SPORT-WELT BERICHT ST.MORITZ

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St. Moritz, 19.02.06.

Die ‚Schnee-Königin‘ 2006 heißt Ianina

Rohne-Stute kämpft sich zum Grand Prix-Erfolg

Normalerweise hat eine sechsjährige Stute nicht mehr unbedingt ihre Bestform zur Verfügung. Doch am Sonntag erlebte die von Ralf Rohne in Düsseldorf vorbereitete Ianina eine der bisherigen Sternstunden ihrer Karriere. Beim erst zweiten Versuch auf Schnee gewann die Eagle Eyed-Tochter den Gübelin – 67. Großen Preis von St.< Moritz, das höchstdotierte Rennen der Schweiz auf dem zugefrorenen See in dem Nobelskiort. Bei dichtem Schneetreiben erlebten 11.500 Zuschauer einen der spannendsten Endkämpfte der letzten Jahre im Grand Prix. Collow, von 'Meetingsspezialist' Miroslav Weiss trainierter Ex-Ittlinger, bestimmte früh die flotte Fahrt. Folgen konnte ihm im Schlussbogen nur noch Ianina, auf der der Italiener Daniele Porcu im Einlauf auch bald zum Angriff blies. Doch Collow (Markus Kolb) wehrte sich mit aller Macht gegen eine drohende Niederlage. Über fast die gesamte Zielgerade hinweg entwickelte sich ein faszinierendes Duell dieser beiden Kandidaten, die schon am Eröffnungstag hier die Protagonisten gewesen waren. Doch diesmal ging die Partie umgekehrt aus. Das Zielfoto ergab einen hauchdünnen Vorteil von einem kurzen Kopf für Ianina (70:10), die dem in Belgien lebenden Kölner Erwin-Peter Haep gehört, gegenüber dem bravourös laufenden Collow. 'Die Vorbereitung verlief optimal', kommentierte Ralf Rohne. 'Ianina ist die ganze Zeit über hier geblieben. Gemeinsam mit Besitzer Erwin Peter Haep hatten wir die Idee, es auf Schnee zu versuchen. Wir hatten mit ihr in Neuss gearbeitet und uns nach den Trainingseindrücken einiges ausgerechnet. Die Stute ist etwas schwierig zu reiten, da sie im Rennen gerne den Eindruck vermittelt, sie hätte keine Lust mehr. In diesem Moment muss Ianina angefasst werden. Daniele Porcu versteht sich blendend mit ihr, in Deutschland kommt Jiri Palik am besten mit ihr zurecht. Sie bleibt auch weiterhin im Rennstall.' Eine Weile zurück eroberte Vorjahressieger Armand (William Mongil/Peter Schiergen) mit guten Reserven noch den dritten Platz gegen den Engländer Royal Island. Armand war nicht gut auf die Beine gekommen, doch fand er immer besser in die Partie. 'Das war mit Höchstgewicht sehr ordentlich. Zwischen den Pferden fühlte er sich anfangs nicht so wohl, doch aus Box zwei konnte der Jockey das nicht anders machen. Aber dann hat er ja noch gut angepackt', meinte Peter Schiergen. 'Das Rennen war sehr schnell, Armand wirkte etwas überrascht, als er in hinteren Regionen lag. Eigentlich mag er das nicht so. Doch mit diesem hohen Gewicht noch soviel Speed zu entwickeln, war stark', fügte Jockey William Mongil an. Rang fünf ging an Pauillac vor Shiraz, während die anderen Deutschen keine Rolle mehr spielten. Der höher gehandelte Syrakus (Adrie de Vries/Hans-Albert Blume) steckte aus dem Vordertreffen schon eingangs der Gegenseite völlig auf, wurde Letzter, Merioneth (Andreas Helfenbein/Wilfried Kujath) kam aus einer äußeren Boxen gar nicht erst an die Spitze und endete auf Rang elf, war ebenso früh geschlagen wie Flower Hill (Stephane Pasquier war für Eduardo Pedroza eingesprungen, der in Neuss reiten musste) als Zwölfter. 'Die Wetterverhältnisse waren für ihn nicht mehr optimal', analysierte 'Jedde' Trybuhl, der Trainer Andreas Trybuhl vertrat. Ein dreiköpfiges deutsches Aufgebot hatte den einleitenden Grand Prix Corporate Events/Newmarket Race Courses in Angriff genommen, doch der Sieg in diesem mit 30.000 Schweizer Franken dotierten Listenrennens über 1100 Meter blieb im Lande. Von der Spitze aus wehrte sich Stall Blankeneses Rascacio (Adrie de Vries/Christian von der Recke) unter den Augen von Besitzer Franz-Günther von Gaertner lange nach Kräften gegen den Favoriten Sweet Venture aus dem Stall von Miroslav Weiss, der das White Turf-Meeting 2006 beherrscht wie kein anderer. Doch in der Distanz schob sich der Frankreich-Import, der schon am Eröffnungstag viel Eindruck hinterlassen hatte, unter Robert Havlin (Siegtoto 16:10) noch überaus sicher mit einer Länge an dem prächtig laufenden Vierjährigen vorbei. 