Am heutigen Tag erreichte uns eine Stellungnahme von Deutscher Galopp zum Sport-Welt Podcast vom gestrigen Tag. Diese drucken wir nachfolgend ab.
Am Ende des Textes zur besseren Einordnung das, was im Podcast besprochen wurde, sowie die Worte von Rennkommentator Gunther Barth in der Analyse des Rennens im Live-Stream. Eine weitergehende Aufklärung gab es am Sonntag vor Ort dann nicht mehr.
Stellungnahme Deutscher Galopp
„Im Sport-Welt-Podcast wurde im Zusammenhang mit dem zweiten Rennen in Berlin-Hoppegarten der Eindruck vermittelt, der Verlust des Rutschpads von Pearl of Japan in der Zielgeraden sei von offizieller Seite möglicherweise nicht bemerkt oder nicht sachgerecht behandelt worden. Dieser Eindruck entspricht nicht den Tatsachen.
Der Vorfall wurde von der Rennleitung wahrgenommen und unmittelbar nach dem Rennen entsprechend den Bestimmungen überprüft. Verliert ein Pferd während des Rennens einen Bestandteil der zurückzuwiegenden Ausrüstung, ist entscheidend, ob das Gewicht des Reiters einschließlich des noch vorhandenen Equipments um mehr als 500 Gramm vom vorgeschriebenen Gewicht abweicht.
Grundsätzlich wird das Zurückwiegen durch den Abwieger kontrolliert. Bei Auffälligkeiten, insbesondere bei einem möglichen Fehlgewicht, wird die Rennleitung unverzüglich informiert. Im konkreten Fall begab sich Dr. Philipp Biermann unmittelbar nach dem Rennen selbst zur Waage. Gleichzeitig beobachtete ein weiteres Mitglied der Rennleitung die Reiterin Frau Csernak vom Zurückcantern bis zur Waage durchgängig.
Das Gewicht entsprach beim Zurückwiegen den maßgeblichen Vorgaben. Auch der Trainer wurde unmittelbar nach dem Rennen von Dr. Biermann über den Vorfall und die erfolgte Überprüfung informiert. Mit dem ordnungsgemäßen Abschluss des Zurückwiegens stand fest, dass sämtliche Reiter mit dem korrekten Gewicht zurückgewogen hatten. Es bestand daher kein Anlass für weitere Maßnahmen.
Dr. Philipp Biermann erklärt dazu: „Der Verlust des Rutschpads wurde von der Rennleitung selbstverständlich bemerkt und entsprechend unserem Regelwerk überprüft. Wir haben darüber hinaus durch eine lückenlose Beobachtung der Reiterin bis zur Waage sichergestellt, dass der gesamte Vorgang zweifelsfrei nachvollzogen werden konnte. Das Gewicht war korrekt und auch der Trainer wurde unmittelbar informiert. Die Mutmaßung, der Vorfall sei von offizieller Seite unbemerkt oder unbearbeitet geblieben, ist daher unzutreffend. Mit dem Schluss des Zurückwiegens geht ganz klar und eindeutig das Signal an die Öffentlichkeit, dass alle Reiter mit dem korrekten Gewicht zurückgewogen haben. Dass aus Unkenntnis unseres Regelwerks bei einigen Laien der Eindruck entsteht, solche Vorfälle würden weder bemerkt noch sachgerecht bearbeitet, lässt sich nie ganz vermeiden. Das fachfremde Publikum in solchen Fällen durch einen höheren Informationsfluss mitzunehmen, kann sicher nicht schaden. Auch die Fachmedien könnten hierbei durch einen informativen Bildungsauftrag sicher zur Stärkung des Vertrauens in unseren Sport beitragen“
