Wer wird Nachfolger von Scalo im aktuellen Kölner Gerling-Preis (Gr.II, 70.000 Euro, 2400 Meter)? Fragt man die beteiligten Trainer, spricht man unisono von Earl of Tinsdal (Foto). Der ‚Earl‘ gibt zwar den anderen Gegnern drei Kilos, ist nach Angaben seines Trainers aber auch der größere Steher, vergleicht man ihn mit dem aktuellen Derbysieger Waldpark.
Kürzlich präsentierte sich der „Earl“, wie er in seiner Umgebung kurz und knapp genannt wird, als absoluter Hingucker und Kraftpaket in der Arbeit. „Er hat sich über Winter weiter formiert und hinterlässt in der Arbeit einen ausgezeichneten Eindruck“, zeigt sich sein Trainer denn auch recht angetan. Außerdem stimmt die Stallform in Ravensberg in der noch jungen Saison, so dass es einen großen Anhang für den Galoppierer Earl of Tinsdal geben wird (Zum Langzeitmarkt).
Zuversichtlich zeigt sich aber auch Pavel Vovcenko, Trainer des frischen Listensiegers Mighty Mouse, der im Kölner Grand Prix-Aufgalopp jüngst nicht gering überraschte, und nicht weniger zuversichtlich in die Domstadt zurückkehrt: „Das Rennen hat ihn ohne jede Frage weiter gebracht, er hat sich noch einmal gesteigert, Mighty Mouse könnte nicht besser drauf sein“.
Auch Werner Heinz‘ Fair Boss sollte sich verbessert vorstellen, nimmt man seinen Aufgalopp aus Köln als Maßstab. Das glaubt auch sein Trainer Waldemar Hickst, der nicht zuletzt auf die Klasse seines Reiters Kieren Fallon vertraut: „Außerdem kommen Fair Boss die 300 Meter, die im Gerling-Preis mehr verlangt werden, entgegen“.
Gut möglich, dass aber auch das Triumvirat Saltas, Silvaner und Lindenthaler aus dem Asterblüte-Quartier eine scharfe Klinge schlagen wird. „Zwischen den Dreien liegt gefühlsmäßig in der Tat nicht viel“, glaubt ihr Trainer Peter Schiergen. Vielleicht verteidigt jedoch Ittlingen den Titel, denn Andrasch Starkes Mummpferd heißt nämlich Saltas, der allerdings bereits viermal hinter Earl of Tinsdal endete (Metzler Preis, Derby, Rheinland-Pokal, Preis von Europa).
Unterschätzt wurde zuletzt auch die Schlenderhaner Fraktion, denkt man an das gute Laufen des am Toto gänzlich vernachlässigten Energizer im Busch-Memorial. Wann steht ein Schlenderhaner schon mal 160:10 auf Sieg. Stallgefährte Atempo hat den Start zuletzt in Köln sicher noch benötigt. Jedenfalls sollte der noch wenig geprüfte Monsun-Sohn nicht am zu erwartenden elastischen Geläuf scheitern und sich von besserer Seite präsentieren.
Eine internationale Komponente erfährt das Traditionsrennen auch mit dem Laufen des Norwegers Sir Lando aus dem Quartier von Wido Neuroth. Der Trainerfuchs hat bereits des öfteren mit seinen Galoppern für Aufsehen in Deutschland gesorgt. Sir Landos Jockey Jockey Fredrik Johanson genießt übrigens nicht nur bei Schlenderhan einen ausgezeichneten Ruf.
Außerdem gilt der Lando-Sohn als Vierter aus dem Derby 2010 zu Buzzword, Zazou und Russian Tango und Gerling-Preis Zweiter zu Scalo aus dem Vorjahr als veritables Gruppepferd. Für Spannung ist also bestens gesorgt.












