur der Zustimmung der Sparkasse Baden-Baden Gaggenau und dreier weiterer beteiligter Banken. Auch die Zustimmung zahlreicher weiterer Gläubiger wäre zwingend Voraussetzung. Hierzu liegen der Sparkasse keine gesicherten Informationen vor.

Die Sparkasse ist sich der Bedeutung der Rennveranstaltungen für die Gesamtregion sehr bewusst. Deshalb wurden die Finanzierungen und die Regelung 2010 intensiv und eng begleitet. Darüber hinaus hat die Sparkasse signalisiert, dass sie auch für Zwischenlösungen zur Verfügung steht, um die Rennen 2015 zu sichern. Dies geschah auch vor dem Hintergrund, dass Baden Racing zwar einerseits den Pachtvertrag von sich aus beendet hat, andererseits aber zur Durchführung der Rennen sowie weiterer Veranstaltungen offensichtlich vertragliche Verpflichtungen eingegangen ist.

Letztlich geht es bei den Verhandlungen bezüglich des Pachtvertrages mit Baden Racing (sowohl als Dauerlösung als auch als Zwischenlösung) nicht um die Übernahme von „Altverbindlichkeiten“ des IC, sondern im Wesentlichen um eine angemessene Pacht und deren Verteilung.

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