'Wir sind sehr zufrieden über die Leistung auf dem schweren Boden', kommentierte Franz-Günther von Gaertner nach dem zweiten Ehrenrang von Rascacio bei diesem Meeting. 'Er stand auch deutlich ungüsntiger im Geswicht als bei seinem ersten Start', fügte Christian von der Recke noch an. Auf das Duell dieser beiden Pferde spitzte sich die Prüfung früh zu, denn der Co-Favorit Sacho (Andreas Helfenbein/Wilfried Kujath) kam aus dritter Position im Einlauf früh nicht mehr weiter, musste beim ersten Versuch auf Schnee zuletzt sogar noch Encanto (Georg Bocskai/Carmen Bocskai) mit einem Hals für das dritte Geld weichen. 'Der Boden war zu tief. Er ist nicht gut gegangen und hat sich am Ellbogen auch etwas angaloppiert. Vorne waren ausgesprochene Spezialistenh', bedauerte Wilfried Kujath. Noch vor dem Engländer Talcen Gwyn, der ganz aus der Partie fiel, wurde Mike Stone Fünfter, doch war diese Aufgabe sicher eine Nummer zu groß für den 'Handicapper des Jahres 2005'. Trainer Frank Fuhrmann musste kurzfristig einen Ersatzreiter für Eduardo Pedroza engagieren, da Eduardo Pedroza nicht angereist war. Er musste doch in Neuss reiten, da einige Rennen vom Samstag auf diesen Tag übernommen wurden. Der 'König des Engadin' heißt Adrian von Gunten. Geradezu majestätisch absolvierte sein Pferd King George das Finalrennen der Credit Suisse Skijöring Trophy, den mit 15.000 Franken ausgestatteten Grand Prix Credit Suisse über 2700 Meter. Man fühlte sich an eine gewisse Volta erinnert, die vor Jahren diese weltexklusive St. Moritz-Disziplin beherrscht hat. Denn der fünfjährige Kondrian-Sohn gewann diesmal alle drei Läufe 2006, wenn er auch den ersten Sieg erst am grünen Tisch nach Diswualifikation von Aesop erhielt. Wobei über den Protest des Deutschen gegen diese Entscheidung erst Anfang März verhandelt werden soll. Mit seinem beeindruckenden Auftritt am Sonntag sorgten KIng George und sein Fahrer nun endgültig für klare Verhältnisse. Zunächst langsam auf die Beine gekommen, hatte KIng George Mitte der letzten Gegenseite von Autumn Forest die Führung übernommen und sich sofort auf viele Längen vom Feld abgesetzt. Bei dichtem Schneetreiben konnte sich Von Gunten seiner Sache schon früh im Einlauf sicher sein, jubelte auch emtsprechend. Auch durch den sofort nach dem Start fahrerlos gewordenen Krisly, der erst vor ihm galoppiert war, ließ sich King George nicht irritieren. Damit schaffte Trainer Miroslav Weiss einen weiteren Coup. 'Der Weiss gewinnt alles', kommentierte Turf-Legende Hein Bollow im Absattelring. Besitzerin Charlotte Haselbach konnte den Triumph nicht live miterleben, da sie im Spital weilte. Abu Ardash eroberte noch den Ehrenplatz vor dem länger tonangebenden Autumn Forest, während KIng Diamond (Andreas Putsch) und Akebono (Harald Kronseder), beide aus dem Stall von Christian von der Recke die Plätze vier bzw. fünf belegten, zuletzt nicht mehr zwingend wirkten. Der dritte 'Recke', Mongino (Tilman Paas) kam am Start schon nicht richtig ab, wurde als Nichtstarter gewertet. Das letzte Rennen von White Turf 2006 ging an den Favoriten Dixigold. Georg Bocskai 'zauberte' den von seiner Ehefrau Carmen trainierten Wallach im Grand Prix Winterthur Versicherungen (15.000 Franken, 1800 m) noch ganz spät an Rainstar und Palladia Directa vorbei. Eine halbe Länge sprach am Ende für den 21:10-Favoriten. Deutsche Pferde waren hier nicht am Ablauf.

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