Kann Spectre im „Marois“ überraschen?

Ein erlesenes Feld wird sich am Sonntag zum wichtigsten Rennen des Sommermeetings von Deauville an den Start begeben. Mit dem Prix Jacques Le Marois über 1600 Meter steht eines der wichtigsten Meilen-Rennen der europäischen Grand-Prix-Saison auf dem Programm (Zum Langzeitmarkt).

Die auch für französische Verhältnisse immense Dotierung von 700.000 Euro verleiht dem nachdrücklich Ausdruck. Das Rennen ging im vergangenen Jahr an André Fabres Esotérique, die dieses Jahr zur Titelverteidigung vermutlich erneut unter Pierre-Charles Boudot antritt – auch wenn ihre Chancen, den Vorformen nach zu urteilen – nicht allzu gut stehen: Im Vorjahr war sie starke Zweite im Prix Maurice de Gheest eine Woche zuvor und schlug dann im „Marois“ zu. In diesem Jahr absolvierte sie ihre Vorbereitung eine Woche zuvor im den Stuten vorbehaltenen Prix Rothschild über die Meile, in dem sie vier Längen zurück Vierte wurde. Sie müsste sich also schon massiv steigern, wenn sie sich gegen den englischen Guineas-Sieger Galileo Gold durchsetzen wollte (Zum Video), der danach auch die St. James´ s Palace Stakes von Royal Ascot gewann (Zum Video), bevor er in den berühmten Sussex Stakes von Goodwood nur knapp das Nachsehen gegen Aidan O´Briens französischen Poule-Sieger The Gurkha hatte (Zum Video). Hugo Palmer berichtete im Laufe der Woche, dass er seinen für Al Shaqab Racing trainierten Paco-Boy-Sohn unter Frankie Dettori nur nach Deauville schicke, um zu gewinnen.

Aber auch deutsche Interessen sind in diesem Rennen vertreten. Markus Münch schickt die von ihm selbst gezogene und für eigene Stute Spectre ins Rennen. Die Siyouni-Tochter wurde zuletzt auf für sie etwas zu trockenem Boden Dritte im Prix Jean Prat von Chantilly und hatte zuvor auch als Fünfte in der Poule d´Essai des Pouliches, dem französischen 1000-Guineas-Äquivalent, schon eine starke Leistung gezeigt. Nachdem sie sich also schon gegen die dreijährigen Hengste brillant aus der Affaire gezogen hatte, darf man am Sonntag auf eine weitere Steigerung hoffen. Vor Spectre lief in Chantilly noch Ed Walkers Stormy Antarctic ein, auf den sie am Sonntag wieder treffen dürfte. Von den älteren Pferden interessiert im Feld natürlich noch die von Jean-Claude Rouget für den Aga Khan trainierte Ervedya, dreifache Gruppe I-Siegerin des Vorjahres, die allerdings in diesem Jahr noch nicht ganz an ihre überragende klassische Saison anknüpfen konnte. Sie war zuletzt Fünfte in den großen Queen Anne Stakes von Royal Ascot (Zum Video). André Fabre schließlich schickt noch seinen letztjährigen Darley-Oettingen-Sieger Vadamos ins Rennen (Zum Video), der in dieser Saison auf Gruppe II- und zuletzt auf Gruppe III-Ebene gewann, sich aber bei seinen drei Gruppe I-Starts noch nicht platzieren konnte.

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