Tiger Roll beißt zu – Iren eins-zwei-drei-vier im „National“

Der achtjährige Wallach Tiger Roll hat am Samstag die Randox Health Grand National Handicap Chase, das berühmteste Hindernisrennen der Welt, im englischen Aintree gewonnen, und das nach einem mehr als spannenden Endkampf, den sich der Schützling von Gordon Elliott auf den letzten Metern mit dem von Willie Mullins trainierten Pleasant Company geliefert hat.

Sah es nach dem letzten Hindernis noch nach einem leichten Erfolg des in den Gigginstown House Stud-Farben laufenden „Tigers“ aus – er hatte sich schnell auf mehrere Längen verabschiedet – schwand sein Vorsprung immer mehr je näher er dem Zielpfosten kam. Siegjockey Davy Russell musste all sein Jockeychip in die Waagschale werfen, um am Ende minimal in Front zu bleiben. Wäre es nur einen Meter gegangen, hätte es keinen zweiten Elliott-Erfolg im „National“ gegeben. Der Ire hatte das Rennen aller Rennen zuvor lediglich einmal mit Silver Birch im Jahr 2007 gewonnen. Auch Alter schützt vor Siegen nicht, denn Siegreiter Russell war als ältester Jockey ins Rennen gegangen.

Wie so oft in dem mit einer Million Pfund dotierten Jagdrennen, das als Handicap auf Gruppe III-Ebene gelaufen wird, mussten einige der 38 Starter teilweise schon früh die Segel streichen und wurden aufgepullt, darunter auch Mitfavorit Blaklion, der bereits am ersten Hindernis zu Fall kam. Andere kamen den gesamten Weg über mit den schweren Sprüngen nicht klar, waren so am Ende nicht mehr in der Lage in die Entscheidung einzugreifen. In der Zielgeraden kamen dann eigentlich nur noch die beiden eingangs erwähnten Streithähne für den National-Triumph in Frage, den sicher auch der Zweitplatzierte, der lange für die Führungsarbeit verantwortlich war, verdient gehabt hätte. Wer auf den Sieg des irischen Gastes gesetzt hatte, durfte sich über eine Siegquote von 110:10 freuen. Wer gar die irische Zweierwette auf dem Sender hatte, bekam für 10 Euro Einsatz satte 2463 Euro zurück. Eine Quote, die eher selten ist, wenn ein Elliott-Pferd vor einem Mullins-Starter den Zielpfosten passiert. Rang drei ging mit Bless The Wings übrigens an einen weiteren Starter aus dem Quartier von Gordon Elliott, Platz vier an Anibale Fly, ebenfalls in Irland vorbereitet. 

Für schnelle Wiedergutmachung für den irischen Trainer Henry de Bromhead sorgte ein Rennen zuvor im Ryanair Stayers Hurdle (Gr.I, 180.000 Euro) der achtjährige Wallach Identity Thief, der unter Sean Flanagan als 150:10-Außenseiter sehr leicht zum Zuge kam. Fünf Längen brachte das Gespann zwischen sich und den zweitplatzierten Wholestone und machte damit die deutliche Niederlage von Petit Mouchoir (von Henry de Bromhead trainiert) in Tagesprüfung Nummer drei schnell wieder gut. Ein schneller Doppelerfolg von Giggingstown House Stud war somit eingeläutet. Favorit Sam Spinner musste sich mit Platz drei zufrieden geben.

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