Im Herzog von Ratibor-Rennen gewinnt alljährlich ein hoffnungsvoller Zweijähriger und da sollte das Jahr 2010 auch keine Ausnahme bilden. Seit zwei Jahren besitzt die Traditionsprüfung im Krefelder Stadtwald auch Gruppestatus. 55.000 Euro stehen über dem Contest, und es könnte gut sein, dass einer der Kandidaten aus dem Feld für das am Sonntag anstehenden Krefeld-Highlight einmal in einer ganz anderen Straße daheim sein wird.
Denn mit Fug und Recht kann man wohl behaupten, dass Acadius (Foto) der beste Zweijährige ist, den Deutschland in diesem Jahr hervorgebracht hat. Zu überlegen münzte der Schützling aus dem Stall Lucky Owner seine beiden Auftritte in Sieg um. Vor allem im Kölner Oppenheim-Rennen war er jederzeit überlegen und holte sich bereits Ende Juli seinen ersten Listensieg. Doch seit jetzt über drei Monaten ist Acadius nicht mehr gelaufen, ein Start im Badener Zukunfts-Rennen (das am Grünen Tisch von der Oppenheim-Rennen-Zweiten Salona gewonnen wurde) konnte aufgrund einer Entzündung nicht realisiert werden.
Stallintern rangiert Acadius doch weit über Salona, der Hengst hatte in Köln auch nie einen Zweifel aufkommen lassen, als er ganz locker mit vier Längen vor Salona im Ziel einkam.
1700 Meter sollten für Acadius nicht das große Problem sein, allerdings steht ob der längeren Pause doch ein kleines Fragezeichen hinter ihm.
Falls Trainer Jean-Pierre Carvalho, der stets betonte, dass Acadius eigentlich vom Typ her gar kein Zweijähriger ist, seinen Crack nur nahe der Topform aufbieten kann, sollte er nur ganz schwer zu bezwingen sein. Mit kräftiger Galoppade sowie raumgreifenden Galoppsprüngen ist der fuchsfarbene Hengst in jedem Fall eine Erscheinung auf der Rennbahn. Besitzer Klaus Hofmann dürfte mit Acadius, den er im Übrigen auch selbst gezogen hat, einen richtigen Hoffnungsträger auch im Hinblick auf nächstes Jahr in seinen Reihen haben.
Eine Derbynennung hat der Lord of England-Sohn und vielleicht ist er eine kleine Wette für den Triumph im Deutschen Derby 2011 wert, bevor er im Stadtwald das erste Mal auf Gruppe-Level antritt. Denn sollte er wieder in solch imposanter Manier gewinnen wie schon zweimal im Jahr 2010, dann purzelt der Kurs in jedem Fall am Sonntagnachmittag auf einen Schlag recht beachtlich.
„Kein Pferd ist unschlagbar. Es wird viel auf den Boden und den Rennverlauf ankommen. Wir haben vor Gereon und Zantano als Big Shuffle-Sohn schon großen Respekt, wissen aber auch um die Qualitäten von Acadius“, sagt Jean-Pierre Carvalho einige Tage vor dem großen Showdown in der Samt- und Seidestadt.