Deutscher Galopp Geschäftsführer Daniel Krüger: „Wir begrüßen eine kritische journalistische Begleitung des Rennsports. Gerade bei Fragen, welche die ordnungsgemäße Durchführung eines Rennens und damit das Vertrauen in die sportliche Integrität betreffen, sollten die tatsächlichen Abläufe jedoch vor einer öffentlichen Bewertung bei den zuständigen Stellen erfragt werden. Eine kurze Nachfrage bei der Rennleitung oder bei Deutscher Galopp hätte den Sachverhalt unmittelbar aufgeklärt.“
Der entsprechende Ausschnitt aus dem Podcast hört sich wie folgt an:
Manuel Throm: „Hier, zweite Rennen, da müssen wir noch kurz drüber sprechen. Ich sage nicht, dass es da beeinflusst worden wäre, aber da fand ich es dann schon ein bisschen doof, dass man da ganz deutlich sieht, dass da was wegfliegt und da kümmert sich irgendwie so gar keiner drum. Klar, es war glaube ich eine so eine Sattelunterlage bei Pearl of Japan. Also, das konnte man nicht sehen, aber das wird so eine Sattelunterlage gewesen sein, die dann mit Sicherheit auch im Toleranzbereich unterwegs war.“
Guido Göbel: „So ein blaues Teil flog da weg, ne?“
Manuel Throm: „Ein relativ großes. Ich gehe davon aus, dass du an die 500 Meter Marke gelaufen bist, hast eingesammelt und hast es gewogen, oder?“
Guido Göbel: „Nee, so schnell bin ich nicht mehr. Früher hätte ich das noch geschafft, aber ich glaube, da saß ich auch gerade irgendwie oben, hab mir gerade grad ein Steak bestellt. Ja.“
Manuel Throm: OK. Ja, weil beim Mittagstisch, ja, ja, es ist klar, nee, journalistischer Auftrag voll und ganz bestanden und ausgeführt auf jeden Fall. Aber ja, hätte ich mir dann gewünscht, dass man da mal kurz drüber spricht, also.“
Guido Göbel: „Ja, also ich möchte mal ganz schwer davon ausgehen, dass es auch die Rennleitung gesehen haben wird.“
Manuel Throm: „Ja, ich gehe davon aus. Ja, aber trotzdem gehörte dann, hätte ja dann vielleicht dazu gehört, kurz zu sagen: „Leute, es ist uns aufgefallen, hat gewogen, die Decke hat 0,2 Gramm, lag im Toleranzbereich, alles gut.“
Guido Göbel: „Man hätte eine Durchsage machen können, natürlich genau.“
Manuel Throm: „Ja, weil gesehen hat es jeder, dass da was und vorher gab es ja in Hoppegarten, das war ist ja gar nicht so lange her, da war doch auch mal ein Fall, wo da irgendeine Satteldecke dann weggeflogen ist und da wurden Sieger disqualifiziert. Das war genau in Hoppegarten. Also, es ist nicht lange her, das war vielleicht ein Jahr, zwei ist das vielleicht her.“
Guido Göbel: „Ja, genau, genau. Das weiß ich gar nicht mehr.“
Manuel Throm: „Und deshalb, oder war es vielleicht ein Platzierter? Könnte auch ein Platzierter gewesen sein, würde ich jetzt nicht sagen wollen. Aber ja, aber Pearl of Japan auf jeden Fall wurde zur Siegerin erklärt.“
Der Rennkommentator in der Analyse des Rennens im Live Stream:
In der Analyse hatte Rennkommentator Gunther Barth folgendes gesagt: „… verliert dort was, die Reiterin, deswegen auch immer das Beachten des vorläufigen Ergebnis, offiziell ist das Ergebnis immer erst nach dem Zurückwiegen, die Reiterin hat dort auf jeden Fall was verloren, vielleicht wars dort nur so eine Schaumstoffmatte, das ganze wird in der Waage alles geklärt, deswegen allerdings alles immer noch vorläufig das Ergebnis. Auf alle Fälle fliegt da was weg, bei der Siegerin Pearl of Japan …. Hier an der 400 noch mal zu sehen: da fliegt ne blaue Decke weg, jetzt flattert sie, und jetzt verabschiedet sich diese Decke.“









