Gerhard Schöningh kann sich wirklich glücklich schätzen. Denn das Feld für den auf seiner Bahn am Sonntag zur Entscheidung anstehenden 121. Großen Preis von Berlin ist auf jeden Fall als elitär einzustufen. Zum ersten Mal werden die sicher in Scharen auf die Rennbahn strömenden Zuschauer in Hoppegarten eine Prüfung der Europa-Gruppe I zu Gesicht bekommen und natürlich ist es der unumstrittene Höhepunkt des Rennjahres in Berlin (Zum Langzeitmarkt).
Drei Jahre nach der Privatisierung der Rennbahn hat es Rennbahneigentümer Gerhard Schöningh damit geschafft, Hoppe-garten in die erste Reihe der deutschen Hippodrome zu führen. Mit Scalo (Foto) und Night Magic treten die beiden vermeintlich besten älteren Steher des Landes auf der Parkbahn vor den Toren Berlins an.
Doch das ist längst nicht alles, im zehnköpfigen Aufgebot wimmelt es nur so von ausgewiesenen Klassepferden und natürlich auch Klassejockeys. Mit Lucas Cranach entsendet Düsseldorf-Coach Sascha Smrczek seinen Stallcrack nach Berlin. Der vierjährige Mamool-Sohn hinterließ im Hamburger Hansa-Preis zuletzt auf Gruppe II-Niveau einen solch starken Eindruck, dass ihm durchaus auch auf Top-Level einiges zugetraut werden darf.
Sein Aufstieg kann auch in Berlin-Hoppegarten weitergehen, den Zenit des Müller-Hengstes muss man noch nicht gesehen haben. Hinzu gesellen sich in diesem 2400-Meter-Event um 175.000 Euro zwei Dreijährige, deren Kaliber längst bekannt ist. Oaks-D´Italia-Siegerin Danedream und Lokalmatador Gereon wurden am Mittwoch genauso wie Lucas Cranach nachgenannt.
Und dann wären da ja noch die starken ausländischen Gäste. Zwei sind es, beide reisen aus England an. Die durchweg blauen Rennfarben von Scheich Mohammed streift kein Geringerer als Frankie Dettori für seinen Ritt auf Cavalryman über. Alleine die Anwesenheit Dettoris zieht die Massen an, der weltbeste Jockey will einen weiteren Gruppe I-Titel einheimsen und dann wieder den publikumswirksamen „Dettori-Jump“ vollführen.
Aber auch James Givens Dandino kommt mit respektablen Formen, sollte daher kaum unbeachtet bleiben. Cecil-Stalljockey Tom Queally hat den Ritt auf dem Elite-Racing-Club-Galopper bekommen. Die Neun-Rennen-Karte hält aber noch weitere Highlights bereit. So wird ein Listenrennen für Araber gelaufen, in dem die zuletzt so imposant siegreiche Lillij Ann sicher nicht mehr unterschätzt werden wird.
Außerdem ist Godolphin-Racing auch im mit 80.000 Euro fürstlich dotierten Ausgleich I dabei. Lanfranco Dettori schwingt sich in den Sattel von Secrecy, der mit Höchstgewicht gegen elf starke deutsche Mittelstreckler in einem noch niemals zuvor gelaufenen 80.000er-Handicap startet. Einem weiteren Turffest steht also nichts im Wege.









