Im Galopprennsport lohnt sich manchmal ein Blick in die Siegerliste. Wie beim Idee-Hansa-Preis, dem großen Höhepunkt des zweiten Meetingstages und des gesamten ersten Wochen-endes bei der Derby-Woche in Hamburg-Horn, der am Sonntag zum 110. Mal über die Bühne geht.
Startberechtigt sind nämlich dreijährige und ältere Pferde, vor vielen Jahren nutzte sogar der ein oder andere Kandidat diese Prüfung als Sprungbrett für das Blaue Band.
Elle Danzig 1998 schaffte als bislang letzte Dreijährige einen Sieg, dann muss man schon bis 1989 zurückgehen, um mit Filia Ardross wieder eine dreijährige Stute zu finden, die sich hier groß in Szene setzen konnte. Diesmal wagt wieder eine dreijährige Stute die Konfrontation mit den arrivierten Kandidaten. Eine besonders hochklassige Lady, denn Nordtänzerin (Foto) schaffte es 2005 auf die Pole-Position ihrer Altersgefährtinnen.
2006 wartet man noch auf den ersten Treffer der Wittekindshoferin. Beim Saisondebut in Köln endete sie ganz dicht bei der Derby-Starterin Quelle Amore, galt im klassischen Henkel Preis der Diana als Top-Favoritin. Doch in Düsseldorf lief wenig nach Wunsch, musste sich die Danehill Dancer-Tochter das Tempo plötzlich selbst machen. Zwar hielt Nordtänzerin lange stand, aber Almerita und Karavel, also genau die Stuten, die im Preis der Winterkönigin noch hinter ihr gewesen waren, zogen noch an ihr vorbei.
Trainer Peter Schiergen nannte den Idee Hansa-Preis schon früh als mögliches Ziel. Zum dritten Mal schwingt sich Filip Minarik in den Sattel. Der Champion dürfte vorher noch einige Zeit in der Sauna verbringen, um das ein oder andere Kilo zu verlieren, denn mit 50 Kilo reitet er am absoluten unteren Gewichtslimit.
Mit 60 Kilo nimmt der Ittlinger Donaldson (Torsten Mundry) als Höchstgewicht das Rennen auf. Der immer schon hocheingeschätzte Ittlinger beeindruckte im Düsseldorfer Deutschlandpreis von der Spitze aus mit ungeheurer Energie, ließ auch einen Derby-Mitfavoriten wie Schiaparelli nicht an sich herankommen.
Doch erklärt Mundry, dass ihm die Wahl zwischen Donaldson und Egerton, der ehemals sogar Zweiter im Großen Preis von Baden war und zuletzt in Frankreich wenig glücklich agierte, nicht leicht gefallen sei. „Egerton nähert sich wieder seiner Bestform“, glaubt Mundry, während nun Terry Hellier, ein Spezialist für Rennen dieser Art, den Hengst des Stalles Reckendorf reitet, der jetzt bald den richtigen Schliff haben könnte.
Nach Klasse nicht zu verstecken braucht sich auch Gary Tanakas Fight Club (Adrie de Vries), der im Großen Mercedes Benz-Preis in Iffezheim hinter Arcadio und Day Flight einmal mehr eine große Partie lieferte. Doch Trainer Andreas Trybuhl schränkt ein: Fight Club ist ein Kandidat, bei dem man gut beraten ist, ihn gesund zu halten.“ Der Boden sollte also weich sein für den Fünfjährigen, der ansonsten möglicherweise nicht mit von der Partie sein wird.
Als Vorjahressieger tritt Simonas (Eduardo Pedroza) an, der wie Fight Club die Tanaka-Farben trägt. Damals bekam er den Triumph am Grünen Tisch zugesprochen (nach Disqualifikation von Soldier Hollow), nun könnte er deutlich mehr zeigen als beim Jahresdebut in Düsseldorf, als er Fünfter wurde und noch deutlich hinter Donaldson einkam.
Ihr Sensations-Duell aus dem Gerling-Preis erneuern All Spirit, für den nun eigens der Engländer Darryll Holland eingeflogen wird, und Expensive Dream (in der turbulenten Vorjahresentscheidung als ursprünglicher Dritter einen Rang zurückgestuft, jetzt mit Andreas Suborics. Man darf gespannt sein, ob sie nochmals so stark auftrumpfen können, sicher wäre ein schnelles Rennen für beide vorteilhaft.
Bleiben noch die beiden Gäste in einem starken Aufgebot – Carmen Bocskai schickt Song Writer (Andreas Boschert) auf die weite Reise aus der Schweiz nach Hamburg. Sicherlich dürfte der Hengst aktuell zu den Außenseitern zählen. Andrasch Starke wurde wieder für den früheren Fürstenberg-Sieger Day Walker gebucht, der in Norwegen zuletzt eine ordentliche Partie ablieferte und der nach Andreas Schütz und Mario Hofer nun bei Rune Haugen eine neue Heimat gefunden hat.
Nachdem man eine Prüfung vom Samstag auf den Sonntag gelegt hat, sind es diesmal zehn Rennen geworden. Für das ein oder andere Rennen hätte man sich noch ein paar Starter mehr gewünscht. Im König & Cie. Preis präsentieren sich die Top-Handicapper.











