Der Rennsport in Neuss geht in eine neue Phase – das war das Motto bei einem Pressetermin vor wenigen Tagen in Neuss. Dabei diktierte der erste Bürger der Stadt, Bürgermeister Herbert Napp, seinen ganz persönlichen Bezug zum Rennsport in die Notizblöcke der Reporter.
Zuvor hatte er sich selbst mit Sicherheitskleidung ausgerüstet in einen Bagger gesetzt und selbst am ehemaligen Waagegebäude, oder besser gesagt, was davon noch übrig geblieben war, zu schaffen gemacht. Die Fotografen schossen fleißig Fotos, während sich der Abrißstaub über die bröckelnden Fassaden senkte. Es war ein buntes Völkchen, dass den Weg auf das altehrwürdige Oval gefunden hatte.
Hier die Vertreter der Stadt, der Leiter der Wirtschaftsförderung Andreas Galland und gleichzeitig Vizepräsident des Neusser Rennvereins, daneben der Architekt Professor Stahl, der für die Architektengemeinschaft Stahl, Fritsch und Baum, die Einzelheiten des Projektes Rennbahnpark Neuss anläßlich einer kleinen Feierstunde erläutern sollte.
Dort die Vertreter des Galopprennsports, wie Dr. Bernd Koenemann, Geschäftsführer der Neusser Galopprennbahn, der wohl als die treibende Kraft und als wichtiges Bindeglied zwischen Politik und Sport in diesem Zusammenhang zu nennen ist, der Vorstand des Neusser Rennvereins um Rechtsaswalt Jan Vogel, Peter Brauer, der Pressesprecher des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen und nicht zuletzt ein sichtlich gerührter Rennbahnsprecher Manfred Chapmann, der über Jahrzehnte diese Traditionsrennbahn am Neusser Hessentor, der erste Renntag fand übrigens am 30. August 1875 statt, als Rennbahnsprecher begleitet hatte.
So stand von der 1958/1959 erbauten Tribüne nur noch das Gerüst auf Betonpfeiler und der bröckelnde Charme, den die Anlage auch schon in den vergangenen Jahren umwehte, wird es bald in dieser Form wohl bald nicht mehr geben. Dr. Bernd Koenemann: „Viele haben uns nicht geglaubt, das sich hier etwas bewegen wird. Aber wir werden den Beweis antreten und sind dabei auf einem guten Weg. Ich bin zuversichtlich, dass wir in Neuss am 15. November 2009 wieder Rennen sehen werden, auch der 26. Dezember und der Silvesterrenntag sind aus unserer Sicht feste Plangrößen in der Saison 2009/2010.
Darüber hinaus prüfen wir zur Zeit die Möglichkeiten, den Untergrund des Geläufs zu überarbeiten. Der ungewaschene Sandbelag existiert seit nunmehr 13 Jahren und bedarf einer dringenden Überarbeitung“, so Koenemann. „Jedenfalls wollen wir im April 2009 Richtfest feiern, zudem soll im Innenraum des Parks im kommenden Sommer bereits das Schützenfest gefeiert werden“. Der neu gestaltete Bürgerpark soll eine für alle Neusser Bürger zugängliche Grüne Lunge der Stadt werden, die eine sehr enge Anbindung zum Zentrum der Stadt hat.
Und da spielt der Galopprennsport in neuem Gewand eine ebenso wichtige Rolle für die Stadt Neuss und für die Besucher von außerhalb. Zu festen Trainingszeiten bleibt das Areal geschlossen, aktuell stehen rund 80 Vollblüter auf der Neusser Bahn im Training. Daneben wird der Park während der Bauarbeiten angehoben, er wird an die Strom- und Wasserversorgung angeschlossen.
Wie der Architkekt Professor Stahl weiter ausführte wird unter anderem eine 1,5 km lange Wander-und Joggingstrecke angelegt, außerdem ein Beachvolleyballfeld, ein Kinderspielplatz und 4500qm großer See mit angrenzender Event- und Grillfläche. Festzuhalten gilt es, dass es weder einen Golfplatz, noch Skatingmöglichkeiten im Park geben wird. In einer zweiten Bauphase wird an Stelle des Da Capo-Baus und des alten Tribünengebäudes ein völlig neues dreigeschossiges zur Zielgeraden und zu einem neu konzipierten Platz auf der Rückseite Gebäude hochgezogen werden.
Neben einem 300 qm großen Bürgersaal, einem Panoramarestaurant nicht nur für Rennbahnbesucher, wird ein Richterturm integriert. Darüber erstreckt sich ein freischwebendes 80 Meter langes Dach, auf desssen Terasse rund 500 Personen wettergeschützt Platz finden werden. Das mit einem Aufzug ausgerüstete dreigeschossige 65 Meter lange und 15 Meter breite Gebäude öffnet sich auf der Rückseite zu einem neu zu gestaltenden autofreien Platz, an dessen Rückseite der Führring und der neu zu gestaltende Absattelring eine wichtige Rolle spielen wird.
Globetheater und Wetthalle und das langgezogene Totogebäude, auf dessen Dach Bands bzw Musikgruppen spielen sollen, bleiben dagegen bestehen. Auch der seit 1992 auf der Galopprennbahn ansässige Buchmacher Michael Sieberts erhält in diesem Zusammenhang eine neue Ladeneinrichtung. Insgesamt werden für das Gesamtprojekt Bürgerpark Neuss rund 6,5 Mio Euro veranschlagt.











