Starke/Schiergen: Mit Axxos nun ein weiteres Derby-Ass

‚Das Derby in Hamburg wird so offen sein wie selten zuvor‘, meinte Rennkommentator Manfred Chapman. Und man konnte ihm am Sonntagnachmittag in Köln nur zustimmen. Denn auch im 172. Oppenheim-Union-Rennen gab es eine ungemein spannende Entscheidung und einen Einlauf, den man so nicht unbedingt erwartet hatte.

Denn noch vor kurzem schien Asterblüte-Coach Peter Schiergen kaum mit Derby-Pferden gesegnet zu sein. Doch seit diesem Wochenende ist alles anders, ist die Welt für den Kölner wieder in Ordnung. Nur 24 Stunden nach dem Triumph mit dem Ebbesloher Lovely Tiger sicherte sich der Trainer mit dem Ittlinger Axxos (53:10) das mit 100.000 Euro dotierte Gruppe II-Rennen über 2200 Meter.

Und es war ein perfekter Ritt von Andrasch Starke, der fünfffache Champion ist aktuell so gut drauf wie in seinen besten Tagen. Start-Ziel dosierte er auf dem Ittlinger Monsun-Sohn aus dem Gestüt Ittlingen das Tempo, konnte nach Belieben schalten und walten.

Im Einlauf sprang Axxos, zuvor Zweiter im Frankfurter Metzlerpreis, noch einmal ab, kam nie in Bedrängnis, sondern überaus sicher (Richterspruch: leicht, dreiviertel Länge) zum Zuge, nachdem er alle Attacken abgewehrt hatte. ‚Wir hatten schon daran gedacht, vorne zu gehen, er ist nicht gedrückt worden, konnte alles optimal eingeteilt bekommen, jetzt gehen wir ins Derby.‘

Erstaunlicherweise raufte der Norweger Appel Au Maitre den Ehrenplatz unter dem Riesenjubel seiner Equipe nach Hause, blieb eine Nase vor dem Favoriten Conillon, der in dem Sprint nicht so schnell antreten konnte. Sommersturm war als Vierter ebenfalls dichtauf, während der Röttgener Antek (Hans Blume: ‚Andere waren heute besser‘) als Fünfter blass blieb. Global Dream und Kaleo, der sehr viel Probleme am Start bereitet hatte, blieben wirkungslos. Man darf schon jetzt gespannt sein, wer der Favorit im Blauen Band sein wird.

Die zweite Youngster-Prüfung dieses Jahres wanderte an den Stall von Mario Hofer, der sogar die drei Erstplatzierten stellte. Die Auenadler-Tochter Dajolie war unter Andreas Suborics Start-Ziel nicht zu gefährden, wie auch Tangerine Dream und Fly my Dream auf den Plätzen zu gefallen wussten.

‚Vielleicht machen wir mit Dajolie nun im Listenrennen in Hamburg weiter‘, erklärte Hofer. In versprechender Manier beherrschte Dr. Christoph Berglars Nebiola (236:10) eine Dreijährigen-Prüfung, eine derartige Siegquote gibt es auf Trainer Waldemar Hicksts Pferde kaum einmal.

Andreas Suborics musste auf ärztliches Anraten (war am Vortag in Dresden bereits gestürzt, erlitt eine Gehirnerschütterung) zahlreiche Ritte abtreten. Das Viererwetten-Jackpot-Rennen endete absolut formgemäß, denn Arraton (Marvin Suerland) vor Sweet Devil, Capitain Rodgers und Sheldon waren allesamt aktuelle Formpferde, so dass die Quote mit 9.921:10 Euro noch recht ordentlich war.

Mit einer Überraschung endete der Ausgleich I, denn nicht der heiße Favorit Turfshuffle (wurde nach langer Führung nur Vierter) setzte sich hier durch, sondern der enorm verbesserte Sybrecht-Schützling Itzmo (Henk Grewe sprang für Andreas Suborics ein, 98:10), der mit großem Schlussakkord gerade noch Solis und Esposito verdrängte.

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